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Salocin

Kritik von Salocin

WOW! 
Ein Film wie er in kein bestehendes Genre passt. Ein Film, der laut im Kino geguckt werden muss, weil er sonst nicht wirkt. Ein Film wie ein Rausch. 
Erzählt wird die Geschichte der 17-jährigen Tina, die Berlin in vollen Zügen genießt, vom Abi lenkt sie sich mit illegalen Raves mit ihren Freunden, Drogen, Alkohol und Party ab, wäre da nicht bald schon die fötenhafte Kreatur die sie heimsucht, welches außer ihr scheinbar keiner sehen kann. Tina droht ihren Verstand zu verlieren, wird von Ängsten und Panikattacken heimgesucht, bricht des Öfteren nervlich zusammen. Ihre Eltern wissen nicht mehr weiter, oder ist das Wesen etwa doch real und auf spezielle Art & Weise mit Tina verbunden? 
Ein wilder Mix, der einen an die Nieren geht. Endlich mal etwas ganz Neues aus Deutschland. Dieses Gefühl hatte ich zuletzt bei den Film "Lollipop Monster". Der Film ist unkonventionell, neu, frisch, wild und laut. 
Der Film ist typisch Berlin und wieder typisch nicht.

Jedes Mal wenn man meint ein passendes Genre für den Film gefunden zu haben, entspringt es den Fesseln dieser Schublade. Ein visuelles Meisterwerk mit wunderbaren Soundtrack von BoysNoize, Atari Teenage Riot und weiteren. 
Man sollte den Film allerdings nur gucken, wenn man ihn psychisch verkraften kann und einigermaßen stabil ist, sonst kann er auch gut triggern, da er einen auch nach dem Kinobesuch nicht los lässt. Einen Film den ich mir schlecht auf DVD vorstellen kann, sondern der nur im Kino mit guter Anlage wirklich gut wirkt. 
AKIZ hat was Neues erschaffen, abseits großer Förderung einen Film der nicht nur in Deutschland funktionieren kann, wie die Festivals weltweit bewiesen haben, der zu Recht auf diversen Festivals schon mit Preisen überhäuft wurde und nun zu Recht seinen Kinostart bekommt.

Die Hauptdarstellerin Carolyn Genzkow ist großartig. Generell hat es AKIZ verstanden rundum passend zu besetzten. Keine Rolle wirkt fehlbesetzt oder über ambitioniert, ja selbst Wilson Gonzales Ochsenknecht, der zwar vom "Typ" her eine kuriose Erscheinung ist, in den meisten Filmen aber eher hölzernde Schauspielkunst abliefert, ist hier nicht fehlbesetzt, im Gegenteil. Wie auch immer es AKIZ geschafft hat, hier nehme ich ihn seine Rolle ab, da diese aber sowieso recht wortkarg zwischen Party & Afterhours verweilt, musste Wilson evtl. auch einfach mal er selbst sein und nicht in die Bedrängnis kommen "zu schauspielern". Der Look mit den lila Haaren wirkt sehr geheimnisvoll und zum Film passend. Überhaupt ist der Film geil bunt und farbenfroh um dann wieder düster zu werden. Großes Kompliment an die visuelle Nachbearbeitung, der Bildsprache und an das Sound-Design.

Neben "Luca tanzt leise" bisher für mich der beste deutsche Film 2016.

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