Sinister 2 schafft es trotz der schwierigen Aufgabe einer Fortsetzung erstaunlich gut, die verstörende Atmosphäre des Vorgängers weiterzuführen. Zwar verliert der Film zwangsläufig etwas von der einzigartigen Wirkung des ersten Teils — einfach weil das völlig Neue und Unbekannte nicht mehr denselben Überraschungseffekt besitzt — doch gerade die grundlegende Geschichte und die unheimliche Bedrohung funktionieren immer noch bemerkenswert stark.
Besonders wirkungsvoll bleibt dabei die ontologische Unsicherheit des Films. Wie schon im ersten Teil entsteht der Horror nicht nur durch Gewalt oder Schockmomente, sondern durch das Gefühl, dass etwas zutiefst Falsches und Fremdes hinter den Ereignissen steckt. Dass diesmal Kinder im Mittelpunkt stehen, verstärkt diese Wirkung zusätzlich enorm. Die Vorstellung, dass Kinder gezwungen werden, diese verstörenden Filme anzusehen und langsam immer tiefer in Bughuuls Einfluss geraten, erzeugt eine sehr unangenehme Atmosphäre.
Gerade die Idee, dass Bughuul die Geister toter Kinder manipuliert und missbraucht, gehört wieder zu den stärksten Elementen des Films. Dadurch entsteht ein Horror, der sich nicht wie klassischer Monsterhorror anfühlt, sondern fast wie eine korrumpierte, verdorbene Form von Kindheit und Unschuld. Genau diese Mischung aus Übernatürlichem und psychologischer Verstörung macht den Film so beklemmend.
Die verstörenden Super-8-Videos gehören erneut zu den absoluten Höhepunkten des Films. Auch wenn der Überraschungseffekt des ersten Teils naturgemäß nicht mehr ganz erreicht wird, besitzen die Aufnahmen immer noch eine schockierende, verstörende und unangenehme Wirkung. Gerade weil sie so nüchtern und fast dokumentarisch inszeniert sind, fühlen sie sich erschreckend real und krank an. Diese Szenen erzeugen wieder genau jene albtraumhafte Stimmung, die den Vorgänge so besonders macht.
Sehr stark sind außerdem die Darstellerleistungen, insbesondere die beiden jungen Hauptdarsteller. Dadurch funktioniert die emotionale Seite der Geschichte sehr gut.
Auch die Geschichte selbst bleibt überraschend stark. Sinister 2 erweitert die Mythologie des ersten Films sinnvoll, ohne die grundlegende düstere Atmosphäre zu verlieren. Zwar erreicht der Film nicht ganz die beklemmende Einzigartigkeit des Originals, doch das liegt weniger an schlechter Qualität als daran, dass das Konzept beim ersten Mal schlicht überwältigend neu wirkte.
Dadurch bleibt Sinister 2 eine intensive und unangenehme Horrorfortsetzung, die weiterhin stark von ontologischer Unsicherheit, psychologischem Druck und verstörender Atmosphäre lebt — auch wenn der erste Teil letztlich die noch größere Wirkung entfaltet ist auch der zweite Teil stark.
Kritik von Monroe
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