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Faro

Kritik von Faro

Ole Bornedal ist einer meiner Liebsten und man muss ihn durch seine dänischen Filme begreifen.

Dennoch habe ich eben 'The Possession', ich glaube, zum fünften Mal gesehen und gestehe mir ein, dass ich, trotz des Hollywoodanpassungsdrucks den Bornedal unter der Schirmherrschafft von Sam Raimi und des internationalen Filmmarktes erfahren haben muss, diesen Film immer noch wahnsinnig gut finde.

Schlussendlich ist es nur ein weiterer Dämonenfilm. Aber Bornedal hat sehr gut casten lassen. Die damals acht- oder neun- oder zehnjährige Natasha Calis spielt mit einer Wahrhaftigkeit die hierzulande im Feuilleton keine Wertschätzung erfahren würde. Weil es ein Genrefilm ist. Und weil es natürlich nicht in das familienpolitische Bild einer Familie passt. Ein Kind das macht was es will, wo gibt es das schon noch? Da haben doch die Eltern was nicht unter Kontrolle... Fakt ist: Den Dämon, der die eigenen Kinder befällt kann man sich nicht aussuchen. Wenn ich Zeit mit meinem Neffen (2einhalb) verbringe denke ich manchmal: Der ist besessen. Der rennt durch die Gegend und macht und tut und terrorisiert sein Umfeld. Zeit für eine Teufelsaufreibung.

Zurück zum Thema.

Bornedal erzählt seine Geschichten natürlich durch die tollen Schauspieler die er immer wieder engagiert, aber auch durch die Art wie er sie aufzeichnet. Durch unkonventionelle Art Konventionelles zu nutzen. Abgesehen von Farbgebung und Schnitt arbeitet er ganz stark mit Totalen, in denen immer ein Hauch Kamerabewegung ist. Es gibt nur ganz selten wirkliche Statik in seinen Filmen, wobei die Bewegung kaum wahrnehmbar ist. Man denkt oft: Hä? Da war doch was. Warum geht mich das denn jetzt so an? So schafft er, abgesehen von den Themen die er in seinen eigenen Drehbüchern kontrovers aufbereitet, eine Verbundenheit die keiner Kumpelhaftigkeit bedarf (wie z.B. Tarantino), um sie ganz nah an sich heranzuziehen. Man kann ganz lose auf seiner Position stehen und dennoch Empathie entwickeln zu Dingen, die vornehmlich nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben.

Dann kommen die Themen doch: Verrat, Untreue, Fremdenfeindlichkeit, Angst vor dem Tod, vor Fremdbestimmung. Dinge, deren Intensität Bornedal über derer Banalität definiert. Nichts Neues. Schon klar. Aber bei Bornedal bekommt man immer noch die thematische Überhöhung, in der man sich selber immer wieder erkennt - die Übertreibung als Druckmittel eben. Man hat sich nicht nicht geschnitten, sondern fast die Fingerkuppe abgesäbelt und du warst nicht da, Schatz. Ich habe so geblutet. Und du warst nicht da.

Bornedal - ein Filmemacher der ganz nah dran ist an uns und den kaum jemand kennt. Schaut Filme von Bornedal.

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