Bildnachweis: © Paramount

Schlechtes Omen für Paramount: Bestseller-Autorin will eigene Verfilmung nicht sehen

von Sebastian Groß

Das ist schlecht. Da sichert sich ein Studio die Rechte an einer der meistgefeierten Fantasy-Reihen der vergangenen Jahre, investiert viel Geld in eine aufwendig besetzte Verfilmung und steht kurz vor dem Kinostart – nur damit sich ausgerechnet die Schöpferin der Vorlage öffentlich von dem Projekt lossagt. Genau das passiert derzeit bei Children Of Blood And Bone - Goldener Zorn. Die Romanreihe von Tomi Adeyemi avancierte nach ihrem Erscheinen zum internationalen Bestseller und wurde für ihre von afrikanischer Mythologie geprägte Fantasy-Welt ebenso gefeiert wie für ihre Figuren. Entsprechend hoch sind seit Jahren die Erwartungen an die Kinoadaption von Paramount.

Deutliche Worte der Autorin sorgen für Spekulationen

Auslöser der aktuellen Diskussion ist ausgerechnet Tomi Adeyemi selbst. Obwohl sie am Drehbuch mitschrieb und zusätzlich als Executive Producer an Bord war, macht sie inzwischen keinen Hehl mehr daraus, dass sie mit der Verfilmung offenbar abgeschlossen hat. Auf TikTok erklärte sie ihren Follower*innen:

„Es gibt einen Grund, warum ich nichts über die Verfilmung meines Werks veröffentliche … Ich habe den Film nicht gesehen und ich werde ihn mir auch nicht ansehen. Es war schmerzhaft, das die ganze Zeit vor euch geheim zu halten.“

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Mehr verriet die Autorin nicht – und genau das lässt nun Raum für zahlreiche Spekulationen. Wurden zentrale Elemente ihrer Geschichte verändert? Gab es kreative Differenzen mit dem Studio oder der Regie? Oder steckt etwas völlig anderes hinter ihrer Entscheidung? Offiziell äußert sich bislang niemand dazu. Bekannt ist lediglich, dass Children Of Blood And Bone Anfang des Jahres noch einmal umfangreiche Nachdrehs durchlief. Ob beides miteinander zusammenhängt, ist derzeit reine Spekulation, doch der Zeitpunkt könnte kaum unglücklicher sein.

Auch der Starttermin wirft Fragen auf

Schon bevor Adeyemis Aussagen die Runde machten, wurde der geplante Kinostart kritisch beäugt. Paramount bringt den Film am 15. Januar 2027 in die US-Kinos (einen Tag früher soll der Start auch bei uns erfolgen) – und dieser Monat genießt in Hollywood seit Jahrzehnten einen zweifelhaften Ruf. Nach der lukrativen Weihnachtszeit und kurz vor der Oscar-Saison landen hier häufig Filme, denen die Studios weder große Einspielergebnisse noch bedeutende Auszeichnungen zutrauen. Deshalb wird der Januar oft als eine Art "Abstellgleis" für problematische Produktionen betrachtet.

Ganz so einfach lässt sich der Monat allerdings nicht abstempeln. Immer wieder haben gerade Januar-Veröffentlichungen bewiesen, dass sie sowohl finanziell als auch qualitativ überzeugen können. Dennoch sorgt der Termin in Kombination mit den jüngsten Schlagzeilen dafür, dass die Skepsis rund um das Projekt weiter wächst. Ein Film, dessen eigene Autorin öffentlich erklärt, ihn nicht einmal sehen zu wollen, startet schließlich nicht mit den besten Vorzeichen.

Dabei bringt Children Of Blood And Bone eigentlich alles mit, was ein großes Fantasy-Epos braucht. Inszeniert von The Woman King-Regisseurin  gehören unter anderem und zur Besetzung.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die in einem afrikanischen Fantasy-Königreich die ihrem Volk geraubte Magie zurückbringen will. Die Zutaten für den Auftakt einer neuen Blockbuster-Reihe sind also vorhanden. Umso spannender wird die Frage sein, weshalb sich die Person, die diese Welt überhaupt erst erschaffen hat, so demonstrativ von der fertigen Verfilmung distanziert.

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