Leonardo DiCaprio hätte Ende der 1990er-Jahre beinahe einen völlig anderen Karriereweg eingeschlagen. Schauspieler John C. Reilly hat nun offenbart, dass er alles daran setzte, den damals jungen Star von Titanic (1997) abzubringen und stattdessen für späteren Kultfilm Boogie Nights zu gewinnen. Rückblickend wirkt dieser Rat besonders bemerkenswert, schließlich entwickelte sich der Katastrophenfilm zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.
„Niemanden wird interessieren, wer auf diesem Schiff ist.““
Im Podcast Where Everybody Knows Your Name erinnerte sich Reilly an die Entstehungszeit von Boogie Nights (1997). Nach der gemeinsamen Arbeit an Last Exit Reno (1996) sei er mit Regisseur Paul Thomas Anderson dick befreundet gewesen und habe fest daran geglaubt, dass diesem eine außergewöhnliche Karriere bevorstehe (womit er Recht haben sollte). Als Anderson Interesse an DiCaprio zeigte, habe er selbstbewusst geantwortet:
„Gib mir den Auftrag, Paul. Ich hole diesen Typen für deinen Film. Ich kenne ihn, seit er ein Kind war.“
Tatsächlich kannte Reilly den Schauspieler bereits aus den Dreharbeiten zu Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa (1993). Deshalb suchte er persönlich das Gespräch und versuchte, DiCaprio von Andersons Projekt zu überzeugen. Dabei fand er deutliche Worte:
„Hör zu, Leo, ich sage dir etwas: Dieser Film ‚Titanic‘ handelt von einem Schiff, das sinkt. Jeder weiß, dass das Schiff sinkt. Niemanden wird interessieren, wer auf diesem Schiff ist.“
Gleichzeitig schwärmte er von Anderson und erklärte:
„Dieser Regisseur wird einer der talentiertesten Filmemacher der Zukunft werden. Diese Gelegenheit darfst du nicht verpassen.“
DiCaprio habe sich dennoch zunehmend in Richtung Titanic orientiert, weil seine Management überzeugt gewesen seien, dass daraus „ein wirklich großer Film“ werden könnte. Reilly gab jedoch nicht auf. „Ich sage es dir, Mann. Ich würde dich hier nicht in die Irre führen. Es geht um ein Schiff, das sinkt“, erinnerte er sich an seinen letzten Überzeugungsversuch. Wie die Filmgeschichte zeigt, setzte sich DiCaprio schließlich für Camerons Katastrophenepos ein. Titanic spielte während seines ursprünglichen Kinolaufs rund 1,84 Milliarden US-Dollar ein und wurde zu einem weltweiten Phänomen. Die Rolle des Dirk Diggler in Boogie Nights übernahm stattdessen Mark Wahlberg, während Reilly selbst als Reed Rothchild vor der Kamera stand.