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Letterboxd vor Verkauf: Kampf um die Zukunft der beliebten Film-Community-Plattform

Stu

Von Stu

Quelle: Deadline
Bildnachweis: © Letterboxd

Letterboxd ist längst mehr als eine einfache Filmseite. Die Plattform hat sich zu einem digitalen Treffpunkt für Filmfans entwickelt, auf dem Nutzerinnen gesehenen Filme bewerten, Rezensionen verfassen und kuratierte Listen erstellen. Besonders im Bereich des Independent- und Arthouse-Kinos gilt Letterboxd als wichtiger Impulsgeber für Diskussionen und Sichtbarkeit. Mit inzwischen rund 30 Millionen Nutzerinnen ist die Plattform stark gewachsen. Aktuell steht sie jedoch vor einer möglichen Zäsur: Der Mehrheitseigentümer prüft einen Verkauf, was unterschiedliche Interessenten auf den Plan ruft – darunter auch ein ungewöhnliches Kollektiv aus der Filmbranche.

Kampf um den möglichen Verkauf

Die neu gegründete Initiative Intrinsic Entertainment Collaborative versucht, Letterboxd selbst zu übernehmen. Hinter dem Projekt steht die Sozialunternehmerin Elizabeth Joyce, die zuvor bereits mit der Entwicklung einer Marketingplattform für Independent-Filme begonnen hat. Gemeinsam mit dem Produzenten Ted Hope wirbt sie öffentlich für ein Modell, das die Plattform nicht an klassische Finanzinvestoren verlieren soll. Hope formulierte die Dringlichkeit der Situation so:

„Letterboxd steht zum Verkauf! Oh nein! Oh ja! Es könnte das tragische Ende eines glorreichen Anfangs bedeuten oder den Start von etwas noch Größerem. Und in vielerlei Hinsicht hängt das Ergebnis davon ab, ob wir schnell handeln.“

Intrinsic hat über eine Crowdfunding-Kampagne auf Seed & Spark bislang rund 27.000 US-Dollar gesammelt. Ziel sind 100.000 Dollar, um juristische Vorbereitungen für ein mögliches Angebot zu finanzieren. Joyce betont dabei den experimentellen Charakter des Vorhabens, sieht in der Community aber eine mögliche treibende Kraft hinter einem alternativen Eigentumsmodell.

Community-Finanzierung und offene Zukunft

Das Konzept von Intrinsic basiert auf einer späteren gemeinschaftlichen Beteiligung: Unterstützerinnen sollen nicht nur Spenderinnen bleiben, sondern langfristig Miteigentum entwickeln können. Geplant ist ein schrittweiser Aufbau eines kooperativen Modells über Community-Investments, statt klassischer Börsengänge oder Private-Equity-Strukturen.

Joyce beschreibt die Idee als Versuch, kreative Plattformen stärker an ihre Nutzer*innen zu binden. Gleichzeitig bleibt die Ausgangslage komplex: Mit Tiny Ltd. steht ein Finanzinvestor hinter der Mehrheit von Letterboxd, der bereits einen Verkauf prüft. Auch strategische Käufer wie die Comcast-Abspaltung Versant sollen Interesse zeigen. Die Gründer der Plattform, Matthew Buchanan und Karl von Randow, würden laut Unternehmensangaben in mögliche Entscheidungen eingebunden bleiben.

Ob sich ein communitygetriebenes Modell gegen finanzstarke Bieter durchsetzen kann, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Debatte um Letterboxd längst über eine reine Unternehmensfrage hinausgeht – sie berührt die Frage, wem digitale Kulturplattformen künftig gehören sollen.

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