Bildnachweis: © 20th Century Studios| Szene aus "Avatar: Fire and Ash"

James Camerons "Avatar: Fire and Ash" schwächelt: Steht das Multi-Milliarden-Dollar-Franchise vor einem Wendepunkt?

von Sebastian Groß

Mit Avatar: Fire and Ash setzt Oscar-Preisträger James Cameron seine milliardenschwere Science-Fiction-Saga fort – doch erstmals stellt sich offen die Frage nach der wirtschaftlichen Zukunft des Franchise. Während der Film weltweit erneut beeindruckende Summen einspielt, zeigen aktuelle Branchenanalysen, dass der dritte Teil hinter den Erwartungen zurückbleibt. Damit rückt nicht nur die Rentabilität des Blockbusters in den Fokus, sondern auch die strategische Ausrichtung der geplanten Fortsetzungen.

Box Office von "Avatar: Fire and Ash" bleibt hinter Vorgänger zurück

In Nordamerika kommt Avatar: Fire and Ash bislang auf rund 390 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Avatar: The Way of Water erreichte dort 688 Millionen US-Dollar. Auch weltweit ist der Rückgang deutlich sichtbar. Aktuell steht der dritte Teil bei etwa 1,43 Milliarden US-Dollar, während sein Vorgänger auf rund 2,2 Milliarden US-Dollar kam. Trotz der weiterhin eindrucksvollen Milliardenmarke bedeutet das ein Minus von rund 900 Millionen US-Dollar im direkten Vergleich.

Hinzu kommen die enormen Produktions- und Marketingkosten. Branchenberichten zufolge investierte Disney mehr als 500 Millionen US-Dollar in Herstellung und weltweite Vermarktung. Da Kinobetreiber*innen etwa die Hälfte der Ticketeinnahmen einbehalten, relativiert sich der wirtschaftliche Erfolg erheblich. Cameron selbst bezeichnete die Avatar-Reihe einmal als das „schlechteste Geschäftsmodell der Filmgeschichte“, da die Gewinnschwelle seiner Filme bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar liege. Nach dieser Rechnung hätte Fire and Ash die Profitabilität im Kino noch nicht vollständig erreicht – zusätzliche Einnahmen durch Streaming, etwa bei Disney+, sowie Home-Entertainment dürften jedoch langfristig zur Kostendeckung beitragen.

Zukunft der "Avatar"-Reihe: Risiko oder kalkulierte Investition?

Ursprünglich hatte Disney zwei weitere Filme für 2029 und 2031 angekündigt. Eine vertragliche Verpflichtung zur Umsetzung besteht jedoch offenbar nicht. Angesichts der rückläufigen Zahlen stellt sich die Frage, ob ein weiteres Budget von über 500 Millionen US-Dollar wirtschaftlich vertretbar ist – insbesondere wenn der Trend nach unten weist.

Als Gründe für das geringere Einspielergebnis werden mehrere Faktoren diskutiert: Die Laufzeit von fast 200 Minuten könnte Teile des Publikums abgeschreckt haben. Zudem fehlte manchen Zuschauer*innen der technologische Überraschungseffekt, der die ersten beiden Filme zu globalen Kinoereignissen machte. Auch der vergleichsweise kurze Abstand von nur drei Jahren zwischen Teil zwei und drei wird als möglicher Einflussfaktor genannt. Cameron hat bereits angedeutet, künftige Filme günstiger produzieren zu wollen. Ob sich die visuell anspruchsvolle Welt von Pandora tatsächlich kosteneffizienter realisieren lässt, ohne an technischer Strahlkraft einzubüßen, dürfte entscheidend für die Zukunft des Franchise sein. 

Ein Franchise, das wie kaum ein anderes für das Kino als Ereignis steht – ganz im Sinne von James Cameron. Der Terminator 2-Regisseur inszeniert konsequent für die große Leinwand, was er auch unmissverständlich deutlich machte, als er öffentlich seinen Unmut gegenüber Netflix äußerte. Wir berichteten darüber.

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