Bildnachweis: © Warner | Szene aus "Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse"

Warner musste "Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse" für China zensieren

von Dominik König

Aktuell läuft Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse in den deutschen Kinos und kann bereits laut Blickpunkt Film nach dem Startwochenende bereits 800.000 Besucher für sich verbuchen. Während der Film in den USA erst kommenden Freitag startet, erschien er vergangene Woche außerdem auch in China. Dort konnte er bislang zwar nur 10 Millionen US-Dollar erwirtschaften, allerdings befinden sich weite Teile des Landes gerade in einem neuen Corona-Lockdown, sodass auch ein Großteil der Kinos geschlossen bleibt.

Damit der Film aber überhaupt starten durfte, musste er, wie alle ausländischen Produktionen, von der entsprechenden chinesischen Behörde State Administration Press, Publication, Radio Film and Television (SAPPRFT) in Peking genehmigt werden. Die hatte offenbar dabei zumindest weniger zu beanstanden als noch vor rund 10 Jahren etwa bei Cloud Atlas, wo sage und schreibe 40 von 172 Filmminuten der Zensur zum Opfer fielen, jedoch auch heute aus ähnlichen Beweggründen.

Anders als der direkte Vorgänger Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen, verhandelt der dritte Teil des Harry Potter-Spin-Offs nämlich erstmals offen die Homosexualität von Albus Dumbledore (Jude Law) und auch die gleichgeschlechtliche Beziehung zu seinem Rivalen Gellert Grindelwald (Mads Mikkkelsen) wird direkt zu Anfang thematisiert. Und so hat die SAPPRFT Warner darum gebeten, die entsprechenden Dialogmomente, die etwa sechs Sekunden umfassen sollen, aus dem Film zu entfernen. 

Gegenüber Variety äußerte sich das Studio dazu nunmehr in einem Statement:

„Im Fall von ‚Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse‘ wurde eine Kürzung um sechs Sekunden beantragt, und Warner Bros. akzeptierte diese Änderungen, um den lokalen Anforderungen zu entsprechen, aber der Geist des Films bleibt intakt. Wir möchten, dass das Publikum auf der ganzen Welt diesen Film sieht und genießt, und es ist uns wichtig, dass auch das chinesische Publikum die Möglichkeit hat, ihn zu erleben, selbst mit diesen geringfügigen Änderungen.“

Damit scheint die Zensur wohl lediglich die erste Filmhälfte getroffen zu haben, allerdings soll auch das Finale des Films entsprechenden Subtext enthalten, der aber wohl davon unangetastet blieb.

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