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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Der zehnte Film der Walker-Serie spielt in Washington, D. C. Zwei einsame Seelen schreiten auf getrennten Wegen, die sich manchmal kreuzen, auf denen sie sich aber niemals begegnen. Ihre Wanderungen gleichen meditativen Gebeten des Herzens und der Seele.

Kritik

“There was no car, no train, no airplane, and no cell phone. He just walked.”, beschrieb Tsai Ming-liang (Face) vor einigen Jahren in einem Interview die in seinen Augen offenbar transzendentale Tätigkeit des spirituellen Subjekts seines jüngsten Werks. Das schwebt irgendwo im luftleeren Raum zwischen dokumentiertem Happening, filmischer Installation und Studie eines Schauspielers. Letzter ist Lee Kang-Sheng (Absence), obligatorischer Mitwirkender sämtlicher Filme des taiwanesischen Regisseurs, der beide in einer metikulösen Meditationsübung zusammenführt.

In dialoglosen Langszenen wird Lee zu einer Art gleichsam zeitgenössischer und zeitloser Reinkarnation des von Tsai als zentralen Einfluss genannten Mönchs und Gelehrten Chen Xuanzang. Zu dessen Reisen zählte auch eine zu Fuß entlang der Seidenstraße, die Tsai so faszinierte, dass er ihr eine ganze Filmreihe widmete. Mit etwas unter anderthalb Stunden Laufzeit ist sein Beitrag zum Berlinale Special einer deren längster Teile, die meist schlicht  und treffend Walkingheißen. 

Viel mehr als das geschieht nicht auf der Leinwand, die Lee im modernen Mönchsgewand abschreitet, als sei einen Fuß vor den anderen zu setzen ein höchste Konzentration erfordernder Akt. Vielleicht ist es das für ihn und den Regisseur tatsächlich; für das Publikum, das für Berlinale-Karten um die 18 Euro zahlt, ist es eine Geduldsprobe auf mehreren Ebenen. Einen Typen im Schneckentempo durch Washington laufen zu sehen, ist nicht gerade cineastisch.

Fazit

Selbst Fans der Observationen Langsamkeit, die zum Markenzeichen Tsai Ming-liangs filmischen Schaffens geworden ist, können sich vermutlich ein Gähnen nicht verkneifen, wenn dessen Lieblingskollaborateur in sprichwörtlicher Zeitlupe ohne narrative oder musikalische Untermalung durch Wälder, Parks und eine US-Metropole spaziert. So bleibt immerhin Zeit zu grübeln, was dergleichen auf einem Film-Festival dieser Art zu suchen hat. Die Antwort hat wohl weniger mit Lust an filmischen Experimenten zu tun als mit Klüngeln.

Kritik: Lida Bach

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