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Die junge Juristin Emily soll in Brasilien den Verkauf einer Hotelanlage unter Dach und Fach bringen und verfällt dabei dem mysteriösen Geschäftsmann Wheeler.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Ich bin nicht gewohnt, dass Frauen vor mir weglaufen.“

Tja Mickey, gewöhn dich besser dran, denn ziemlich genau ab dem Punkt wurde aus dem einstigen Sexsymbol und Charakterdarsteller Mickey Rourke (Angel Heart) eine jahrelang nur als bizarre Witzfigur betrachtete Kreatur, an deren Werde- bzw. Niedergang in erster Linie nur er selbst und sein aus den Fugen geratenes Ego schuld waren. Aufgrund seines Talentes, seiner Leinwandpräsenz und seines nahezu makellosen Äußeren in den 80ern als The Next Big Thing gefeiert, verendete der kurzzeitig wirklich einzigartige Mime in einer hoffnungslosen Spirale aus katastrophaler Rollenauswahl, schlechtem Ruf und gleichgültig-arrogantem Selbstbewusstsein, eine oft fatale Konstellation. Wenn dann auch parallel dazu das bis dato strahlende Erscheinungsbild den Bach runtergeht und zur entstellten Fratze mutiert, was bleibt am Ende noch übrig außer einem kolossal gescheiterten Individuum, ursprünglich ausgestattet mit allen nur erdenklichen Möglichkeiten?

Mit Wilde Orchidee versuchten sowohl Rourke wie alle hier kreativ Beteiligten eindeutig auf den Erfolgszug der damals schon filmischen Waterboarding gleichkommenden, schwülstig-verklemmten und auf verrucht machenden Waschküchenphantasie 9 ½ Wochen aufzuspringen, die ihren Hauptdarsteller einst zum feuchten Traum heranwachsender oder unbefriedigter „Damen“ machte, obwohl die Rolle selbst für damalige Verhältnisse unfassbar ekelhaft und misogyn angelegt war. Aber das ist ja kaum mehr als ein harmloser Scherz gegen diese schamlose Frechheit; diese billige und trotzdem furchtbar langweilige, betäubende Wichsvorlage aus dem verstaubten Unterhöschen verklemmter und untervögelter Dauer-Jungfern (geschlechtsunabhängig), die anfangs noch so tut als würde ein Plot existieren. Der einer blutjungen Anwältin (Carré Otis, Exit in Red, seinerzeit kurzzeitig mit Rourke liiert, was zu wilden Spekulationen über die Authentizität der gemeinsamen Sexszene führte), die direkt vom Vorstellungsgespräch in New York nach Rio de Janeiro geschickt wird, um dort einen fetten Deal abzuwickeln und sofort dem betörenden K.O.-Tropfen-Charme eines bizarr skizzierten Edel-Gigolo-Ferkels verfällt (Rourke, der sich offenbar in der Rolle dieses abartigen Stechers prima gefällt). Dazu muss oder kann kaum mehr als das gesagt werden, schwer zu glauben. Aber es wird echt noch viel „besser“.

„Ich bin eben nicht sehr gut im Berührtwerden...“

Nein, dafür lässt es der selbsternannte Sex-Guru und zwielichtige Paartherapeut (grandiose Sequenz: Der reinigende Fick in der Limousine, kaum zu beschreiben) eben fernsteuernd ordentlich krachen und irgendwie sind alle auch gleich dabei, selbst wenn er in der Willy-Wuff-Maske bei einer Gruppensex-Party unserer starken Frauenfigur ans Bein pimpert und diese (immerhin jetzt noch) verstört das Weite sucht. Das ist mit Abstand der vernünftigste Moment dieses emanzipatorischen und generell am gesunden Menschenverstand vorbei rasenden Offenbarungseides. Schon beim vorangehenden, ersten Date scheinen sie sich gegenseitig in die Frisur ejakuliert zu haben (wobei Otis direkt danach wohl geduscht hat, aber wer hier die Anschlussfehler zählt hat eh nichts anderes zu tun), das folgende Schmieren-Theater voller lüstern-alberner Bums- und Erniedrigungsphantasien (die manchmal einen echt grenzwertigen, Missbrauchs-legitimierenden Rahmen ausreizen) entrückt es beinah in die Nähe einer miserablen Karikatur.

„Ich will nur, dass Sie mit Ihrer Hand auf meinen Schenkel fassen. Nur so lange, wie ich zähle.“

Stellenweise wirklich unvorstellbar, mit was für einem Müll man hier belästigt wird. Was zwischen komisch und erschreckend würdelosen, beängstigend ernstgemeinten, frauenverachtenden Spinnereien verzapft werden. Angelegt als sagenhaft unprickelnder Soft-Sex-Videoclip mit peinlichen Fremdscham-Dialogen zum Weglaufen. Mittendrin eine überforderte, beinah ausgelieferte Carré Otis, ein selbstgerechter und lächerlicher Mickey Rourke und die sich bis auf die Nippel blamierende Jacqueline Bisset (Mord im Orient Express), bei der man sich wirklich die Frage stellt, warum die sich in diesen Schlüsselloch-Fummel-Schwachsinn verirrt hat. Ab einem gewissen Punkt ist man ja Kummer gewohnt, besonders als wackerer Verfolger der Karriere eines Mickey Rourke, nur irgendwo hört der Spaß auch mal auf.

Fazit

Dreister, lächerlicher, frauenfeindlicher und obendrein völlig zusammenhangloser Stuss mit Stars am Rande der Selbstaufgabe; verpackt in billig-lachhafte Bilder und garniert mit absurder wie oftmals eher erschreckender Situationskomik, die ein ganz schreckliches Rollendenken als selbstverständlich voraussetzt. Der richtige Schwanz knackt auch die schwierigsten Weiber…und am Ende freuen sie sich noch drüber. Es ist eine Ehre. Ne, es ist erbärmlich. Furchtbar, ganz, ganz furchtbar.

Autor: Jacko Kunze

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