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US-amerikanische Komödie aus dem Jahr 1993. Das Ex-Agenten-Duo Jane und Jefferson Blue fährt mit dem gemeinsamen Baby in den Urlaub nach New Orleans. Doch dort können sie ihren Ruhestand nicht genießen. Schließlich müssen sie die tschechische Waffenhändlerin Paulina Novacek festsetzen.

Kritik

Es gibt Filme, die unverkennbar von der ersten Sekunde an ihrem Entstehungszeitraum zuzuordnen sind. Das kann positiv wie negativ sein. Denn jede (Teil)Dekade hatte ihre unverwechselbaren Höhen und Tiefen. Die Frage ist bei solch eindeutigen Exemplaren nur, ob sie der Sonnen- oder Schattenseiten angehören. Undercover Blues – Ein absolut cooles Trio ist eine ganz klassische Früh-90er Komödie. Recht prominent besetzt. Allerdings mit Stars, die sich in den 80ern deutlich wohler fühlten, da ihre Karriere da noch bergauf ging. Betont lässig und cool, dabei aber eigentlich unfassbar bieder und stocksteif, da man irgendwie noch nicht begriffen hatte, wo denn der neue Trend hingeht. Das Resultat rutschte damals noch weitestgehend als halbwegs solide Stangenware durch, Stand jetzt kann man sich das selbst mit gutem Willen kaum noch angucken. Das ist ein „Musterbeispiel“ für furchtbar schlecht gealtertes Belanglos-Kino, mit dem man heutzutage nicht mal mehr die Nostalgie-Abteilung im Film-Regal noch mit gutem Gewissen auspolstern möchte.

Auch wenn der Kalte Krieg schon längst erfroren ist, irgendwo schwirren immer noch verwirrte Ostblock-Terroristen mit nuklearem Spreng-Gedöns rum (auch da sehnt man sich so sehr an die 80er). Das Top-Spionage Ehepaar Jeff (Dennis Quaid, Midway – Für die Freiheit) und Jane Blue (Kathleen Turner, Serial Mom – Warum lässt Mama das Morden nicht?) ist eigentlich in Elternzeit, wird aber auf den Knien angefleht, sich doch noch etwas Agenten-Zeit für einen internationalen Zwischenfall zu nehmen. Speziell Jeff juckt es eh in den Fingern, legt er sich doch aus Langeweile schon mit dem Gernegroß-Straßenräuber „Muerte“ (Stanley Tucci, Spotlight) an. Diese Witzfigur ist wenigstens anfangs noch ganz amüsant, aber selbst das wird so schnell mausetot geritten, es ist ein einziges Armutszeugnis. Alles andere ist schon grundsätzlich furchtbar antiquiert und ermüdend. Dennis Quaid grinst sich verzweifelt durch einen Plot, der wirkt wie beim Drehbuch-AG-Brainstorming einer 5. Klasse entworfen.

Auf ein bis zwei flott ausgepumpten Running-Gags wird lange hilflos herumgetrampelt, der Rest vom Schützenfest ist kaum als Komödie wahrzunehmen. Die Figuren wirken wie aus einer billigen Zeichentrickserie entflohen, der „Wortwitz“ könnte kaum einfallsloser sein und selbst als kurzweiliger Unsinn ist das nicht ansatzweise tragbar. Dieser Film langweilt nicht nur penetrant, er nervt zudem noch unangenehm. Eben weil er auch stellvertretend ist für eine zurecht gerne ignorierte cineastische Etappe und diese recht deutlich verkörpert (immerhin als Mahnmal von Wert). Als man ganz unvorteilhaft zwischen den 80ern und 90ern klebte und nicht gecheckt hat, warum z.B. die Police Academy-Reihe nur noch furchtbarer wurde oder Wieder Ärger mit Bernie nicht an den Erfolg des herrlichen Vorgängers anknüpfen konnte. Für Veteran Herbert Ross (Der Untermieter, Footlose, Das Geheimnis meines Erfolges) sollte es sein vorletzter Film sein und man muss leider attestieren: Wegen deutlicher Überschreitung des Haltbarkeitsdatums schon längts überfällig. Heute deshalb nur noch ungenießbarer.

Fazit

Ein zurecht fast vergessenes Relikt der frühen 90er, trotz seines prominenten Personals. „Uncooler“ kann ein Film kaum altern. Damals war der – aus welchem Grund auch immer – noch in aller Munde. Völlig unverständlich bei heutiger Sichtung. Es gibt halt diese Kinder ihrer Zeit, bei denen man auch jetzt noch ihren Erfolg wenigstens nachvollziehen kann. Selbst das erschließt sich kaum bis gar nicht.

Autor: Jacko Kunze

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