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Ein ganzes indisches Dorf ist stolz auf einen jungen Mann, den es Mitte der 80er-Jahre nach Amerika zieht. Detailliert und zuverlässig schickt er Briefe an die Daheimgebliebenen, um ihnen seine Eindrücke zu schildern. Doch eines Tages kommen auf einmal keine Briefe mehr an und niemand weiß warum. Der kleine Bruder des Verschwundenen, Rama, und dessen bester Freund Lalu machen sich gemeinsam auf den Weg, um die Spur von Ramas Bruder nachzuverfolgen und ihn wiederzufinden...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Umrika“, so heisst Amerika auf Hindi. Ein Name, der Hoffnung macht. Hoffnung auf ein besseres Leben, auf neue Perspektiven. Das gilt wohl ganz besonders, wenn man in einem kleinen Dorf in den indischen Bergen aufwächst. Es ist ein zeitgemäßer Kontext, in den Regisseur und Weltenbummler Prashant Nair („Delhi in a Day“) seine Geschichte einbettet. Doch wo in der realen Welt aktuell an zahlreichen Orten die Flucht die einzige Chance auf das eigene Überleben darstellt, wird in „Umrika“ geträumt.

Ohne sich über seine Protagonisten lustig zu machen wirft Nair einen gekonnten und cleveren Blick auf die Art und Weise, wie wir uns Vorstellungen von fremden Orten machen. So wie die meisten von uns eine vage Idee von Indien im Kopf haben, die vermutlich mit bunten Kleidern, fröhlichem Gesang und einer Menge Schattenseiten aufwartet, stellen sich die Menschen in „Umrika“ Amerika vor. Es wird nachgeahmt, imitiert und mitverfolgt, was dort vor sich geht. Prashant Nair nähert sich dieser Thematik feinfühlig an und erklärt das Träumen und die Sehnsucht nicht zu etwas negativem. Ebenso inszeniert er im Verlauf des Films Mumbai als pulsierende, blühende Metropole und gleichzeitig bedrohliches Milieu. Als Zuschauer staunt man über die Bilder, die völlig kitschbefreit daherkommen. Sowieso sieht „Umrika“ bezaubernd schön aus mit seinen satten Farben und den kunstvoll eingefangenen Momenten.

Getragen wird der Film von seinen Darstellern, und die überzeugen durch die Bank weg. Suraj Sharma („Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger“) glänzt in der Hauptrolle und spielt gekonnt den Underdog der Familie, der sich nach und nach abnabelt und zu einer eigenständigen Person mausert. Mimik und Gestik sind wundervoll nuanciert und oft sagt er mit einem Blick mehr als es jeder mögliche Dialog ausformulieren könnte. Besonders zu Beginn hat er mit Smita Tambe („Tukaram“), die seine Mutter spielt, einen ausdrucksstarken Gegenpart. Tony Revolori („Grand Budapest Hotel“) hat eine relativ kleine Nebenrolle, agiert aber als wunderbarer Zusatz zu Sharmas Figur. Die Darsteller sind dann auch dafür verantwortlich dass man dranbleibt, selbst wenn die Story stellenweise ein wenig lahmt. Abschließend sei noch angemerkt, dass die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen ist. Man hat auf die klischeebehafteten und dezent nervigen pseudo-indischen Akzente verzichtet, die sonst so gerne zum Einsatz kommen.

Fazit

Eine ruhige Geschichte, getragen von überzeugenden Darstellern und eingefangen in wunderschönen Bildern: „Umrika“ lädt zum Träumen ein. Wer Indien mal aus anderer filmischer Perspektive erleben möchte, der darf hier gerne zugreifen.

Autor: Sandra Scholz

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