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Ein Comedian will sich als seriöser Schauspieler versuchen, doch seine Verlobte, ein Sternchen des Realtiy-Fernsehens, überredet ihn dazu, die gemeinsame Hochzeit in ihrer Sendung zu übertragen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Glaubt es oder nicht, aber Chris Rock hatte mal Feuer. Hierzulande ist der afroamerikanische Schauspieler vor allem durch Auftritte neben Adam Sandler und Kevin James in den „Kindsköpfe“-Filmen bekannt geworden, also eher biedere Produktionen für einen familientauglichen Massenmarkt. Doch Rock stammt eigentlich aus der New Yorker Stand-Up-Szene. Einst brach er mit seinen Solo-Programmen Zuschauerrekorde und dies meist mit sehr scharfzüngigen, politischen wie gesellschaftskritischen Witz. 2005 moderierte er sogar die Oscar-Verleihung und sorgte mit seinem losen, direkten Mundwerk für eine wunderbare Show, aber auch für geschockte wie beleidigte Gesichter bei der Academy. Heutzutage scheint es fast so, als ob Rock nur noch ein Schatten seiner selbst ist, ein Ausgebrannter der lustlos mit seinem Komikerfreunden von einst nichtssagende, konforme Komödien abliefert. Doch irgendwo im Inneren scheint noch eine kleine Flamme zu lodern, die in Chris Rocks neuem Film „Top Five“ nun wieder etwas Sauerstoff erhält.

Top Five“ erzählt auf dem Papier zwar die Geschichte eines Komikers namens Andre Allen, der seine eigene Identität verloren hat, doch die Gemeinsamkeiten und Verbindungen zu Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Rock sind unübersehbar. Rock thematisiert hier sein eigenes Leben. Das macht er mit großer Offenheit und teils schonungsloser, komödiantischer Radikalität. Andre Allen, der früher für seinen bissigen Spot bekannt war und nun als „Hummy the Bear“ zielgruppenorientiertes Blockbusterkino abliefert, ist faul geworden. Das große Geld, die Aufmerksamkeit der Medien und vor allem das eigene Ego haben ihn fortgetrieben von seinen Wurzeln. Statt wirklich etwas zu sagen, fungiert er als Marionette. Andre ist clever genug das zu erkennen. Sein Vorgehen gegen die eigene Instrumentalisierung war früher der Alkohol, nun ist es bleierne Akzeptanz. Dass ausgerechnet eine Journalistin (Rosario Dawson) diese ins Wanken bringt, in dem sie Andre einen Tag begleitet ist gewiss dramaturgisch eher weniger imposant, ermöglicht es der Figur des Andre aber sich zügig all seinen Problemen und inneren Dämonen zu stellen.

Im Grunde ist „Top Five“ eine Symbiose aus schonungsloser Beichte, leichter Sommerkomödie und künstlerischer Bestandsaufnahme. Chris Rock hinterfragt hier seine eigene Karriere und findet mehr Schlechtes als Gutes, was er allerdings nutzt, um zum einen dramatische Situationen und Szenen zu genieren, zum anderen sich selbst einem entlarvenden Spott auszusetzen. „Top Five“ erweist sich dabei als äußerst ehrlich, auch wenn Chris Rock immer wieder beherzt zu Schwärmereien greift, die allerdings immer einen durchaus wahrhaftigen Kern besitzen. Man könnte Rocks Abrechnung mit dem eigenen Ego, der Karriere sowie den Regeln des Show Business als bodenständigere Variante von Iñárritus „Birdman“ bezeichnen, auch wenn „Top Five“ weit von dessen Kunstfertigkeit entfernt ist. Dafür wird Rocks Film aber niemals Opfer seiner eigenen Zielsetzung und besitzt nicht diesen streberhaften, filmischen Ausdruck der Besserwisserei. Dazu verfügt Chris Rock hier über eine deutlich spürbarere und vor allem ehrlichere Fallhöhe als Michael Keatons Alter Ego.

Fazit

Chris Rocks Komödie ist unterhaltsame wie durchaus kritische Selbstreflexion und satirischer Blick auf die amerikanische Unterhaltungsindustrie in einem. „Top Five“ ist Rocks „Birdman“. Und auch wenn dieser weitaus filigraner uns kunstfertiger ist, so erweist sich Rocks scharfzüngiges Selbstporträt doch als weitaus ehrlichere und belastender Bestandsaufnahme eines gefallenen Stars. Einen Hang als Zuschauer zu (selbstreferenziellen) Chris Rock sollte man allerdings mitbringen.

Autor: Sebastian Groß

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