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Quelle: themoviedb.org

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Ein paar Kinder entfesseln versehentlich ein mysteriöses Gas, das auf einem nahen Friedhof die Toten auferstehen lässt. Die nun herumziehenden Zombies haben es auf die Gehirne der Einwohner der kleinen Stadt abgesehen...

Kritik

Mit dem im Jahr 1985 erschienenen The Return of the Living Dead gab Dan O‘Bannon sein Regiedebüt und legte damit zugleich einen Achtungserfolg hin. Mit Return of the Living Dead gelang es ihm, eine Horrorkomödie zu inszenieren, die durch Witz wie auch Originalität glänzte. Auch heute noch zählt sein Regiedebüt zu den besten Zombiefilmen überhaupt. Drei Jahre später sollte eine Fortsetzung folgen, für die Ken Wiederhorn auf dem Regiestuhl Platz nahm. Für Wiederhorn war dies nicht der erste Ausflug ins Zombiegenre, denn mit dem von ihm inszenierten Film Shock Waves ließ er bereits Ende der 70er-Jahre Peter Cushing (Frankensteins Fluch) sowie John Carradine (Die Zehn Gebote) auf Nazi-Zombies treffen. Return of the Living Dead: Part 2 fand im Jahr 1988 seinen Weg in die Kinosäle. Etwas, dass man über das Publikum nicht so wirklich sagen kann. Infolgedessen sollte Wiederhorns Werk bei einem Budget von etwas mehr als 6 Millionen USD lediglich knapp über 9 Millionen USD einspielen. Dass ein ausbleibender Erfolg an den Kinokassen sowie Ablehnung bei Kritikern allerdings nicht zwangsläufig mit mangelnder Qualität gleichzusetzen ist, dürfte allerspätestens sein John Carpenters The Thing bekannt sein.

Return of the Living Dead: Part 2 handelt von durch Giftgas reanimierten, nach Gehirn gierenden Untoten, die über ein Städtchen herfallen. Auch wenn es sich dem Titel nach um eine Fortsetzung handelt, steht der Film für sich allein. Vorwissen wird nicht benötigt. Dabei befolgt Wiederhorns Film (genauso wenig, wie es der Vorgänger tat) nicht die ungeschriebenen Regeln der Zombiedarstellung, bei der selbige langsam schlurfend und mit stark eingeschränkter Motorik vom bloßem Fresstrieb angetrieben werden. Stattdessen haben die Zombies hier die Fähigkeit, sich zu artikulieren, während sie in ihren motorischen Fähigkeiten höchst ambivalent erscheinen. Wo der eine Untote grunzend herum schlurft, ist ein anderer in der Lage ein Funkgerät zu bedienen oder gar Auto zu fahren. Selbst abgetrennte Körperteile können in Wiederhorns Werk noch ein Eigenleben führen, weswegen ein Unterleib schon mal ohne den entsprechenden Torso eigenständig durch die Gegend torkelt oder aber eine abgetrennte Zombiehand (ganz im Stile von dem lediglich ein Jahr älteren Tanz der Teufel 2) noch angreifen kann.

„Es ist, als wäre ich schon einmal hier gewesen. Als wenn ich das schon mal geträumt hätte. Dich, mich, die da.“

Ein Blick auf den Handlungsverlauf offenbart direkt eines der Probleme des Films, welches für das schwache Abschneiden an den Kinokassen verantwortlich sein könnte: Return of the Living Dead: Part 2 erinnert inhaltlich frappierend an O’Bannons Werk. Schon wieder wird ein Fass mit dem Giftgas Trioxin geöffnet, erneut spült Regen das Trioxin in den Boden eines nahegelegenen Friedhofs, einmal mehr erheben sich die Körper längst Verstorbener, wieder wurde das Giftgas auch von Lebenden eingeatmet und abermals wird eine Stadt von Zombies überfallen. Doch Wiederhorn setzt noch einen drauf. Er bringt mit James Karen (Wall Street) sowie Thom Mathews (Nemesis) zwei Darsteller zurück, die bereits in Teil 1 Hauptfiguren verkörperten. Allerdings nicht etwa deshalb, weil sie aufgrund vergangener Erlebnisse routiniert im Umgang mit Zombies wären und nun den Tag retten, sondern als komplett andere Charaktere. Ganz so, wie es die Anthologie-Serie American Horror Story handhabt, wenn dort viele der DarstellerInnen in den verschiedenen Staffeln neue Rollen bekleiden. Statt Mitarbeiter eines medizinischen Versandlagers sind die beiden nun Grabräuber, wobei ihre Persönlichkeiten nicht unähnlich angelegt wurden. Auch Jonathan Terry fand den Weg in die Fortsetzung, um abermals einen Colonel zu verkörpern. Aufgrund dieser auffallenden Ähnlichkeit zu Return of the Living Dead wirkt Wiederhorns Film vielmehr wie ein Reboot als wie eine (lose) Fortsetzung. Ähnlich wie bei Sam Raimis Tanz der Teufel 2. Nur dass dort Rechteprobleme mitverantwortlich waren und der Film, neben der im Vergleich zu Tanz der Teufel veränderten Tonalität, noch um neue Aspekte und frische Ideen angereichert wurde. Etwas, dass man von Return of the Living Dead: Part 2 nicht wirklich behaupten kann. Für einen selbst spielt dies allerdings primär nur dann eine Rolle, wenn man bereits den Vorgänger gesehen hat und die Handlung sowie Hauptdarsteller noch gut im Gedächtnis verankert sind. Allen anderen sind die Überschneidungen vermutlich herzlich egal.

„Ok. Ich glaube, die mögen nur Gehirn, also lassen sie dich vielleicht in Ruhe.“

Statt mit seinem Film auf elektrisierende Spannung zu setzen, stand Wiederhorn der Sinn nach spaßiger Unterhaltung. Bereits der Vorgänger war von zahllosen komödiantischen Einfällen durchzogen, ließ jedoch (insbesondere im letzten Drittel) noch Raum für Ernsthaftigkeit sowie gar kritische Töne. Return of the Living Dead: Part 2 verzichtet auf Letzteres und ergießt sich stattdessen regelrecht in Albernheiten. Doch auch hier gilt: Wer den Vorgänger nicht kennt, wird diese inhaltliche Simplifizierung nicht stören. Die Bandbreite der in Return of the Living Dead: Part 2 zum Einsatz kommenden Narreteien reicht dabei von wiederkehrendem hysterischem Gekreische über Zombies, die sich von einem Aerobic-Video ablenken lassen, bis hin zu einer sehr kurzen „Tanzeinlage“ eines Zombies, der sowohl optisch als auch von den Bewegungen Michael Jackson in Thriller nachempfunden wurde. Weitere Gags zieht der Film aus der schieren Unzerstörbarkeit der Zombies und deren Fähigkeit zu sprechen. Nennenswert spannend fällt Wiederhorns Werk dabei zwar nicht aus und auch die Horroraspekte sind mehr oder minder non-existent, im Gegenzug vermag es der knapp 80-minütige Film jedoch mit einem recht hohen Tempo sowie der Abwesenheit von zähen Passagen aufzuwarten. Begleitet wird das heitere Treiben zudem von einem angenehm rocklastigen Soundtrack. Ob beziehungsweise wie viele der Gags letztendlich zünden, hängt wie so oft vom eigenen Sinn für Humor ab. Im Falle von Return of the Living Dead: Part 2 ist es hilfreich, wenn man ein Herz für Klamauk, um nicht zu sagen infantile Späße hat. Doch auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, überschüttet einen der Film im Minutentakt mit derart vielen Albernheiten, dass schon allein durch das Gesetz der Wahrscheinlichkeit der ein oder andere Lacher quasi garantiert ist.

"Toll, ich bin noch nicht einmal mit der Grundschule fertig und da soll ich schon sterben?!"

Ein weiterer Grund für das dereinst schlechte Abschneiden an den Kinokassen könnte die angepeilte Zielgruppe sein. Denn wo O’Bannon mit dem Vorgänger (ungeachtet der Vielzahl an komödiantischen Einlagen) noch klar auf ein erwachsenes Publikum abzielte, macht es den Eindruck, als hätte Wiederhorn einen Film im Stil von Joe Dantes im Jahr 1984 erschienenen Film Gremlins drehen wollen. Eine Horrorkomödie, die gerade noch so als familientauglich bezeichnet werden kann und sich auch an ein jüngeres Publikum richtet. Für diese Annahme würden sowohl die zahlreichen, fast kindlichen Albernheiten als auch die Entscheidung, die Hauptfigur von einem Kind (ein braver, aufgeweckter Junge, der von den Nachbarsjungen drangsaliert wird) bekleiden zu lassen sprechen. Gleichzeitig fand allerdings auch die ein oder andere Gewaltszene sowie manche für Kinder eventuell doch zu gruselige Zombiemaske ihren Weg in den Film. Entsprechend bekam der Film, anders als Gremlins, in Amerika keine PG-13-Freigabe sondern ein R-Rating. Somit war Wiederhorns Werk erst Personen ab 17 Jahren zugänglich. Der Blick auf die Einspielergebnisse lässt daher die Annahme zu, dass sich diese Altersgruppe wiederum von der Heiterkeit und der kindlichen Hauptfigur nicht sonderlich angesprochen fühlte. Wer weiß, hätte sich Wiederhorn für eine ältere Hauptfigur sowie mehr blutige Effekte entschieden, hätte sein Film ein früher Braindead werden können. Denn sowohl die Maskenarbeit als auch die praktischen Spezialeffekte sind dem SFX-Team sehr gut gelungen. Sie muten daher aus heutiger Sicht nicht einfach nur aufgrund ihres Alters charmant an, sondern können tatsächlich überzeugen. Auch wenn es sich nach wie vor nicht erschließt, wie um alles in der Welt es möglich sein soll, dass Zombies durch einen simplen Biss in die knöcherne Schädeldecke an das darunter liegende Hirn kommen können.

Fazit

Isoliert betrachtet ist „Return of the Living Dead: Part 2“ aus heutiger Sicht ein schöner Ausflug in die 80er-Jahre, der mit guten Effekten, hohem Tempo sowie einer unbeschwerten Leichtigkeit durchaus gut zu unterhalten vermag. Insbesondere dann, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Die Anzahl der komödiantischen Einlagen ist verdammt hoch, wobei die Späße meist eher infantil gehalten sind. Ob das gefällt, ist Geschmackssache. Gegen den Vorgänger zieht „Return of the Living Dead: Part 2“ im direkten Vergleich allerdings den Kürzeren. Nicht nur, dass dessen Handlung mehr oder minder bloß nacherzählt wird, die Fortsetzung fällt gleichwohl weniger bissig als auch facettenreich aus. Wer den Vorgänger allerdings nicht kennt oder mit der Inhaltsgleichheit leben kann und schlichtweg Freude an handwerklich gut gemachten Zombiefilmen hat, darf sich auf kurzweilige, klamaukige Unterhaltung freuen.

Autor: Constantin Wieckhorst

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