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Inhalt

Der Farmer und Bürgerkriegsinvalide Dan Evans steht kurz vor dem endgültigen Scheitern: Sein Land leidet unter der Dürre, er ist hoch verschuldet und er sinkt beständig in der Achtung seiner Familie. Während er verzweifelt einen letzten Versuch unternimmt, die Tilgung seiner Schulden aufzuschieben, wird er Zeuge der Verhaftung des berüchtigten Banditen Ben Wade, der kurz zuvor mit seiner Bande einen Geldtransport der Eisenbahngesellschaft überfallen hat. Dieser soll nun zur Eisenbahnstation in das einige Tage entfernte Contention gebracht werden, von wo aus der Zug zum Gefängnis in Yuma fährt. Kurzentschlossen meldet sich Evans freiwillig als Begleiter, um mit dem Lohn seine Farm retten zu können. Gefahr droht dabei nicht nur von Wades Bande, die unter der Führung des unbarmherzigen Charlie Prince die Verfolgung der Gruppe aufnimmt. Auch Wade selbst, obgleich äußerlich harmlos und freundlich, bleibt eine tödliche Gefahr ...
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Kritik

Exakt 50 Jahre nach Zähl bis drei und bete wurde dieser Western-Klassiker mit einem Remake versehen. Todeszug nach Yuma von James Mangold (Logan – The Wolverine) ist dabei nicht nur eine erneute Adaption der Kurzgeschichte von Elmore Leonard, sondern bezieht sich unübersehbar ganz konkret auf die erste Verfilmung von 1957, in der Glenn Ford und Van Heflin sich ein Psychoduell lieferten, bei dem die eigentlich glasklaren Grenzen zwischen Gut und Böse zusehends verschwommen. Ein mutiges Vorhaben, dieses Remake, schließlich genießt der Film einen ausgezeichneten Ruf und darf ohne Umschweife als einer der besten Western seiner Generation betitelt werden. Um eines vorwegzunehmen: Dafür fällt das Resultat erfreulich positiv aus.

Todeszug nach Yuma ist nicht nur von seinen Mitteln eine zeitgemäße und aufwändige Version des Originals, er erweist sich als respektvoll und ehrfürchtig ihm gegenüber. Indem er am Kern der Geschichte nichts Entscheidendes verändert, teilweise ganze Dialogzeilen Wort für Wort übernimmt. Das ließe sich womöglich als Einfallslos und Raubbau bezeichnen, vielmehr darf es wohl als Tribut an dessen Qualität betrachtet werden. Wenn es diesbezüglich nichts zu verbessern gibt, warum dann daran herumschrauben? Eine reine Kopie springt dabei Gott sei dank auch nicht heraus. Der Plot wird durch mehr Figuren, zusätzliche Handlungsstränge und einen vorher so nicht existenten Vater-Sohn-Konflikt erweitert, was durchaus seine Vorzüge besitzt und dem Film (ansatzweise) eine eigene Identität gibt. Wobei dadurch die stringente Fokussierung auf die beiden Hauptcharaktere etwas abgeschwächt wird, was bei Zähl bis drei und bete fast schon eine beklemmende Note besaß. Dieser Film wirkt nicht so „eng“, so luftraubend, so intensiv in seiner Psychologie. Was besonders im Finale auffällt. Die Entwicklung der Figuren ist zwar sehr ähnlich, beinah identisch, allerdings weniger nachvollziehbar und glaubhaft. Die urplötzlich innige Männerfreundschaft wirkt zu ruckartig und extrem dargestellt, auch da generell nun ein Hang zur Überdramatisierung auszumachen ist.

In seinem vom Saulus zum (naja, nicht ganz) Paulus-Effekt deutlich zu dick aufgetragen, in seiner Inszenierung dafür ohne Fehl und Tadel. James Mangold bestätigt sich abermals als äußerst kompetenter Handwerker, der auf kein spezifisches Genre begrenzt ist. Sein bisher einziger Western (auch wenn der letzte Ritt des Wolverine diesem natürlich sehr nahe war) überzeugt fachlich auf allen Ebenen und ist rein für sich genommen ein Highlight einer recht selten gewordenen Filmgattung. Russell Crowe (Die Mumie) und Christian Bale (Vice: Der zweite Mann) sind in Bestform und auch der restliche Cast ist bestückt mit interessanten und gerne gesehen Gesichtern aus der zweiten Reihe (mal wieder bestechend: Ben Foster, Hell or High Water). Bis zu seinem theatralisch leicht übermotivierten, allerdings formell ebenso hervorragend arrangierten Showdown, nahezu ohne gewichtige Kritikpunkte. Bis auf die nicht zu leugnenden Tatsache, dass es eben „nur“ ein Remake ist, welches wegen seiner (gewollten) Nähe zum Vorbild eben auch nicht viel mehr ist als eine moderne Wiederaufführung mit zusätzlichen Szenen. Aber wenn schon, dann doch bitte so.

Fazit

Das Original bleibt unerreicht, aber „Todeszug nach Yuma“ ist keinesfalls eines dieser Remakes für die stille Treppe. Der exzellente Plot des Klassikers wird bewusst beibehalten und hier und da lediglich etwas ergänzt und erweitert, mitunter sogar sinnvoll, obgleich dadurch leicht in seiner subversiv-ambivalente Note abgemildert und am Ende nicht mehr so schlüssig. Nichtdestotrotz absolut sehenswert und ausgezeichnet in Szene gesetzt. Als moderne Alternative zu einem Meisterwerk hat man es auch nicht leicht. Dafür wird sich beachtlich verkauft, allein das muss man bereits lobend anerkennen.

Autor: Jacko Kunze

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