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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Chicago um 1930. Kleingauner Johnny Hooker und sein schwarzer Partner erleichtern unwissentlich den Geldkurier des mächtigen Unterweltbosses Lonnegan. Der lässt Johnnys Partner ermorden. Johnny wendet sich an den abgehalfterten Gauner Gondorff. Sie fädeln einen raffinierten Racheplan ein, setzen auf Lonnegans Wettleidenschaft. Mit Kollegen, die von Lonnegan reingelegt worden sind, errichten sie ein falsches Wettbüro.

Kritik

Ein Stück Kinogeschichte ist er inzwischen, Der Clou von George Roy Hill (Garp und wie er die Welt sah), in dem er sein erprobtes Duo aus Butch Cassidy und Sundance Kid wieder zusammenführt. Robert Radford (Der große Gatsby) und Paul Newman (Haie der Großstadt) lassen zu den mindestens so populär wie der Film gewordenen Ragtime-Interpretationen von Marvin Hamlisch ihr riesiges Charisma tanzen und harmonieren fast schon unheimlich selbstverständlich. Den großen Klassikerstatus zieht er sich natürlich auch aus dem warmen Oscarregen 1974, als gleich 7 Goldtrophäen geködert werden konnte. In den vier Nebenkategorien Musik, Schnitt, Ausstattung und Kostüm-Design zweifellos Königsklasse, über die drei wichtigsten Preise Film, Regie und Originaldrehbuch muss nicht zwingend, aber darf gerne auch diskutiert werden.

Der Clou ist ähnlich gewieft und ausgepufft im flächendeckenden Vermeiden von ernsthaften Kritikpunkten und Antipathien wie seine Figuren in ihren Schwindeleien. Es fällt wahrlich schwer, diese smarte, lässig geklimmperte Gauner-Posse nicht mögen zu können. Nachdem die New-Hollywood-Ära mit ihrem ungewohnt schroffen Tonfall das Kino neu belebt hatte, findet George Roy Hill geschickt die Lücke zwischen modernem, cleveren Anti-Helden-Heist-Movie und gleichzeitig einem fast romantischen Rückfall in alte Zeiten. Eine Hommage an klassisches, sauberes Ganovenkino nach den düsteren Zeiten des Film Noir. In dem schlitzohrige Sunnyboys nichts wirklich Böses tun, nur die richtig schlimmen Jungs übers Ohr hauen und der kluge Kopf wichtiger ist als eine geladenen Waffe. Fast schon Retro, dennoch frisch, spritzig und im erzählerischen Tonus modern-flott positioniert sich der Film derartig abgebrüht (und bis ins Letzte kalkuliert) zwischen den Stühlen, dass ringt einem großen Respekt ab. Somit wären die streitbaren Oscars doch voll gerechtfertigt? 50:50, das typische Jein.

Erstklassig präsentierter und vorgetragener Mainstream. Detailversessen, bestechend besetzt und von hohem Unterhaltungswert. Das Skript aufgebaut wie der dargestellte Schwindel selbst: In einzelne Akte unterteilt, mit guten Einfällen und immer wieder auftauchenden Hindernissen versehen, die mit einem verschmitzten Lächeln spielend übersprungen werden, auch wenn es erst nicht den Eindruck erwecken soll. Das gehört zum Abrakadabra-Flair, das hier bewusst ausgereizt wird. Eigentlich glaubt niemand, dass da was schief laufen könnte – auch wenn die Aufgabe schier unmöglich scheint -, aber man lässt es den Zuschauer gerne für möglich halten. Das funktioniert, wenn man mitspielen will. Und am Ende weiß man trotzdem, dass alle Sorge umsonst war. Denn das ist nur eine enorm effektive Show. Quasi höchst professionelle Augenwischerei. Die Geschichte macht Spaß, ist für seinen gewollten Effekt richtig schlau strukturiert und das positive Gegenbeispiel für das, was bei modernen, ähnliche gelagerten (und eindeutig von ihm inspirierten) Filmen oft in die Hose geht. Weil sie nur auf eine bräsigen Hoppala-Twist hinarbeiten und hinterher so tun, als wäre das ein brillanter Masterplan. Der Clou verfährt grob nach gleichem Muster, mit entscheidenden Unterschieden: Man kann tatsächlich und vor allem man will ihm das alles abnehmen. Theoretisch machbar, praktisch glücklich, was soll’s?

Fazit

Das soll keine Schmähung eines sehr guten Films sein, nur für leichte und wichtige Bodenhaftung sorgen. Als hervorragend geschnürtes Entertainment-Paket zurecht ein Klassiker, aber niemals einer der besten Filme überhaupt, auch wenn er irgendwie jetzt schon in diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird. Ein fast perfektes Beispiel für zeitlose Unterhaltung mit Stil darf ihm aber durchaus attestiert werden.

Autor: Jacko Kunze

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