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Quelle: themoviedb.com

Kritik

2010 gelang Ausnahmeregisseur Tetsuya Nakashima mit der Romanverfilmung "Geständnisse" ein kleines Meisterwerk, dass von Japan sogar für den Oscar vorgeschlagen wurde. Gut 4 Jahre später nimmt sich Regisseur Yoshihiro Nakamura ("Golden Slumber", "The Foreign Duck, the Native Duck and God in a Coin Locker") ebenfalls einem Roman der Geständnisse-Autorin Kanae Minato an. Leider könnten die Filme qualitativ unterschiedlicher kaum sein. "The Snow White Murder Case" ist als Roman eine gute Mediensatire, verkommt in Filmform aber zum unterhaltsamen Klamauk.

Yuji Akahoshi (Go Anayo) arbeitet bei einem Boulevard TV-Sender. Eines Tages stößt er auf einen rätselhaften Mordfall – den "Snow White Murder Case". Die wunderschöne Noriko Miki (Nanao), angestellt bei Hinode Cosmetics, wurde brutal ermordet. Alle Indizien weisen auf eine klare Täterin hin – das Mauerblümchen der Firma Miki Shirono (Mao Inoue). Yuji fängt an zu ermitteln und befragt dabei Arbeitskollegen, Klassenkameraden, Bekannte und Familienmitglieder der potentiellen Täterin. Dabei macht er keinen Hehl daraus, seine fragwürdigen Informationen sowohl im Internet als auch über das Fernsehen zu verbreiten. Ein wahrer Shitstorm bricht gegen die junge Frau los, doch ist sie wirklich die Täterin?

"The Snow White Murder Case" ist nicht "Geständnisse". Wer also beim neuen Streifen von Nakashima einen ebenso guten Film erwartet, wird herbe enttäuscht. Das hängt nicht nur mit den Buchvorlagen zusammen, die inhaltlich kaum vergleichbar sind, sondern auch mit dem unterschiedlichen Stil der Regisseure. Während Nakamura immer sehr viel Wert auf außergewöhnliche und einmalige Optik legt, nutzt Nakashima bis auf ein paar technische Spielereien seine Fähigkeiten kaum aus. Außer den Twitter Posts des Protagonisten und die Antworten darauf, die immer wieder eingeblendet werden, hätte der Film inszenatorisch kaum langweiliger und einfallsloser ausfallen können. Das hat man vom Regisseur schon deutlich besser gesehen!

Auch storytechnisch ist "The Snow White Muder Case" keine Offenbarung. Die Geschichte ist zwar durchaus interessant und eignet sich für einen netten Film für zwischendurch, fällt mit 2 Stunden aber deutlich zu lange aus. Der Film verliert sich  immer wieder in seiner Erzählstruktur, die sich zwar gut für einen Roman, nicht aber für einen Film eignet. Neben nervigen Wiederholungen und vorhersehbaren Twists wirkt die Handlung größtenteils auch noch unglaubwürdig. Zuweilen kann sich der Film auch nicht entscheiden, ob er nun ernstes Drama und Mediensatire oder doch lieber banale Komödie sein will. Für ersteres fehlt es dem Film definitiv an Tiefgang. Die Meidensatire, die im Buch noch sehr subtil kommuniziert wird, haut Nakashima einem unentwegt um die Ohren. Für eine banale Komödie fehlt es dem Film über weite Strecken an Witz und Unterhaltungswert. Hinzu kommt die fast gänzliche Abwesenheit von Spannung, die in einem Krimi nicht vorkommen darf! Was bleibt ist ein banaler Film, der kaum mehr Gehalt hat, als eine mittelmäßige "Detektive Conan" Folge.

Darstellerisch bewegt sich der Film auch nicht gerade auf höchstem Niveau. Einzig Hauptdarsteller Go Ayano versteht es, das Publikum mitzureißen. Mit seiner charmant trotteligen Art trägt er uns gut durch den Film. Schade nur, dass die zweite Hälfte des Films komplett von Mao Inoue getragen werden muss. Sie fällt eher mit nervigem Overacting, als mit einer überzeugenden Leistung auf. Inoue ist viel zu sehr darum bemüht, das Mauerblümchen zu mimen und vergisst dabei ihrer Rolle den nötigen Tiefgang zu verleihen. Der Rest des Casts soll entweder nur gut aussehen oder wird wie Himizu Star Shota Sometani komplett verschwendet.

Fazit

Nakamuras Romanverfilmung ist ein netter Film für zwischendurch, der zu viele Chancen ungenutzt lässt und deutlich zu lang ausfällt.

Autor: Tobias Bangemann

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