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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Salvator Mundi, 2017 für 450 Millionen versteigert, ist das bis dato teuerste Gemälde der Welt. Es gilt als lange verschollenes Meisterwerk Leonardo da Vincis, doch Echtheitszweifel reißen nicht ab. Seit es von einem zwielichtigen Auktionshaus in New Orleans erworben wurde und seine Käufer unter der billigen Restaurierung meisterhafte Pinselstriche entdeckten, wurde das Schicksal des Bildes von Streben nach Ruhm, Geld und Macht bestimmt. Doch je höher der Preis, desto dringlicher die Frage nach seiner Echtheit.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Hat man einmal akzeptiert, dass Andreas Koefoeds (Ballroom Dancer) dokumentarische Spurensuche sich weniger für das titelgebende Christusbild interessiert als die sich darum entspinnenden Verstrickungen, relativiert sich dessen Mangel an analytischer Expertise. Die Authentizität des vorgeblichen Meisterwerks Leonardo Da Vincis schrumpft zur Nebensache Angesicht der exorbitanten Wertsteigerung seit dessen ominösem Debüt auf dem Kunstmarkt. Die ursprüngliche Eigentümerschaft und deren Legitimität zählen zu den auffälligen Leerstellen des enthüllenden Kunstkrimis. Der katalysiert den materialistischen Mythos des zum Politikum avancierten Schlüsselobjekts.

Dessen angesichts der strittigen Urheberschaft des durch Restauration stark veränderten Werkes umso absurdere Verkaufspreis von 450,312,500 Dollar ist antiproportional zurr ideellen Entwertung. Die erstreckt sich vom Händlergespann, das auf der Jagd nach lukrativen Objekten einen Geheimtipp witterte, über die renommierte Restauratorin mit finanziellem Interesse am gewinnbringenden Weiterverkauf zum Schweizer Mittelsmann, der sich beim Geldtransfer eines russischer Minen-Millionärs bereicherte, zur National Gallery und dem Auktionshaus Christie’s und endet beim mörderischen Saudi-Prinz Mohammed bin Salma.

Mit dem mutmaßlichen Auftraggeber Jamal Kashoggis Ermordung kulminiert die Gier nach mit dem Besitz eines Leonardo-Gemäldes verbundenen Geldwert, Macht, Status und kulturellem Prestige. Liebe zur Malerei und Ästhetik motivieren die Protagonisten so wenig wie die Besuchermassen, die sich mit gezücktem Handy an dem fraglichen Meisterwerk bei dessen medienwirksamer Präsentation vorbeischieben. Es geht nicht darum, einen echten Leonardo zu sehen, sondern zu denen zu gehören, die ihn gesehen haben - oder das, was dafür gehalten wurde.

Fazit

Das fromme Motiv des mutwillig zugeschriebenen Titelwerks ist eine der bitteren Pointen, die Andreas Koefoeds Doku ebenso unterhaltsam wie informativ machen. Oftmals verräterische Selbstdarstellungen der Akteure und prägnante Einblicke in die Strukturen eines Schattenmarkts enthüllen ein zynisches Spekulationsgeschäft. Letztes dominieren Opportunismus, merkantilistische Manipulation und das unersättliche Geld- und Geltungsbedürfnis eines Klientels, für den Kunstschätze nichts sind als markt- und machtstrategische Werkzeuge. Die kulturhistorischen Parallelen dieser Instrumentalisierung und orchestrierten Symbolpolitik fehlen indes auf dem fesselnden Entwurf.

Kritik: Lida Bach

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