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Eine Witwe geht einem Versicherungsbetrug nach, wobei ihre Recherchen sie auf die Spur von zwei Anwälten in Panama-Stadt bringen, die das weltweite Finanzsystem ausbeuten.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wer Jürgen Mossack (Gary Oldman, Die dunkelste Stunde) und Ramon Fonseca (Antonio Banderas, Leid und Herrlichkeit) sind? Zwei Anwälte, die Dreh- und Angelpunkt der sogenannten Panama-Papers-Affäre gewesen sind. Einem Märchen, das auf wahren Lügen beruht. Mittels nebulöser Firmenkonstrukte, den sogenannten Briefkastenfirmen, sorgten die beiden Männer dafür, dass Millionäre auf der ganzen Welt Steuern sparen, Haftstrafen umgehen und ihr Vermögen durch Geldwäsche bis ins Absurde potenzieren konnten. Dass internationale Finanzgeschäft ist schon damals ein derart kompliziertes Gebilde gewesen, dass sie sich relativ sicher sein konnten, dass ihnen niemand auf die Schliche kommen wird. Ein anonymer Whistleblower jedoch hat dem Saus und Braus der Steueroase im Jahre 2015 ein jähes Ende gesetzt, als er mit 11,5 Millionen entlarvenden Dokumenten an einen Journalisten der Süddeutschen Zeitung herangetreten ist.

Zu Anfang von Die Geldwäscherei erwartet den Zuschauer ein kurzer Abstecher zurück in die Grundzüge des Finanzgeschäfts. In dieser durchaus amüsanten Eröffnungssequenz dürfen uns Mossack und Fonseca erklären, wie dem klassischen Tauschhandel mit Bananen und Kühen schließlich so abstrakte Begrifflichkeiten wie Anleihen, Aktien, Pfandbriefe, Fonds, Dachfonds, Futures, Eigenkapital, Derivate, Short Calls, Margin Calls entwachsen konnten: Geld nämlich ist zu mächtig, als dass man es zu in einfachen und greifbaren Formen definiert. Steven Soderbergh (Traffic), der hier nach dem famosen NBA-Drama High Flying Bird seine zweite Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst Netflix auf die Beine gestellt hat, geht es dabei vor allem um eine Sache: Komplexe Verhältnisse möglichst begreiflich nachzuzeichnen. Der Vergleich mit The Big Short von Adam McKay (Stiefbrüder) liegt natürlich auf der Hand.

Zuweilen mag Soderberghs aufklärerische Intention mit einem Hang zum Belehrenden konnotiert sein. Dass Die Geldwäscherei aber niemals sein Publikum verspottet oder wirklich arrogant erscheint, liegt nicht nur daran, dass der Film sich immer ein gewisses Maß an Selbstironie bewahrt. Mit der Figur der Ellen Martin (Meryl Streep, Im August in Osage County), die ihren Mann durch ein Schiffsunglück verliert und daraufhin keinerlei Entschädigungszahlungen in Anspruch nehmen darf, weil hinter ihrer Versicherungspolice letztlich eine Offshore-Gesellschaft steckt, beweist die Geschichte auch ihre ungemeine Empathie für die Leidtragenden. Soderberghs Panoramablick, der sich auf den Roman Secrecy World von Jake Bernstein stützt, spart die Konsequenzen der Panama Papers in Bezug auf die kleinen Bürger nicht aus. Die Geldwäscherei ist nicht nur ein Film der Süffisanz, sondern auch ein Film über Ohnmacht. 

Ganz so geschmeidig und profund wie Adam McKays Oscar-Erfolg The Big Short ist der nicht minder starbesetzte Die Geldwäscherei letzten Endes nicht arrangiert, was sich vor allem an dem Umstand niederschlägt, dass die episodische Struktur im Verlauf der Handlung immer etwas beliebig wirkt und dem brisanten Thema durch ihre Gefälligkeit ein Stück weit an Dringlichkeit raubt. Steven Soderbrgh aber gelingt es, dem Zuschauer ein basales Wissen darüber zu vermitteln, welche Bedeutung nun eigentlich hinter den obskuren Briefkastenfirmen steht; wie ausschlaggebend diese dafür sind, um einen internationalen Korruptionsstrudel in Gang zu setzen, der vor nichts und niemandem Halt macht. Dafür verkettet das Drehbuch von Scott Z. Burns (The Report) diverse Perspektiven und untersucht die Grenze zwischen Steuervermeidung und Steuerhinterziehung, die so dünn ist, wie eine Gefängnismauer.

Fazit

Nach "High Flying Bird" darf Steven Soderbergh mit dem hochkarätig besetzen "Die Geldwäscherei" seine zweite Regiearbeit in das Netflix-Portfolio eintragen. Ganz so intensiv und weitsichtig wie das famose NBA-Drama ist die Finanzsatire letztlich nicht, dafür erscheint die Auseinandersetzung mit der Panama-Papers-Affäre gelegentlich etwas zu beliebig und gefällig. Was Soderbergh allerdings gelingt, ist, dem Zuschauer ein basales Wissen über die korrupten Vorgänger hinter den Briefkastenfirmen darzubieten – und das auf durchaus süffisante wie auch empathische Art und Weise.

Autor: Pascal Reis

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