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Nachdem eine verheerende Seuche die komplette Erde erfasste, ist einzig und allein noch der Wissenschaftler Robert Neville (Vincent Price) am Leben. Doch nach dem Tod seiner Familie sowie seiner Freunde, fing der Horror für Neville gerade erst an. Denn alle infizierten Opfer des tödlichen Virus, kehrten als wankende Vampirgestalten zurück aus ihrem Grab, um nach lebender Beute zu suchen. Drei Jahre sind nun seit der Katastrophe vergangen: Verbarrikadiert im eigenen Haus, wartet Nevill Tag für Tag auf das Sonnenlicht, um Jagd auf die finstere Gestalten zu machen, umso ihren unheiligen Leben ein für allemal eine Ende zu bereiten. Jedoch kommen Neville immer mehr Zweifel bei dem was er tut. Als dann auch noch eines Tages eine mysteriöse Überlebende auftaucht, scheint sich endgültig sein Schicksal zu erfüllen…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Basierend auf dem Science-Fiction-Roman I Am Legend von Richard Matheson, zählt The Last Man on Earth zu den vergessenen Klassikern des Horror-Genres. Denn während heute Zombies klassischer wie bekannter Weise über die Leinwand hinken und Bilder von verlassenen Städten das Genre prägen, erschuf Regisseur Ubaldo Ragona mit seinem düsteren Endzeitfilm ein Werk, welches nachhaltig kommende Filmemacher beeinflusste. Viele moderne Horror- oder Zombie-Filme nehmen bewusst (oder gar unbewusst) Bezug auf die apokalyptische Endzeitgeschichte von Matheson (der auch das Drehbuch zum Film schrieb). Zwar dreht sich die Geschichte rund um Vampire, doch durch ihre grobmotorig, das fehlende logische Denken sowie ihre Zusammenrottung, zählen die Wesen ganz klar zur Kategorie Zombie. Auch der visuelle Stil lässt sich schnell bei späteren Filmen wiederentdecken (Night of the Living Dead, 28 Days Later). Dabei war es durchaus keine Selbstverständlichkeit, dass 1964 der Film mit Vincent Price in der Hauptrolle in die Kinos kam. Ursprünglich geplant von den legendären Hammer-Studios, wurde das Projekt aufgrund einer Einstufung der britischen Zensurbehörde BBFC (die den Film als zu kontrovers betrachteten) vorzeitig an die US-Produktionsfirma AIP verkauft. Diese entschied sich dafür, dass Budget zu kürzen, als Drehort Italien zu wählen und nur ein kleine Marketing-Kampagne zu starten. Geschadet hat dies der Vampir-Jagd keineswegs, was vor allem an der grandiosen Performance von Horror-Ikone Vincent Price liegt.

In Sachen Story orientiert sich hierbei The Last Man on Earth relativ dicht an der Romanvorlage, wodurch eine tiefe wie philosophische Geschichte garantiert ist (anders als bei den Nachfolgern: The Omega Man mit Charlten Heston, I Am Legend mit Will Smith sowie I Am Omega mit Mark Dacascos). So steht die Figur des Robert Neville (im Original noch Robert Morgan) im Mittelpunkt, der täglich ums Überleben kämpft. Stets mit dem gleichen Tagesablauf, kontrolliert Neville seine kleine Festung, überprüft Strom wie Nahrung, begibt sich brutal auf die Jagd nach den Vampiren, nur um Nachts erneut Attacken ausgesetzt zu sein. Wahnsinn sowie starke Paranoia stellen sich dabei ebenso ein, wie die Frage nach dem Sinn. Passend wird das gezeigte unterdessen von der Off-Stimme von Price kommentiert. Gerade der Aspekt der Jagd, tritt nach und nach in den Fokus, wobei sich hier schnell die Frage offenbart, wer denn in dieser neuen Gesellschaft ohne Menschen das wahre Monster ist? Was für einen Plan verfolgt Neville oder bleibt er nur am Leben, um irgendwann endgültig alle Kreaturen vom Antlitz der Erde zu tilgen? Spätestens wenn dann im Finale mit Franca Bettoia eine Überlebende auftaucht, wird hier ein Schluss präsentiert, der durchaus für die eine oder andere Überraschung sorgt.

Action steht indes keineswegs im Vordergrund. Zwar wird an der einen oder anderen Stelle passend Dramatik erzeugt (natürlich im typischen 60er Jahre Stil), doch hauptsächlich lebt der Film von seinen ruhigen Momenten. Auch ist das geringe Budget der Inszenierung an vielen Ecken anzusehen. Während gerade durch die minimalistische Stimmung eine grandiose Endzeit-Atmosphäre entsteht, sorgen viele kleine Logiksachen sowie eine äußerst lange wie ausgedehnte Rückblicksequenz für einige Längen. Hier hätte es durchaus ausgereicht, wenn Regisseur Ubaldo Ragona nur auf die Videoerinnerungen von Neville zurückgegriffen hätte. Was folgt ist somit ein kleiner Stilbruch sowie insgesamt weit über 20 Minuten, die deutlich die zuvor fabelhaft aufgebaute Stimmung trüben. Interessant ist hingegen die Darstellung der Vampire. Trotz Zombieartiger Bewegungen, können diese kein Tageslicht ab, reagieren allergisch auf Knoblauch und können ihr eigenes Spiegelbild nicht ertragen. Somit ist The Last Man on Earth auf der einen Seite klassisch, auf der anderen Wegweisend sowie originell. Vielleicht ist gerade dadurch, die erste Jagd des Omega Man in Vergessenheit geraten.

Darstellerisch ist eine solche fokussierte Ein-Mann-Show unterdessen eine immense Herausforderung, die Vincent Price durch seine wahnsinnige Präsenz mit Leichtigkeit bewältigt. Schon zu Beginn sieht man ihm die Verzweiflung förmlich an. Wenn dann auch noch verrückte Sequenzen sowie kleinere Hoffnungsschimmer hinzukommen, dürfte die Leistung von Price mit zu den besten seiner ganzen Filmkarriere zählen. Zum Abschluss noch ein Wort zur deutschen Übersetzung. Diese ist kurz vor der Blu-ray Veröffentlichung in Auftrag gegeben worden und dürfte wohl zu den schlechtesten zählen, was jemals auf eine Scheibe gepresst wurde. Während Price noch halbwegs passend übersetzt wurde, bleiben alle anderen Stimmen weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ein kleines Mädchen wird da schnell mal von einer Frau gesprochen, die furchtbar ihre Stimme verstellt, der Synchronsprecher von Price übernimmt auch noch den Part des Präsidenten und alle anderen Dialogzeilen werden teils lustlos herunter gesprochen. Wer also kann, sollte unbedingt zum O-Ton greifen.

Fazit

"The Last Man on Earth" ist ganz klar ein Klassiker des Horror-Genres, der nicht nur wegweisend für das Zombie-Genre war, sondern auch durch seine Art sowie die Inszenierung viele spätere Regisseure beeinflusste. Doch über die Jahre ist das Werk von Regisseur Ubaldo Ragona ein wenig in Vergessenheit geraten. Dies ist schade, denn nicht nur Vincent Price liefert hier eine beeindruckende Performance ab, sondern auch die Geschichte kann trotz kleinerer Schwächen, auch heute noch vollends überzeugen.

Autor: Thomas Repenning

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