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Der ehrgeizige Autorennfahrer Cole Trickle will ganz nach oben. Er hat das Zeug zum Champion. Doch nach zahllosen Karambolagen und einem spektakulären Unfall fliegt Trickle aus dem Rennteam. Für einen Freund springt Cole beim berühmten Daytona-Rennen ein. Er weiß genau, dass es die allerletzte Chance ist, sein Können zu beweisen...

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Kritik

„Kontrolle ist eine Illusion!“

Die Grenzen zwischen Ästhetisierung und Fetischisierung scheinen im Kino eines Tony Scott (Der Staatsfeind Nr. 1) regelrecht zu verschwimmen und eine symbiotische Beziehung herauszustellen. Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel ist dafür wohl das bis heute beste Beispiel: Nicht nur ist Tony Scott in diesem Film daran interessiert, den halsbrecherischen Luftmanövern der Kampfflieger einen besonderen, kinetischen Wert beizumessen, indem er ihre Kraft als stählerne Blitze auf die Leinwand bannt. Die Düsenjets an und für sich unterliegen auch einer erotisierten Konnotation, so offenkundig sich Hauptdarsteller Tom Cruise (Jack Reacher 2 - Kein Weg zurück) an ihrer glattpolierten Außenhaut reibt. Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel ist eben auch die Geschichte einer hingebungsvollen Romanze zwischen Mensch und Maschine, zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Fleisch und Stahl.

Mit Tage des Donners knüpfte Tony Scott vier Jahre später an genau dieser filmischen Vision an: Erneut geht es um die begierige Beziehung von Mensch und Maschine, nur sind es in diesem Fall keine überschallschnelle Kampfflugzeuge, deren Gewandtheit sich zusätzlich von Berlins legendärer Schmalzballade Take My Breath Away eingeseift sah. Das Setting lokalisiert sich im Motorsport, genau gesagt, im Stock-Car-Rennen. Erneut präsentiert sich ein erfolgshungriger, mit dem Hang zur Heißspornigkeit ausgestatteter Tom Cruise in der Hauptrolle, der schnell lernen muss, dass Übermut auf der Rennstrecke nicht das Schlüssel zum Erfolg ist. Mögen die narrativen Wege, die Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel und Tage des Donners anwenden, um ihre Handlung (gewollt) anzutreiben, letztlich auch vollkommen verschiedene sein, so verbindet die Filme  die grelle Ebenmäßigkeit ihrer inszenatorischen Verfahren.

Auch Tage des Donners zelebriert den Rausch der Geschwindigkeit. Der Konkurrenzkampf zwischen Tom Cruise und Michael Rooker (Guardians of the Galaxy) ist reine Staffage, ebenso die Liebelei zwischen Cruise und Nicole Kidman (Unterwegs nach Cold Mountain). Es geht allein um die dynamische Verschmelzung von Eisen und Fleisch, von Aluminium und Blut. Tage des Donners weidet sich in erwartungsgemäß einnehmenden Bild- und Tonkompositionen am ohrenbetäubenden Röhren der Motoren; er kostet den kamikazeartigen Tritt auf das Gaspedal, der den grölenden Boliden beinahe zu einem Überschlag nötigt, voll aus: Tony Scott gibt sich erneut als Sklave der Beschleunigung zu erkennen. Problematisch allerdings ist, dass Tage des Donners nicht funktioniert, wenn sich seine Figuren nicht hinter die Lenkräder klemmen. Ihre Persönlichkeiten entstammen dem Reißbrett, ihre Konflikte sind reine Behauptung, ihre Zukunft vollkommen belanglos, weil sie ohnehin durchweg vorhersehbar erscheint.

Fazit

Vollkommen flaches, durchweg vorhersehbares Motorsport-Spektakel, welches sich zwar auf die schillernde Starpersona eines Tom Cruise und das inszenatorische Gespür von Tony Scott verlassen kann, darüber hinaus aber mit zähen Allgemeinplätzen und Reißbrettfiguren gnadenlos anödet. Die Rennsequenzen sind jedoch von herrlich kinetischer Energie beflügelt, da wird "Tage des Donners" nach "Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel erneut zum reinen Fetisch-Film. Abseits des Geschwindigkeitsrausches aber sorgt "Tage des Donners" nur für Schulterzucken.

Autor: Pascal Reis

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