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Als zwei Passanten in einer dunklen Gasse ermordet bzw. schwer verletzt werden und darüber hinaus die Assistentin des Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) scheinbar Selbstmord begeht, wird Zeitungsreporter Cal McAffrey (Russell Crowe) schnell hellhörig. Schon bald findet er Querverweise der Passanten bis zu seinem alten Freund Collins, der darüber hinaus gegen eine mächtige Security-Firma vorgehen will. McAffrey gerät dadurch immer weiter in ein gewaltiges Komplott, das bis in die höchstens Regierungsebenen seine Kreise zieht.

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Kritik

Nachdem sich Kevin Macdonald mit Der letzte König von Schottlandein dickes Ausrufezeichen gesetzt hatte und Forest Whitaker zu einem verdienten Oscar verhalf, wandte sich der Schotte danach wieder der westlichen Politik zu und nahm die gleichnamige BBC-Miniserie als Vorlage für den Politthriller. Dafür holte er sich u.a. Paul Abbott als Drehbuchautor ins Boot, der sich schon für die Vorlage verantwortlich zeigte. So entstand eine Kinoversion und drohte, ein wenig zu überladen zu sein.Doch schaffte es das Autorenteam (fünf an der Zahl), die Geschichte im Kinoformat so zu gestalten, dass das Poltische nicht zu abgehoben und das Persönliche nicht zu überdramatisch rüberkommt. Die Story wirkt an keiner Stelle überzogen, kreiert ein paar persönliche Querverweise und bietet somit genügend Stoff, um trotz des leisen Grundtones einen gelungenen Erzählfluss mit einfließen zu lassen. So spielt die Erzählweise dem geneigten Thrillerfan in die Hände, den letztlich ein sauber geschnürter Spannungsbogen erwartet sowie ein nachvollziehbarer Figurenaufbau.

Als Dreh- und Angelpunkt dient hier die Interna der Redaktion des „Washington Globe“, in der Cal McAffrey sich als altgedienter und grantiger Zeitungsreporter der Neuzeit stellen muss und im Gegensatz mit seiner Vergangenheit zu hadern hat. So muss er sich zuerst mit seiner oberflächlichen Blogger-Kollegin auseinandersetzen, bevor auch die Story endgültig an Fahrt gewinnt und seine Studienzeit mit den Collins in Verbindung gebracht wird. Ab dann wird es auch schlagartig interessanter, inwiefern das für den Ablauf der Geschichte relevant ist. Dadurch wird der Plot gleichzeitig etwas persönlicher und kreiert Identifikationsfiguren, die analog zum Politikgeschäft einen intimen Gegenpol markiert.Kevin Macdonald hatte darüber hinaus nicht nur ein Gespür für brisante Stoffe bewiesen, sondern auch auf technischer Ebene und weiß sehr wohl, wo er die Kamera hinzustellen und wo man gelungene Schnitte zu setzen hatte.

Während dynamische Szenen wie die Einleitung mit (Halb)totalen und alternativen Brennweiten arbeitet und darüber hinaus sehr atmosphärisch wirken, bleiben geerdete Aspekte wie Charakterzeichnungen über weite Strecken klar. Somit untermauerte der schottische Regisseur, dass er nicht nur als Dokumentarfilmer einen Oscar verdient hatte, sondern auch fiktive Stoffe sehr wohl beherrscht.Letztlich beherrscht er ebenso den Umgang mit den Schauspielern, die hier wieder Hochkaräter in Spiellaune zeigt. Während Russell Crowe und Ben Affleck eine mindestens routiniert gute Leistung abliefern, stechen vor allem einzelne Nebenrollen wie die vonHelen Mirrenals herrische Readktionschefin und ferner (Überraschung!) Jeff Danielsheraus. Es soll aber erwähnt sein, dass diese sich der Story dienlich zeigen und niemand seinen Egotrip fährt, und so bleibt das Werk auch eher inhaltlich im Fokus als auf seinen Akteuren.

Fazit

Nachdem Kevin Macdonald mit seinem Biopic über den afrikanischen Diktator Idi Amin für Furore gesorgt hatte, bewies er mit „State of play“, dass er auch fiktive Geschichten sehr gut inszenieren kann. Der hochbrisante Stoff fesselt den Zuschauer, bietet den nötigen persönlichen Unterbau und ist so mehr als ein routinierter Politthriller geworden, der Gefahr laufen würde, mit haarsträubenden Plotideen Moral oder Atmosphäre zu verkaufen. Nein, der Film bleibt jederzeit realistisch und doch zum Zerreißen spannend.

Autor: Sascha Wuttke

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