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Der Profikiller Val (Al Pacino) wird nach 28 Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassen. Zusammen mit seinen alten Freunden Doc (Christopher Walken) und Hirsch (Alan Arkin) will er seine neugewonnene Freiheit so richtig feiern. Wie in alten Zeiten machen sie die Straßen von LA unsicher – Diebstahl, Drogen, Sex, …nichts lassen die drei aus. Doch die Vergangenheit holt sie bald ein, denn Doc wird vom Gangsterboss Claphands (Mark Margolis) erpresst. Er soll seinen besten Freund Val bis 10 Uhr morgens töten oder selbst sterben und die Zeit eine akzeptable Alternative zu finden läuft langsam aber sicher aus …
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Regisseur Stephen Fisher ist ja eigentlich eher als Darsteller bekannt und hat sich vor allem durch unzählige TV-Auftritte nicht nur einen Namen gemacht, sondern auch einige Freundschaften im Film-Business geschlossen. Beim lesen des Drehbuchs von „Stand Up Guys“ muss er sich gedacht haben: Okay, das ist nicht wirklich gut. Aber vielleicht kann ich ein paar meiner Freunde dafür zusammentrommeln und mit ein paar großen Namen in den Hauptrollen macht das Ganze möglicherweise sogar Spaß.  Wenn das seine Annahme war, lag er richtig. Zumindest teilweise. Es ist eine Freude den Altstars Al Pacino, Christopher Walken und Alan Arkin als alternde Gangster zuzuschauen. Allerdings verpasst man auch nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat.

Und das liegt einzig und allein an der Handlung, die es nicht schafft ein großes Interesse zu erzeugen, was vielleicht auch daran liegt, dass der Plot so dünn ist, dass er locker auf einen Bierdeckel passt. Pacino spielt Val, ein ehemaliger Krimineller, der nach einer Ewigkeit aus dem Gefängnis entlassen wird. Sein alter Freund und Kumpane Doc (Walken) holt ihn ab und zusammen mit dem schon ins Altenheim abgeschobenen Hirsch (Arkin) lassen die drei Gangster-Opas nochmals die alten Zeiten aufleben.  An dieser Stelle der Einwurf: Obiger Handlungsumriss nimmt schon mal eine Stunde der Zeit ein. Erst im letzten Drittel wird es dramatisch, als das Leben aller auf dem Spiel steht.

Das alles wird von Regisseur Fisher ziemlich glatt und steril inszeniert. Weder hat er einen besonderen Stil, noch hat der Film Atmosphäre. Ganz zu schweigen von dem recht trägen Erzählrhythmus und der oft unpassenden Musik. Alles hat man schon mal (besser) gesehen. Dass das amerikanische Poster zum Film wie auch das deutsche Film-Cover deutlich an Tarantinos „Reservoir Dogs“ erinnern, ist völlig irreführend.

„Someone you can count on, someone who isn’t going to screw you and is going tob e there appropriately when you need them and that’s a good person to habe, someone who really has you covered, you can trust. That to me is a stand up guy.” (Al Pacino)

Das Zusammenspiel zwischen dem großen und schlaksigen Walken und dem kleinen Pacino funktioniert wunderbar. Die Dialoge und der Humor wirken ungezwungen, als würde man wirklich zwei alten Freunden beim Feiern zuschauen. Alan Arkin hat ebenfalls einige Lacher auf seiner Seite, auch wenn seine Rolle eher kurz ausgefallen ist. Was hätte man als Filmfreund dafür gegeben die drei  in den 90er Jahren vereint in einem Gangsterfilm zu sehen! Mittlerweile sind die großen Namen ja kein Garant mehr für Qualität. Vor allem Pacino veröffentlichte in den letzten Jahren bestenfalls Durchschnitt oder legte peinliche Auftritte wie in Adam Sandlers „Jack und Jill“ hin. An seine alte Klasse kann er auch in „Stand Up Guys“ nicht anknüpfen, spielt aber trotzdem sehr gefällig. Christopher Walken spielt nicht ganz so cool und lässig wie in seiner letzten großen Rolle in „7 Psychos“, hat aber immer noch eine unvergleichliche Mimik und Gestik.

So gut Pacino und Walken vor der Kamera harmonieren, so sehr plätschert die Geschichte vor sich hin. Wenige Szenen bleiben in Erinnerung und über deplatzierte Situationskomik wie Pacinos ausgebeulte Hose nach einem übermäßigem Viagra Konsum legt man lieber den Mantel des Schweigens. Da ärgert man sich des Öfteren über verschenktes Potential, das im Kern der Geschichte rund um Freundschaft, Rache und Vergebung definitiv vorhanden war. Gerade emotionale Momente wie jenen, als Doc gegenüber seinem besten Freund offenbart, das er den Auftrag hat ihn zu töten und dieser nur noch wenige Stunden zu leben hat, zeigt, dass „Stand Up Guys“ ein guter Film hätte sein können. Diese wenigen Minuten des Tiefgangs werden kurz darauf allerdings wieder mit albernem Klamauk oder nichtssagenden Dialogen zerstört.

Kurz bevor die Handlung in eine gewisse Beliebigkeit und Belanglosigkeit verfällt, kommt noch so etwas wie Spannung auf. Nämlich dann, wenn das Ultimatum ausläuft und Doc mit sich hadert seinen alten Freund Val hinzurichten. Jedoch: Es bleibt alles vorhersehbar, da der Regisseur Fisher nicht den Mut hat aus bekannten Mustern auszubrechen. Während (nicht nach!) dem Showdown blendet der Film abrupt zum Abspann über und hinterlässt ein Gefühl der Enttäuschung.

Fazit

„Stand Up Guys“ ist ein mit komödiantischen Elementen durchzogener Gangsterfilm, der aus der eigentlich interessanten Prämisse zu wenig macht und größtenteils allzu vorhersehbar vor sich hinplätschert. Den beiden gut aufgelegten Hauptdarstellern Pacino und Walken schaut man jedoch gerne zu. Wer seichte Unterhaltung für zwischendurch sucht, kann durchaus einen Blick riskieren.

Autor: André Schiemer

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