{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Verfügbar auf

Mubi

Inhalt

Die College-Studentin Danielle muss auf einer Schiwa, einer jüdischen Trauerfeier, einige unangenehme Begegnungen überstehen. Neben überheblichen Verwandten wird sie durch das Auftauchen einer Ex-Freundin und ihres heimlichen Sugar Daddys, der unerwartet mit Frau und Baby aufkreuzt, verunsichert.

  • Hj31zwr9vhyzebciaouwpmdqffq
  • Fssftq1v561hvvzdljk1ylymueu
  • Lete4363zax2dt7o5ad6of9rwhb
  • Feqvrl67oc4aown4lhawkrmwdx4
  • Robpahtzutsbts2fhebejoxyb7l
  • Lp1y8cqja7wbip6euniak0juppj
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Emma Seligmans Spielfilmdebüt, welches seit neuestem exklusiv bei MUBI zu sehen ist, taumelt größtenteils von einer unangenehmen Konversation zur nächsten. Mittendrin stolpert der Zuschauer ähnlich ohnmächtig wie die Hauptfigur durch den überschaubaren Handlungsort und wird Zeuge einer jüdischen Trauerfeier. Getrauert wird in diesem Fall jedoch nur am Rande, viel mehr wird geschwätzt, geplaudert und bewertet. Themen wie Jobs, das Auftreten der Anderen oder der passende Lebenspartner sind Dauerbrenner in den Unterhaltungen der Gäste. Eigenen Erfahrungen nachempfunden, konstruiert Emma Seligman geschickt das Bild einer geschwätzigen Familiengesellschaft, deren Dialoge und Themen so oder so ähnlich dem Zuschauer erschreckend bekannt vorkommen könnten. 

Eingebettet ist das Ganze, ausgenommen von Beginn und Ende des Films, in einen einzigen Handlungsort, in ein gemütlich eingerichtetes Haus, in dem sich die Kamera förmlich an den Trauergästen vorbei drängen muss. Mit der musikalischen Untermalung eines Horrorfilms und einem makellosen Sinn für Situationskomik erzeugt die Regisseurin einen erfrischenden Genremix, der im Grunde nicht viel mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte in sich verbirgt. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht Danielle, hervorragend und authentisch verkörpert von Newcomerin , die sich auf der ungewissen und holprigen Suche nach ihrer eigenen Identität befindet und heimlich mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Erst durch ihre Perspektive bekommen die beigewohnten Konversationen ihre vollkommene Intensität und Dringlichkeit. Über die ersten Minuten hinweg baut sich eine knisternde Spannung auf, die die folgenden 70 Minuten unablässig an den Nerven und Geduldsfäden des Zuschauers zerrt wie an jenen der Protagonistin. Im Film verstecken sich nur wenige Momente, in denen sich diese Anspannung erfolgreich entlädt. Viele der nervenzehrenden Steigerung verlaufen dagegen in einem künstlich aufgesetzten Lächeln oder fallen sprichwörtlich unter den Tisch. 

Mit zunehmender Laufzeit überträgt sich die anstrengende Angespanntheit dieses familiären Kammerspiels förmlich auf den Zuschauer. Das dissonante Gitarrenzupfen wird irgendwann inflationär gebraucht und einzelne Nebencharaktere nur sehr oberflächlich und klischeehaft gezeichnet. Die amüsante und ehrliche Herangehensweise und einige intime Randereignisse, die tiefer in die Lebens- und Gefühlswelt von Danielle blicken lassen,  zeigen die Geschichte von  Shiva Baby aber dennoch auf erfrischende Art und Weise. 

Für alle MUBI-Nutzer gibt es zudem noch ein besonderes Vergnügen: nachdem die letzten Credits über den Bildschirm gerollt sind, folgt ein ca. 20-minütiges Interview mit der Regisseurin selbst. Dort gibt Seligman unter anderem Einblicke in den Entstehungsprozess des Films, dessen Idee ursprünglich auf einen von ihr produzierten Kurzfilm basiert und erzählt außerdem von den persönlichen und religiösen Einflüssen auf die Geschichte.

Fazit

"Shiva Baby" ist ein Werk voller Anspannungen und Geduldsproben. Ein Coming-of-Age-Film, der den Horror einer Familienzusammenkunft zeigt und durch präzise Blicke und Gestiken auch gut pointierte Komik erzeugt. Mit seinen unangenehmen Spannungsfeldern zwischen einzelnen Figuren und dem ständig nervösen Gitarrenzupfen dürfte der Film, trotz seiner Frische und seiner überschaubaren Laufzeit, schon jetzt zu den stressigsten Filmerfahrungen des Jahres zählen.

Autor: Paul

Wird geladen...

×