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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Filmemacherin Erica Glynn ergründet für ihren Dokumentarfilm den Lebensweg und das Lebenswerk ihrer Mutter Freda, die als eine Wegbereiterin der indigenen Medienlandschaft in Australien gilt. Dabei verschmelzen Familienleben und Kunstschaffen, also auch Geschichte und Geschichten.

Kritik

Wer eine ausführliche Übersicht dessen, was Freda Glynn in ihren bald 80 Lebensjahren alles vollbracht hat, recherchieren will, kann lange suchen. Das führt dann zu ihrem Sohn Warwick Thornton, der mit dem Western Sweet Country einem breiten Publikum bekannt wurde. Der Regisseur hat sogar einen mehrsprachigen Wikipedia-Artikel. Freda Glynn hat nicht (und falls sie einen bekommt, dann wahrscheinlich als „Mutter von Warwick Thornton“). Symptomatisch für die allgemeine Haltung gegenüber indigenen australischen Aktivisten und insbesondere den Frauen unter ihnen. Keine einzelne Dokumentation kann die systematische Leerstelle füllen. 

Dazu braucht es Hunderte Filme wie jenes fesselnde Porträt, das Erica Glynn (In My Own Words) von ihrer einflussreichen Mutter erstellt. Das von Enkelin Tanith Glynn-Maloney produzierte Projekt ist spürbar eine Herzens- und Familienangelegenheit. Sein emotionales Momentum ist dennoch unvermeidlich das fundamentale Unrecht, welches Glynn, ihren nächsten Angehörigen und ihrem Volk seitens des Staats und der Gesellschaft widerfuhr. Der gewaltsame Tod von Freda Glynns Mutter und dessen Trauma sowie die erschütterte Bindung an ihren ethnischen Hintergrund sind Ankerpunkte der filmischen Monografie, die sich an den Erinnerungen der Titelfigur orientiert. 

Der eindringliche Bericht ist mehr als private Anekdotensammlung; er ist Zeugnis eines Jahrzehnte umfassenden existenziellen politischen Kampfs, durchzogen von lapidaren Kommentaren zu einer einst alltäglichen Lebensrealität geprägt von Unterdrückung und Ausbeutung: „Darling, you belonged to the Gouvernement.“ Die Regisseurin umreißt nicht nur die Geschichte einer Vorkämpferin an vielen Fronten. Sie nimmt direkten Bezug auf die Gegenwart, in die das Kolonialerbe sickert. Die unüberwindbare Entfremdung der Folgegenerationen von ihren Familien, ihrem Land und ihrer Sprache ist bei allem Optimismus das niederschmetternde Fazit des vielschichtigen Geflecht aus Biografie und Zeitstudie.

Fazit

Trotz der maximalen familiären Nähe verliert Erica Glynn niemals eine respektvolle Distanz zu der beeindruckenden Persönlichkeit im Mittelpunkt ihrer Dokumentarbiografie. Freda Glynn teilt neben ihrer Erfahrung als Aktivistin und Mitbegründerin der Central Australian Aboriginal Media Association bedrückende Erinnerungen an die staatlich sanktionierten Verbrechen unter dem Aboriginal Protection Act. Lebensbericht, Gesellschaftskritik und Familienchronik verschmelzen zu einer ebenso dynamischen wie anrührenden Reportage, geerdet durch die aktivistischen Wurzeln.

Kritik: Lida Bach

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