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Inhalt

Andreas und Simon sind Ermittlerkollegen und beste Freunde, und doch führen sie völlig unterschiedliche Leben. Während sich Andreas mit seiner wunderschönen Frau und seinen Sohn niedergelassen hat, verbringt der frisch geschiedene Simon seine Zeit damit, im örtlichen Striplokal möglichst schnell betrunken zu werden. Doch das wird alles nebensächlich, als die beiden zu einem häuslichen Streit bei einem Junkie-Pärchen gerufen werden. Alles sieht nach Routine aus, bis Andreas das kleine Kind des Pärchens weinend in der Toilette findet.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die dänische Regisseurin Susanne Bier hat sich über die Jahre den Ruf einer fähigen und ambitionierten Filmmacherin aufgebaut. Selbst Hollywood wurde bereits auf sie aufmerksam und so wurde nicht bloß einer der größten und besten Filme, „Brothers“, starbesetzt neuverfilmt, sondern sie durfte auch mit den Stars Bradley Cooper und Jennifer Lawrence das Drama „Serena“ drehen. Auch in Sachen Preise wurde Bier bereits mehrfach belohnt, erhielt2011 sogar den Oscar für den besten fremdsprachigen Film(„In einer besseren Welt“). Dennoch ist Biers Schaffen nicht ohne Schmutzstellen. Ihre Filme, wie unauffällig sich auch erscheinen mögen, besitzen immer genügend Potenzial, um Kritiker wie auch Publikum zu spalten. Die Dänin bzw. ihre Filme polarisieren und bei ihrem Drama „Zweite Chance“ ist das nicht anders.

Die Geschichte von Polizist Andreas (Nikolaj Coster-Waldau, „Game of Thrones“), der nach dem plötzlich Kindstod seines Babys kurzerhand das gleichaltrige Kind eines Junkiepaares mit der Leiche seines Kindes vertauscht ist so polarisierend geraten, weil Susanne Bier hier vollends in einem Pfuhl voller Klischees eintaucht. Die Junkie-Eltern sind genau solche gesellschaftlichen Abziehbilder wie Andreas und seine Ehefrau. Bier nutzt all diese Stereotype nicht etwa, um sie aufzubrechen, um die andere Seite der Medaille zu zeigen, sondern lediglich um sie zu bestätigen. Das macht sie wenig elegant. Viel mehr schlägt sie wie ein Hammer weiter in den Schnodder, bis dieser förmlich aus dem Fernseher spritzt.

Abseits davon funktioniert „Zweite Chance“ aber als simpler und vor allem instrumentalisierender Thriller. Wenn Andreas ohnmächtig vor Trauer und Wut die Kinder vertauscht, weckt dies durchaus Verständnis. Kein Wunder, wurden wir Zuschauer doch zuvor mehr als einmal und mehr als drastisch Zeuge, wie das Junkiepaar ihr Kind vernachlässigt. Genügend Zündstoff also für einen Film, doch Susanne Bier will noch mehr und überlastet „Zweite Chance“ mit generischen Schicksalsschlägen und moralischen Zeigefingern. Das Menschliche der Geschichte geht dabei verloren. Was bleibt sind nur die bloßen wie blanken Stereotype, die unentwegt weiter ausgeschmückt, poliert und aufgemotzt werden. Durchaus ein Ärgernis.

Ein Ärgernis, weil die eigentliche Geschichte wirklich gut ist. In ihr steckt das Potenzial humanistischer Dechiffrierung, doch davon ist wenig zu spüren. „Zweite Chance“ wirkt zu oft und zu einseitig wie ein Rührstück, entnommen aus dem Boulvevard-Journalismus, welches dann mit entsättigenden Farben und eine ruhigen Erzählweise auf anspruchsvolles Kino ummodelliert wurde. Was ist nun aber bedauerlicher? Dass der Film eine Täuschung ist, oder dass diese Täuschung nicht funktioniert? Das kann und sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

„Zweite Chance“ ist ein Blender. Hinter seiner Fassade aus humanistischem Antrieb verbirgt sich ein boulevardeskes Rührstück abgefüllt mit billigen Klischees und zweckdienlicher Moralität. Regisseurin Susanne Bier macht aus einer im Ansatz starken Geschichte leider ein ärgerliches Trauerspiel.

Autor: Sebastian Groß

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