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In der mexikanischen Stadt Santa Clara lebt die 16-jährige Salma, eine Waise, die ihre biologischen Eltern niemals treffen konnte. Die einzige Geschichte, die man ihr bereits ihr gesamtes Leben erzählt ist, dass ihre Eltern sie verlassen hätten. Den Großteil ihres Lebens hat Salma damit verbracht, nach Hinweisen auf die Identität ihrer Eltern und ihren Aufenthaltsorten zu suchen. Dies lief erfolglos, bis sie ein besonderes Buch über Santa Clara und die Geschichte der dort lebenden Menschen entdeckt. Mit diesem Buch und ihren beiden mutigen und warmherzigen Pflegebrüdern Jorge und Pedro macht sich Salma auf zu einem Abenteuer, um die fehlenden Verbindungen zum Erbe ihrer Familie zu finden und in der Hoffnung endlich ihre lange verloren geglaubten Eltern zu treffen.

Kritik

Ich habe keine Lust mehr auf all die (tu dies) nicht!

Spätestens seit Pixars Coco – Lebendiger als das Leben!, ist der Dia de Muertos – ein wenig die knallbunte und fröhliche Version unseres Allerheiligen/Allerseelen – weltbekannt. Wer bislang wenig mit dem mexikanischen Feiertag anfangen konnte, hatte hier zusammen mit dem liebevollen wie träumerischen Miguel eine atemberaubende Reise in das Reich der Toten und damit der mexikanischen Kultur rund um das Fest. Dabei war Coco keineswegs der erste Kino-Ausflug im Bereich der Animationsfilme: Schon 2014 erweckte Manolo und das Buch des Lebens in Zusammenarbeit mit Guillermo del Toro das Fest zum Leben. Mit Salmas Geheimnis (OT: Dia de Muertos) wagt sich nun auch der mexikanische Regisseur Carlos Gutiérrez Medrano an die Materie. Mit einer Mischung aus westlicher Architektur sowie mexikanischen Traditionen, erschafft er dabei ein actionreiches Abenteuer, welches wie der kleine Bruder – oder eher die kleine Schwester – der beiden oben genannten wirkt. Während beispielsweise die Animationstechnik eher rudimentär daherkommt, kann die Geschichte mit viel gutem Kitsch und Warmherzigkeit die Herzen der Kleinen erobern.

Die Ausgangslage von Salmas Geheimnis ist unterdessen wohlbekannt: Eine unsterbliche Liebe, ein gnadenloser Tod und natürlich purer Wahn. Doch all dies ist für die kleine Salma längst Legende. Für sie zählt eigentlich nur die Frage nach ihren Eltern. Ein Geheimnis, welches der Auftakt für ein großangelegtes wie buntes Abenteuer ist, welches zwischen unserer Welt und dem Reich der Toten immer wieder gekonnt wechselt. Interessant ist dabei wohl am meisten die Perspektive die Carlos Gutiérrez Medrano einnimmt: Salma ist eine starke Frau, die einfach die Schnauze voll von verboten hat. Sie versucht fortan ihren eigenen Weg zu gehen und kämpft hierbei gegen gesellschaftliche Zwänge. An ihrer Seite stehen dabei ihre Ziehbrüder Jorge und Pedro, die insgesamt nicht nur ein tolles Gespannt abgeben – welches immer wieder zum Lachen einlädt – sondern auch charmante und spannende Figuren darstellen. Ganz anders als das Finale selbst oder die letztliche Auflösung. Diese wagt sich eher nur in Genre-Konventionen und lässt uns einfach am Ende mit einem guten Gefühl zurück.

Im Kern ist somit Salmas Geheimnis vor allem ein kurzweiliges und lockerleichtes Märchen über Leben und Tod, welches natürlich ganz klar Kindern die Angst vor selbigen nehmen soll bzw. Eltern die Möglichkeit gibt, gleiches zu thematisieren. Wer sich für immer an Verstorbene erinnert, verliert niemals ihre Liebe. Eine Botschaft, die natürlich vor allem an ein sehr junges Publikum gerichtet ist. Diese haben aber auch dank der flotten Action (und tollen Anspielungen auf die Popkultur), der kleinen Slapstickeinlagen und der charmanten Salma auch jede Menge Spaß. Die Inszenierung selbst ist indes oftmals eher zweckmäßig und hatte ein deutlich kleineres Budget als Beispielsweise Guillermo del Toro oder gar Pixar. Dafür kann der Film mit viel Abwechslung punkten: Auf der einen Seite große Burgen, Bauten und Bibliotheken, und auf der anderen das knallbunte Reich der Toten mit Restaurants, Kneipen und hellen Farben sowie den wirklich ansehnlichen Skeletten und Masken. Zudem gibt es auch genügend süße Nebenfiguren, sodass die Kleinen gespannt vor der Leinwand sitzen bleiben. Und auch die Action selbst ist gut und flüssig in Szene gesetzt, sodass hier der Spaß in Vordergrund steht. So hat Carlos Gutiérrez Medrano nicht nur ein gutes Gespür für seine Geschichte (die endlich aus Mexiko heraus erzählt wird), sondern auch für Gemeinschaft und die Perspektive von Kindern.

Fazit

"Salmas Geheimnis" ist trotz seiner Einfachheit ein spannendes wie unterhaltsames Märchen rund um Leben und Tod, welches gerade durch die mexikanische Perspektive einen Blick wert ist. Zudem bekommen die ganz Kleinen unter uns eine starke weibliche Hauptfigur, jede Menge Action und reichlich Magie serviert, die trotz einiger düsterer Momente auch klar zum Lachen einlädt. Eine Empfehlung.

Autor: Thomas Repenning

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