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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Hana, eine unglücklich verliebte Medizinstudentin, wird von einem hungrigen Geist terrorisiert, nachdem sie an einem obskuren Abnehmwahn teilgenommen hat: dem Verzehr menschlicher Asche.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Eine klebrige Süße, die in Ekel umschlägt, und den erstickenden Geruch von Verwesung wachruft: Der kongeniale Titel dritten Genre-Werks, mit dem sie sechs Jahre nach ihrem gelungenen Spielfilm-Debüt in die Midnight Sektion des Sundance Film Festivals zurückkehrt, bündelt die verschachtelten Themen ihrer satirischen Mischung aus Spuk-Story und Body-Horror. Zweiten begreift die vielschichtige Handlung pragmatischer und persönlicher als die filmischen Vorbilder des zeitgemäßen Subgenres. Der Horror der jungen Medizinstudentin Hana (Midori FrancisUnseen) gilt ihrem eigenen übergewichtigen Körper und dessen möglicher Zunahme.

Posthume Personifizierung ihrer Ängst ist die von einem gehässigen Kommilitonen „Big Bertha“ getaufte Frauenleiche, die Hana im Unterricht seziert. Die Panik der pummeligen Protagonistin Gilt nicht dem Tod, sondern dem Fett, durch das in Großaufnahme das Skalpell schneidet. James invasive Inszenierung kritisiert die gesellschaftliche Ablehnung von Fettleibigkeit und Fettleibigen oberflächlich, aber bedient sie zugleich. Noch ausgiebiger als in den Pathologie-Szenen in der geisterhaften Erscheinung Berthas korpulenten Kadavers. Der verfolgt Hana mit unersättlichem Hunger, nachdem sie auf Anraten einer Freundin selbst gedoktorte Diätpillen nimmt. 

Das fiktive Pendant zu Ozempic schafft paradoxe Erfolge dank der Geheimzutat menschlicher Asche. Während sie Bertha häppchenweise verzehrt und auf ihr Wunschgewicht zusteuert, sprießt eine Romanze mit ihrer schlanken Sporttrainerin Alanya (Das Rad der Zeit). Hana hungert nach mehr - genau wie Bertha, die ihre Existenz zu verschlingen droht. Unersättlich auf dramaturgischer Ebene ist auch die Regisseurin und Drehbuchautorin, die eine Überzahl komplexer Themen in die ausufernde Handlung stopft. Schönheitsstandards, Selbstkontrolle und Kontrollverlust, Essen als Kompensation emotionaler Belastung, familiäre Kontra-Vorbilder Hanas restriktiver Mutter und ihres krankhaft adipösen Vaters. 

Entsprechend zerfahren sind der zwischen Grusel, Ekeleffekten und morbidem Humor changierende Plot und dessen Aussagen. Gesellschaft, Medien, Elternhaus oder schlicht Disziplinlosigkeit der Betroffenen: James argumentiert durch ihre resolute Freundin Josie (Danielle McDonaldIf I Had Legs I’d Kick You), Fettsein sei keine Untat, sucht aber ständig nach Schuldigen. Systemische, gesundheitliche und ökonomische Ursachen von Übergewicht verdrängt das Klischee der dauernd futternden Dicken. Deren Zwiespalt aus (Selbst)Ablehnung und Akzeptanz teilt das satirische Schauerstück. Dessen originelle Prämisse birgt filmisches Convenience Food: zubereitet für den Massengeschmack mit zu vielen künstlichen Zutaten und wenig intellektueller Nahrung. 

Fazit

RawThe SubstanceTeethThe Whale und die obskure Stephen-King-Adaption Thinner: Natalie Erika James ambivalentes Selbstoptimierungs-Schauerstück futtert sich quer durch die Body-Horror-Facetten thematisch verwandter Filme. Originelle Ideen verlieren sich in der konfusen Kannibalismus-Comedy, die visuell so zwiespältig ausfällt wie narrativ. Getreu des Titels erkundet die abgründige Ästhetik die Grauzone zwischen mit Abscheu und Appetit, physisch, psychologisch und sexuell. Plastische Effekte zeigen überzeugend Verwesung und Verformung, aber scheitern an glaubhafter Darstellung der Gewichtsschwankungen der Protagonistin. Fähige Darstellerinnen und creepy Kamera-Einstellungen schaffen ein makaberes Midnight Movie mit bitterem Beigeschmack. 

Kritik: Lida Bach

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