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Die geheimnisvolle Dierdre heuert mehrere Ronins (Samurais ohne Meister), käufliche Spezialisten für alle Fälle an, um eine Tasche zu stehlen, ehe der momentane Besitzer sie an den KGB verkaufen kann. Die Männer kennen sich nicht, und obwohl sie unterschiedliche Berufs- und Lebensauffassungen haben, führen sie den Job aus. Doch die Tasche verschwindet kurz nach dem Coup und bald stecken alle Beteiligten in einem tödlichen Spiel, bei dem niemand sicher ist und jeder ein Verräter sein kann.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Im feudalen Japan haben die Samurai ihr Leben dafür hingegeben, ihren Herrn zu beschützen. Wurde dieser dennoch getötet, überkam die stolzen Krieger eine unverzeihliche Schande, die sie dazu zwang, ihre Heimat zu verlassen, um sich als rastlose Söldner und Banditen durch die Lande zu schlagen: Sie waren keine Samurai mehr, sie waren von nun an Ronin. Der Amerikaner Sam (Robert De Niro, Wie ein wilder Stier) ist ebenfalls ein Ronin, ein herrenloser Samurai der Neuzeit. Er kommt aus dem Schatten und verschwindet im Nichts. Früher hat er für die CIA gearbeitet, heute nimmt er die Aufträge an, die ihm angeboten werden. Die Strippenzieher im Hintergrund interessieren ihn dabei herzlich wenig, Hauptsache, das Geld stimmt am Ende. Und genau diese Arbeitsmoral hat ihn nun nach Paris geführt.

Hier soll er sich einem Team von Experten (besetzt mit Jean Reno, Natascha McElhone, Stellan Skarsgard, Sean Bean und Skipp Sudduth) anschließen, um einer Verbrecherorganisation einen geheimnisvollen Aluminiumkoffer abzujagen. Nach minutiöser Planung des bevorstehender Coups entlässt Regisseur John Frankenheimer (French Connection II) seine bunt gecheckte Gruppe an Spezialisten auf die Straßen Frankreichs und entwirft einen im besten Sinne altmodischen Genre-Streifen, der alles ist, aber mit Sicherheit nicht amerikanisch. Denn während in den 1990er Jahren groß angelegte Action-Blockbuster der Marke The Rock – Fels der Entscheidung, Stirb langsam - Jetzt erst recht, Terminator 2 - Tag der Abrechnung, Con Air und Speed die Massen in die Kino lockten, wirkt Ronin wie das mit Bedacht inszenierte Kontrastprogramm zu diesen Werken, die – zweifelsohne überzeugend – auf Hochgeschwindigkeit und Effektreichtum setzen.

Altmeister John Frankenheimer stellt sich mit Ronin in die Tradition des französischen Polar-Kinos und erweist dabei vor allem Jean-Pierre Melville (Vier im roten Kreis) die Ehre, dessen Filme zumeist nicht nur eine Welt der Kälte, der Gewalt und der Korruption beschrieben, sondern sich mit Charakteren befassten, die es allmählich verlernt haben, zu leben. Stattdessen funktionieren sie nur noch. Sam und seinen Gefährten geht es dort ganz ähnlich: Auch sie können sich kaum noch frei bewegen, sondern müssen jeden ihrer Schritte im Voraus exakt durchexerzieren. Als sich Sam zu Anfang in das kleine Lokal begibt, in welches er bestellt wurde, muss er zuerst einmal die Hintertür präparieren, eben weil er sich nicht mehr sicher sein kann, einen Ort unverletzt wieder zu verlassen.

Das Herrliche und in Anbetracht heutiger Sehgewohnheiten fast schon Außergewöhnliche an Ronin ist, dass er seine Protagonisten nicht durchleuchten möchte, sondern ihnen noch Geheimnisse zugesteht und damit die dem Titel eingeschriebenen Themen um Loyalität, Ehre und den Kodex des Kriegers auf fast schon melancholische Art und Weise betrachtet. Ja, man könnte sagen, dass Ronin eine romantische Reminiszenz an ein Genre-Kino bildet, in dem es nicht nur um reißerischen Krawall ging, sondern um Menschen, die den Zuschauer mitreißen können. Wenn es aber um die Action geht, darf John Frankenheimer ebenfalls die großen Geschütze auffahren: Originalschauplätze – von Nizza bis Ares - und haptische Stunts verhelfen Ronin zu den womöglich besten, weil authentischsten Verfolgungsjagden des 1990er Jahre Kinos. Wenn hier auf das Gas getreten wird, dann ist anschnallen angesagt.

Fazit

Ein präzise inszenierter Genre-Streifen der alten Schule, der gleichermaßen durch Charaktere wie Action zu überzeugen weiß. Während Altmeister John Frankenheimer seinen Protagonisten noch Geheimnisse zugesteht, baut er in den grandiosen Verfolgungsjagden ganz klassisch auf Authentizität und scheucht den Zuschauer zusammen mit Robert De Niro, Jean Reno und Co. stilsicher über die Straßen Frankreichs. Europäischer als in "Ronin" war das amerikanische Kino in den 1990er Jahren jedenfalls nicht.

Autor: Pascal Reis

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