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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Geschichte folgt Mariano Guerra, der nach 33 Jahren in Italien nach Argentinien zurückkehrt, um im Prozess gegen jene ehemaligen Militärangehörigen auszusagen, die ihn während der Militärdiktatur entführt, gefoltert und versklavt hatten.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die titelgebende Rückkehr des psychopathologischen Protagonisten in die Stadt, in der er während der Militärdiktatur schreckliche Dinge erlebten und selbst tat, ist auch eine für den chilenisch-italienischen Regisseur: Zum Kino und zu den Themen, die sich gleichsam als roter Faden durch sein filmisches Schaffen ziehen. Nach zehnjähriger Unterbrechung widmet Mario Bechis (BirdWatchers - das Land der Roten Menschen) sich erneut dem Trauma des militärischen Terrors, der am perfidesten wirkt, wo er die Grenzen zwischen Opfern und Tätern auflöst. Die kathartische Konfrontation der früheren Folterknechte kommt zum Preis einer Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld. 

Im italienischen Exil ignoriert der Arzt Mariano Guerra (Adriano Giannini, L'estraneahartnäckig die Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter, die ihn in sein Geburtsland zurückrufen. Die psychischen Spuren des Erlebten sind selbst 27 Jahre später in seinem monotonen Alltag spürbar. Sein einziger Kamerad ist sein Hund, zu dessen Betreuung seine erwachsene Tochter ausnahmsweise mit ihm in Kontakt tritt. Alle Marianos Versuche, die Reise zu vermeiden, scheitern. Er ist Hauptzeuge in einem Prozess gegen Funktionäre des Militär-Regimes, in deren Haftstätte er über zwei Jahre verblieb. 

Die meisten Verschleppten wurden aus einem der berüchtigten Todes-Flüge geworfen; nichts so Mariano. Seine innere Anspannung verschärft die intuitive Distanz der anderen Mitglieder der Zeugengruppe, deren Unterbringung in einem schäbigen Hotel ostentativ die politische Geringschätzung ihrer Statements zeigt. In den zellenartigen Zimmern sind alle allein mit ihrer Angst, Trauer, Wut. In der Psyche des Protagonisten bereits vermischt, überlagern sich Vergangenheit und Gegenwart auch szenische in den düsteren, dumpfen Kulissenräumen. Deren fahles Licht und verwitterte Brauntöne evozieren ein Purgatorium zwischen Film Noir und Horror-Thriller. 

Lange Schatten, spukhafte Geräusche und verzerrte Silhouetten erzeugen eine Atmosphäre latenter Bedrohung, gegenüber denen die wenigen Außenaufnahmen fast surreal wirken. Mariano begegnet seinem jüngeren Ich (Eduardo Hoy) in der Résistance und der befreundeten Widerstandskämpferin Muñeca (Olivia Nuss), deren Entführung ihn in der Gegenwart in Gestalt ihrer Tochter einholt. Dort begegnet ihm auch der mittlerweile gebrechliche Dr. K (Adrian Fondari, La Flor), der ihn einst zur Kooperation mit dem Regime brachte. Eine fehlgeleitete Beziehung mit einer Zeugin, deren sexuelle Gewalterfahrung spekulativ ausgestellt werden, und unfertige Charakterisierungen untergraben die historische Signifikanz. 

Fazit

Ähnlich seines Hauptcharakters dessen Vorname nicht zufällig seinem eigenen ähnelt, bleibt Bechis, der als 20-Jähriger vom Terror-Regime verschleppt und gefoltert wurde, auch lange nach Ende seiner Internierung Gefangener der Vergangenheit. Deren erneute Sezierung erreicht trotz thematischer, struktureller und nomineller Verweise nie die Intensität seines früheren Schaffens. Fabrizio La Palombara spukhafte Bildsprache weckt mehr Beklemmung als die unebene Handlung. Darin wirken die Darstellenden so erratisch wie ihre Charaktere, deren weibliche seelenlose Hüllen bleiben. Das Konzept von Erinnerung als Zuflucht sowie Hölle von Schande und Schuld bleibt narrativer Schemen. 

Kritik: Lida Bach

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