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Inhalt

In der futuristischen Welt des Actionthrillers "Repo Men" haben sich zahllose Menschen mit hoch entwickelten künstlichen Organen ihr Leben verlängern lassen. Die Schattenseite dieser medizinischen Revolution, die von der so genannten Union vertrieben wird, findet sich wie gewohnt im Kleingedruckten. Wer die horrenden Raten für die verführerischen oder lebensnotwendigen Hightech-Organe nicht zahlen kann, bekommt Besuch von den perfekt geschulten Eintreibern, die auf direktem Weg zurückholen, was der Union gehört. Und das ohne jede Rücksicht auf Verluste, denn kaum einer überlebt die Rückhol-Operationen der "Repo Men".
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wer erinnert sich eigentlich noch an Teil V aus Monty Pythons preisgekrönter Satire „Der Sinn des Lebens“? Was war das nochmal? Ach ja, die blutige Sequenz, in der zwei Männer eine lebende Organentnahme vollführen und nebenbei noch die Ehefrau des Spenders dazu überredeten. Was das mit „Repo Men“ zu tun hat? Man könnte sagen, dass „Repo Men“ die Volllängenversion dieser Monty Python-Szene ist. Werbefilmer Miguel Sapochnik versuchte sich so gleich als Einstieg an einem Tabuthema, in der Jude Law als Vollstrecker gerne in anderer Leute Bäuchen herumpuhlt. Denn: Ein Job ist ein Job. Wenn Kredite nicht bezahlt werden können, holen es sich die Banken zurück. Wer im Jahre 2025 bei „The Union“ ein Organ bestellt und nicht bezahlen kann, gerät eben an die „Repo Men“, quasi die Gerichtsvollzieher der Organfirma. Remy (Jude Law) ist einer davon, und er ist ein guter. Zusammen mit seinem langjährigen Freund Jake (Oscar-Preisträger Forest Whitaker) ist er auf der ständigen Suche nach zahlungsunfähigen Kunden. Doch sorgt ein Defekt seines Defibrilators dafür, dass er ins Koma fällt. Wieder erwacht, wurde ihm ein künstliches Herz eingesetzt – und er ist plötzlich ein Kunde seiner eigenen Firma. Es ist nicht verwunderlich, dass die beiden Freunde bei einem Bier einen Film anschauen, in der zwei Männer eine lebende Organverpflanzung vollziehen. Die brutale Monty Python-Szene schien tatsächlich für einen ganzen Film herzuhalten, dass man sich so ungeniert bei ihr bedienen würde, um „Repo Men“ zu drehen. Aber nein, der Roman „The Repossession Man“, der im Film hier schließlich als roter Faden dient, wurde 2009 tatsächlich mal veröffentlicht. Da war eine Parallele zur britischen Komikertruppe nur naheliegend. „Repo Men“ ist indes an Zynismus kaum zu überbieten. Zwar wird hier ein großstädtisches Zukunftsszenario gezeigt, aber bemerkt man kaum Unterschiede zum heutigen Stadtbild. Dafür wurde der Hang zur fröhlichen Schlachtplatte mit gut gelaunten Repos wahrlich ausgeschlachtet. Schon in den ersten Szenen darf Remy unverblümt seinem Metier nachgehen und überrascht einen Säumigen in seiner Wohnung. Kunde betäubt, Besteck sortiert, Bauch aufgeschnitten und Leber entfernt – Kamera drauf. So und nicht anders soll der Gore-Faktor den Zynismus unterstreichen, mit dem die Vollstrecker ihre Arbeit machen. So wurde ein Tabuthema enttabuisiert und mit ekligen Schauwerten verbildlicht. Man wundert sich schon mit zusammengepetzten Augen, warum der Film dann ab 16 Jahren freigegeben wurde. Düsteres SciFi ist das nur am Rande, der Rest ist Splatter mit Humor gewürzt. Hier muss man sich doch die Frage stellen, ob so viel vordergründiges Gemetzel trotz des schweren Leitmotivs nötig gewesen wäre. Darüber hinaus weiß auch Remys gescheitertes Eheleben und die daraus resultierenden Motivationen kein Kapital zu schlagen. Die Story spricht etwas an, das man nicht gerne bespricht. Da müssen sich Roman- und Drehbuchautorenteam den Vorwurf gefallen lassen, eine schwierige Sache wie die der Organtransplantationen ein bisschen zu sehr ins Lächerliche zu ziehen. Zwar schwingt da immer der leise Vorwurf der Kapitalisierung mit, und auch die zweite Spielhälfte zeigt recht respektvolle Moral in Person des geläuterten Remy, doch wer schon ein solches Thema so reißerisch wie spaßbehaftet auslegt, sollte sich auch weiter auf der Schiene bewegen. So wirkt das Drehbuch wie zweimal geschrieben, das das Thema erst glorifiziert und dann wieder zu moralisieren versucht. Späte Reue vielleicht, aber inkonsequent geschrieben. So lahmt auch die Inszenierung daran. Die macht ebenfalls den Fehler, zu viel zu experimentieren. Metzelszenen werden in gewagter Weise mit fröhlicher Musik garniert, Schnitte werden versetzt, die Kamera wirkt dagegen schon fast zu klassisch. Da wird man schnell den Eindruck nicht los, dass sich der technische Aspekt allerlei Inszenierungstechniken zusammenklaut – mal ein bisschen 80er-Jahre, hier typisches Splatterszenen-Draufhalten, dort neuwertiges Wackelbild. Der Stil ist also sehr sprunghaft, was dem Film einfach nur schadet. Als wäre das nicht genug, wird auch optisch, sprich im Produktionsdesign, zu sehr gewechselt. Mal findet man die Protagonisten im pragmatisch-freundlichen Bürogebäude, springt dann ins beschauliche Vorstadtmilieu, anschließend in´s dreckige Ghetto, um dann noch ein futuristisch-steriles Finale auszupacken. Da wirken gestandene Schauspieler wie Jude Law oder Forest Whitaker schon ein bisschen wie ein Fremdkörper. Deren Leistungen sind schon auf gehobenem Niveau angesiedelt, und sie holen noch das Beste aus der verworrenen Szenerie heraus. Auch „X-Men:Wolverine“-Star Liev Schreiber oder „City of God“-Entdeckung Alice Braga sind gelungene Schauwerte mit einer einprägenden Performance geworden, müssen aber auch schwer mit ihren figurentechnischen Unzulänglichkeiten kämpfen.

Fazit

Gewagt war es schon prinzipiell, sich einem so Tabu behafteten Thema wie dem Organhandel anzunehmen, aber was „Repo Men“ hier abliefert, grenzt ein bisschen an blutgeiler Respektlosigkeit. Es soll wie eine bitterböse Satire wirken, scheitert aber reihenweise an seiner Inkonsequenz. Nimmt man mal den Splatter weg, dann bleibt nichts Halbes und nichts Ganzes hängen, das auch die guten Schauspieler nicht mehr rausreißen können. Es reicht eben ganz und gar nicht, nach einem DVD-Abend eine Szene cool zu finden und daraus einen Film machen zu wollen.

Autor: Sascha Wuttke

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