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Gerade erst ist Captain Jack Sparrow dem Fluch der Black Pearl entkommen, da wird er mit dem nächsten lebensbedrohenden Abenteuer konfrontiert: Denn Jack steht in lebenslanger Schuld bei Davy Jones, dem legendären Kapitän des Fliegenden Holländers und Herrscher über die Tiefen des Ozeans. Wenn er keinen Weg findet, den Bann zu brechen, ist er zu einem höllischen Leben nach dem Tode in ewiger Finsternis verdammt. Doch damit nicht genug: Denn Jacks ausgesprochen existenzielle Probleme erweisen sich als Hemmschuh für die bevorstehende Hochzeit seiner Freunde Will Turner und Elizabeth Swann, die wider besseres Wissen in die andauernden Eskapaden des Kapitäns verwickelt werden. Das Abenteuer kann beginnen …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Immerhin drei Jahre sind ins Land gezogen, seit Captain Jack Sparrow die atemberaubende Flucht vor verfluchten Piraten, der englischen Marine und dem Galgen gelungen und die Rückeroberung seines Schiffes samt Crew geglückt ist. Drei Jahre in denen jedes erdenkliche Merchandising-Produkt, dem man gefahrlos einen besoffenen Piraten und ein Disney-Logo aufpressen konnte, auf den Markt geworfen, die Hysterie um Johnny Depp und sein Film-Alter-Ego Jack Sparrow von einem Höhepunkt zum Nächsten getrieben und jede noch so kleine Möglichkeit genutzt wurde, um den Hype um Teil Eins im Bewusstsein des Publikums zu verankern und dadurch den Weg für zwei zeitgleich gedrehte (mehrstündige) Fortsetzungen zu ebnen. 

Die Ausgangssituation für „Fluch der Karibik 2“ und im weiteren Sinne auch Teil 3 war somit von Beginn an denkbar günstig. Der Erstling war sowohl bei Filmkritikern als auch Zuschauern beliebt, hat in Sachen Disneyunterhaltung neue Maßstäbe gesetzt und die meisten Kritiker, die sich bereits im Vorfeld darüber brüskiert hatten, dass es sich bei „Fluch der Karibik“ doch nur um die Verfilmung einer Disney-Themenparkattraktion handle und deshalb nichts Besonderes zu erwarten wäre, Lügen gestraft. Einer Fortsetzung des Piratenspektakels stand somit von Anfang an nichts im Wege.

Die Zweiteilung dieser Fortsetzung des 2003er-Megahits geschah (1) aus Kosten- und Qualitätsgründen, wie es von offizieller Seite her verlautbart wurde, (2) um das Publikum zweimal zur Kasse zu bitten, wie aus Kritikerkreisen (durchaus berechtigt) zu vernehmen war – Do it the Matrix-Style. Um gleich beim Vergleich mit der Matrix-Trilogie zu bleiben. Nicht nur der Dreh in einem Guss mit anschließender (ziemlich abrupter) Splittung, sondern auch die komplette Überfrachtung der Grundgeschichte, die Schneller-höher-weiter-Effektgewitter-Mentalität, sowie die Ausdehnung einer simplen Story auf mehrere Stunden und die Neigung zur kompletten Überzeichnung der beteiligten Charaktere, vereint die beiden Reihen.

Storytechnisch gibt man sich in Teil 2 ebenso breitgefächert wie inkonsequent. Der Film beginnt vielversprechend, untermalt von Hans Zimmers typischem Score (der Meister hat den Schüler Klaus Badelt beerbt), mit einer im Regen stehenden Elizabeth Swann (Keira Knightley), die offensichtlich bei ihrer Hochzeit mit Will Turner (Orlando Bloom) durch bewaffnete Soldaten gestört wurde. Nach deren Inhaftierung durch Lord Cutler Beckett (Tom Hollander), werden die Beiden mit dem Vorwurf Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) befreit zu haben konfrontiert und um ihre Hälse vor dem Galgen zu bewahren, in ein episches Abenteuer um (und jetzt aufgepasst) den fliegenden Holländer Davy Jones (Bill Nighy), einen Kannibalenstamm, eine Voodoo-Freundin Jacks, Wills Vater (Stellan Skarsgard), Elizabeths Gefühlswelten, interne Hahnenkämpfe, die East-India Company, ein wertvolles Herz und einen Riesenkraken verwickelt. An dieser Stelle sei gesagt, dass diese Aufzählung keinen Wert auf Vollständigkeit legt, sondern nur veranschaulichen soll, wie überfrachtet „Fluch der Karibik 2“ (trotz seiner simplen Story) bei näherer Betrachtung wirkt. Besonders auffällig ist hierbei, dass Regisseur Gore Verbinski es nicht fertig bringt, in knapp 150 Minuten Film auch nur die Hälfte der von ihm angerissenen Themen und Ideen zu einem vernünftigen Ende zu führen, sondern diese Aufgabe dank eines plötzlichen Handlungsabbruchs einfach auf „Fluch der Karibik 3“ verschiebt.

Ein gewisses Unterhaltungspotential kann und will man  „Fluch der Karibik 2“ jedoch an dieser Stelle nicht absprechen. Die einzelnen Episoden an sich sprühen zum Teil (vor allem wenn nicht zu sehr auf billigen Kalauer gesetzt wird) vor kreativem Charme und Esprit – Will Turners Würfelspiel an Bord des Holländers gehört beispielsweise zum Interessantesten was das Fantasy(Abenteuer-)kino seit längerem zu bieten hatte. Einen wirklich zusammenhängenden Film bilden die verschiedenen Fragmente dadurch jedoch nicht. Ganz im Gegenteil. Der Streifen wirkt wie ein missglücktes Kurzfilmexperiment in dem die gleichen Schauspieler, ein ums andere Mal, an unterschiedliche Orte bzw. in unterschiedliche Situationen versetzt und aufeinander losgelassen werden. All diese Stränge wirken unmotiviert miteinander verbunden und (was bei einem Sommerblockbuster noch schwerer wiegt) drastisch in die Länge gezogen – zweieinhalb Stunden Film für dieses Nichts an Handlung muss man sich erst einmal genüsslich auf der Zunge zergehen lassen.

Mit etwas mehr Einsatz und Konsequenz im Schneideraum, hätte man aus der Grundgeschichte Davy Jones und seiner Mannen jedoch mit Sicherheit ein packendes Piratenabenteuer machen können. Spätestens nach eineinhalb Stunden Filmvergnügen (mit Aussicht auf eine weitere) stellt sich aber die Frage, ob der einzige Zweck von „Fluch der Karibik 2“ jener ist, dem Publikum vor Augen zu führen, welch optische Wunderwerke mit mehr als 200 Millionen Dollar Budget auf Zelluloid gebannt werden können. Sollte das jedoch die Intention der Macher gewesen sein, enttäuschen wiederum die digitalen Effekte auf der ganzen Linie, da sowohl das Design von Davy Jones und seiner Crew als auch die Angriffe des Kraken äußerst billig umgesetzt wurden.

Ein weiterer Störfaktor ist die konsequente Fokussierung des gesamten Films auf Jack Sparrow, der sich von Stichwort zu Stichwort hangelt, seine allseits bekannten Macken und Neurosen ins Unermessliche steigert und den Filmfluss dadurch mehr stört als unterstützt. Dadurch fehlt es den restlichen Charakteren (und der Handlung) an Glaubhaftigkeit und jeglicher Weiterentwicklung.

Fazit

Eine durchaus passable Grundidee, ein toller Score und ein Setting (inkl. Karibik-Feeling) das seines Gleichen sucht, treffen auf eine viel zu ausufernde Inszenierung, unterdurchschnittliche Effekte, schlecht getimten, häufig unpassenden Humor und eine anstrengend lange Laufzeit. Um ein altes Sprichwort zu zitieren - Weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen.

Autor: Christoph Uitz

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