Obwohl Hassan seinen Job bei den Wasserwerken aufgegeben hat, sind seine Nachbarn es gewohnt, dass er ihnen immer hilft. Diesmal ist die Lage ernst: Die ganze Stadt ist ohne Wasser, und die Spannungen unter den Einwohnern nehmen täglich zu. Hassan möchte allen helfen, braucht aber auch Zeit, um um einen Freund zu trauern, der kürzlich unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist.
Kritik
Wasserknappheit und die mürrischen Männer, die für Reparaturen aller Art - von Autors, Rohren, Alltagsproblemen - zuständig gemacht werden, sind offenbar ein Lieblingsthema Karim Kassems. Bereits seine vorangehenden beiden Spielfilme Moondoveund Thiiird beschäftigten sich mit den Auswirkungen einer plötzlichen Dürre in einem libanesischen Dorf sowie einem eigenwilligen Handwerker. Der gerade in Karlovy Vary mit dem Preis für den Besten männlichen Darsteller ausgezeichnete Pipes bringt beide Motive zusammen. Mehr Dynamik kommt damit allerdings nicht in die anekdotische Tragikkomödie.
Deren ziellose Handlung ähnelt einer Serie Sketche, in denen der pensionierte Klempner Hassan (Ghassan Saad) von einem Haushalt seines ländlichen Wohnorts zum nächsten fährt. Fast alle haben das gleiche Problem: Ein Rohrbruch hat die Wasserzufuhr unterbrochen und Hassan ist der einzige qualifizierte Handwerker in Reichweite. Also fährt er in seinem klapprigen Auto von einem Haus zum nächsten, ohne viel auszurichten. Sein alter Freund Jihad (Nuhad Abou Hamdan) überredet ihn zu einer Detour mit tödlichem Ausgang.
Ein langjähriger Freund Hassans wurde dahingerafft. Wie Jihad vermutet, keineswegs durch ein Leck in der Gasleitung. Gemeinsam beschließt das Duo zu ermitteln, da die Behörden sich ohnehin nicht um die zahlreichen ungelösten Todesfälle scheren. Und wohl auch nicht um verschwundene Leichen, weshalb die beiden den Körper kurzerhand abtransportieren. Was nicht heißt, jetzt käme endlich Bewegung in die Handlung, die dort abbricht, wo andere Filme losgehen würden. Doch davon ist die humoristisch und dramaturgisch staubtrockene Charakterkomödie eben keiner.
Fazit
So repetitiv wie ein tropfendes Rohr und eigensinnig wie der unwirsche Hauptcharakter, entfaltet Karim Kassems allegorisch angehauchte Dorf-Detektiv-Episode einen ruppigen Charme. Gleich des Protagonisten enthüllt der episodische Plot, der auf die politische Apathie gegenüber strukturellem und ökonomischem Zerfall anspielt, unter seiner misanthropischen Schale einen humanistischen Kern. Laien-Darsteller Saad verkörpert Hassan als eine prototypische Figur, gezeichnet von versteckter Trauer und verankertem Verantwortungsgefühl. Der Entschluss der betagten Charaktere zum Handeln trägt einen subtilen Ansporn zum politischen Ausbruch aus systemischer Starre.
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