{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

Als die Zombie-Invasion Südkorea erschütterte, entkam Soldat Jung-seok der Hölle nur knapp. Während er seitdem sein trostloses Leben in Hongkong verbringt, erhält er vier Jahre nach den tragischen Ereignissen ein verlockendes, aber keinesfalls seriöses Angebot: Er soll auf die unter Quarantäne gestellte Halbinsel (engl. „Peninsula“) zurückkehren und mit einer Truppe von eher schlecht qualifizierten Söldnern innerhalb einer festgelegten Frist einen LKW mitten im von Zombies überfluteten Seoul finden und die Ladung sichern.

Nachdem er nur sehr widerwillig die Mission antritt und vor allem seinem verwitweten, aber wenig kampferfahrenen Schwager folgt, findet er sich wenig später an dem Ort wieder, an dem die Zombie-Apokalypse ihren Ursprung nahm. Zunächst geht alles gut, das Ziel wird schnell gefunden – wenn da nicht die mysteriöse Miliz Unit 631 wäre, welche die Operation zusammen mit bösartigen Zombie-Horden innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellt. Es startet ein Wettlauf um Leben und Tod, vor allem aber gegen die Zeit. In seinem aussichtslosesten Moment kommt unerwartet lebensrettende Hilfe von zwei Mädchen, die zusammen mit ihrer Mutter und ihrem verrückten Großvater in der von Untoten überrannten Stadt zurückgeblieben sind. Zusammen schmieden sie einen letzten Plan, die koreanische Halbinsel lebend zur verlassen. Der ultimative Kampf gegen die Toten und die Lebenden im gottverlassenen Land beginnt.

  • Gejnlhzhyheto6fy5wwy5uk3a9d
  • 9794hhdqe5isu6wi8iqxajcqaao
  • Rqqbuhl2znkvhhalrlatfv2dsji
  • Rb8suufsar9kpkxuxbpr18b4eqm
  • Q97itchuaaw9mpgawbpay0a4j3m
  • Fhhax7uokndr69pluhxf2lxoxkk
  • T2incplznogy6pqh7wrazgia888
  • Tmapjyegn6hyfesjmmjdvwkxfgm
  • Kpiiqqqtjegl4etufkn7x5sgnif
Quelle: themoviedb.com

Kritik

2016 wurde für viele Fans des Zombiefilms mit Train to Busan das Genre um einen weiteren sehenswerten Streifen erweitert. Der aus Südkorea entflohene Survival-Roadtrip von Sang-ho Yeon feierte seine Premiere bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes und konnte auch die Kritiker größtenteils von sich überzeugen. Vier Jahre später versucht Yeon nun mit Peninsula, Nachfolger von Train to Busan, an den Erfolg seines vorherigen Werkes anzuknüpfen und die südkoreanische Zombielandschaft mit einer weiteren Geschichte zu füttern. Auch wenn es, abgesehen von einer mickrigen Erwähnung des namensgebenden Städtchens des ersten Teils, keinerlei relevanten Zusammenhang zwischen den beiden Filmen gibt.

Statt einem Ausflug mit dem Zug, darf der Zuschauer die Figuren in Peninsula nun bei einem Roadtrip der etwas anderen Art begleiten. Das titelgebende Peninsula ist jenes Gebiet, in dem die Zombieapokalypse unermessliche Ausmaße angenommen hat. Deshalb wurde die koreanische Halbinsel zur Deadzone erklärt und niemand kommt von oder auf die Insel. Eines Tages klopf jedoch das Schicksal an die Tür von Jeong-soek, der 4 Jahre zuvor, zu Beginn des Ausbruchs des Virus von Peninsula fliehen konnte und befördert in direkt zurück in die Untoten-Hölle. Denn als Ex-Soldat soll er zusammen mit ein paar anderen Spezialisten auf die von Zombies trotzende Halbinsel reisen und ein Geldpaket sichern. Doch wie es die Dramaturgie verlangt, geht dieser Plan natürlich schief.

Und das ist eine der größten Lasten, die der Film mit sich trägt: Der Streifen ist so verdammt vorhersehbar, wie das Fressverhalten der Zombies. Hinzu kommt die Pathos-Parade, die versucht dramaturgische Höhepunkte bedeutsamer in Szene zu werfen, als sie es in Wirklichkeit sind. Denn keine der Figuren erhält genug Screentime, sodass keinerlei emotionale Bindung zum Zuschauer aufgebaut werden kann. Egal ob Protagonist, Antagonist oder Zombie. Am Ende des Tages sind einem die Figuren in Peninsula leider nicht viel mehr als egal.

Und während Train to Busan mit seinem Setting, dem raffiniertem Schnitt von Jang-Jin-mo (Parasite) und der dadurch evozierten Spannung zu unterhalten wusste, wirft man bei Peninsula jegliche dieser Gepflogenheiten über Bord und kreiert ein überladenes Action-Spektakel, das wie eine Folge The Walking Dead auf LSD wirkt. Und obendrein dann auch noch jegliche Genre-Klischees erfüllt. Das Traurigste daran ist, das zwischen all diesen Mankos ein paar verdammt unterhaltsame Action-Sequenzen und atmosphärische Horror-Momente stecken. Die Halbinsel, oder was davon übrig ist, erweist sich als grandioser Schauplatz, der teils durch ebenso grandiose Bilder eingefangen wird und eine raue, dichte Atmosphäre kreiert.

Diese dichte Atmosphäre wird dann jedoch von einer der größten Fremdscham-Sequenzen des Jahres vollkommen in die Binsen geschossen, wenn das kleine Mädchen Jooni (Lee Re, Hope) in ihrer CGI-Karre Zombie-Horden zu Tode driftet. Die physikalischen Gesetze werden kurzerhand vollends außer Kraft gesetzt und aus dem sonst so dichten Setting wird kurzerhand ein gigantisches Pinball-Feld im Hot Wheels-Stil. Diese Sequenz wirkt dann vielmehr dem feuchten Action-Traum eines pubertären Teenagers entrissen, als dass sie in die Handlung eines Survival-Horror-Flicks passt.

Fazit

Wo "Train to Busan" Action sowie Spannung auf wesentlich subtilere Weise hervorzurufen wusste, donnert "Peninsula"  dem Publikum jene Elemente mit dem Vorschlaghammer vor die Netzhaut. Ein paar nette Action-Szenen, ein ansehnliches Setting und eine schön schaurige Atmosphäre werden leider von Pathos, CGI-Bombast und maßlosem Fremdscham torpediert. Aus diesen Gründen fühlt sich "Peninsula" eben nicht wie der runde Horrorfilm an, den sich "Train to Busan"-Fans vermutlich gewünscht haben.

Autor: Oliver Koch

Wird geladen...

×