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Inhalt

Der in Prag lebende Amerikaner Ray Carver (Oscar-Gewinner Cuba Gooding Jr.) verdingt sich seit geraumer Zeit als unabhängig agierender Auftragskiller für die lokale Unterwelt. Als er das Attentat auf eine Zielperson im Dunstkreis der russischen Mafia in den Sand setzt, weil er eine Prostituierte nicht verletzen möchte, gerät er unweigerlich selbst zwischen die Fronten eines ausufernden Bandenkrieges. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Carver sich nicht nur mit dem auf ihn angesetzten Attentäter The Wolf (Dolph Lundgren) konfrontiert sieht, sondern auch die attraktive Janice – deren Vater er vor Jahren kaltblütig ermordet hat und der er seither auf Schritt und Tritt folgt – beschützen muss.

Kritik

Cuba and Dolph vs. The ridiculously boring and inconsistent script

Rumänien ist nicht nur eine osteuropäische Republik mit knapp 20 Millionen Einwohnern, die vor allem dank Graf Dracula weltweite Berühmtheit genießt, sondern auch eine Brutstätte für schnell heruntergekurbelte Spätwerke abgehalfterter Action-Stars der 80er und 90er Jahre. „Assassination Games“ (mit Jean-Claude Van Damme), „Attack Force“ (mit Steven Seagal) und „The Detonator“ (mit Wesley Snipes) sind nur einige Beispiele jener kreativen Ergüsse, die in den letzten Jahren mit Hilfe amerikanischer Geldgeber vor Ort realisiert wurden, um nur wenige Augenblicke später bereits DVD-Player auf der ganzen Welt zum Glühen zu bringen. Auch bei „Last Bullet – Showdown der Auftragskiller“, Regisseur William Kaufmans viertem Langspielfilm nach „The Prodigy“, „Sinners and Saints“ und „The Hit List“, werden die Vorteile der osteuropäischen Location – fremdartig interessant wirkende Umgebung, locker sitzende Drehgenehmigungen für amerikanische Produktionen und im U.S. Vergleich äußerst niedrige Produktionskosten – genutzt, um mit einem zur einen Hälfte tödlich langweiligen und zur anderen Hälfte schlecht geklauten Drehbuch einen zwar actionreichen, aber auch äußerst reizlosen Direct-to-DVD-Streifen auf das Publikum loszulassen.

Die leidlich spannende Grundstory (oder genauer gesagt deren weiterer Verlauf) sollte jedem Filmfan vertraut sein, da Ähnliches bereits in dutzenden Produktionen nahezu deckungsgleich abgehandelt wurde. Die Geschichte zweier grundverschiedener Attentäter, die sich in einem Duell auf Leben und Tod gegenüber stehen und im Zuge ihres Kampfes unzählige Komparsen aus dem Weg räumen, ist nun wirklich nichts weltbewegend Neues. Das wiederum fällt jedoch nicht übermäßig stark ins Gewicht, da „The Last Bullet“ trotz dieser von vornherein in Stein gemeißelten Handlungsentwicklung, auf den ersten Blick ähnlich dynamisch wirkt, wie die artverwandten Werke „Assassins – Die Killer“ oder „Killer Elite“. Diesen Umstand verdankt der 2012er Streifen mit Sicherheit der ausgesprochen ruhigen, beinahe klassisch wirkenden, Kameraführung von Mark Rutledge und einigen dynamisch in Szenen gesetzten Kämpfen in den ersten zwanzig Minuten. Auf Grund einer der miesesten und unglaubwürdigsten Love Stories der jüngeren Vergangenheit, einigen schmerzhaft fehlplatzierten Dialogszenen und etlichen sowohl unwahrscheinlich unmotiviert wirkenden als auch nicht nachvollziehbaren Story-Twists, versinkt jedoch jedwedes aufkeimende Filmvergnügen innerhalb kürzester Zeit in einem Meer aus Kitsch und Killerpathos.

Des Weiteren fehlt es „One in the Chamber“ (Originaltitel) trotz zweier durchaus prominenter Namen am DVD-Cover, an wirklich passend harmonierenden Hauptdarstellern. Zwar bewegt sich William Kaufmans Streifen in puncto Besetzung durchwegs auf der sicheren Seite, jedoch nur wenn man die beiden Schauspieler getrennt voneinander und ohne Sichtung des Filmmaterials betrachtet. Mit Cuba Gooding Jr. angelten sich die Produzenten einen ehemaligen Topstar, dessen Oscar Gewinn längst vergessen und dessen filmische Wahlheimat bereits fast ebenso lange im gehobenen B-Movie-Sektor zu finden ist. Seinen Gegenpart besetzten die Verantwortlichen mit dem Schweden Dolph Lundgren, der zurzeit zwar mit der „Expendables“ Reihe seinen zweiten Frühling genießt, trotzdem aber seiner abwechslungsreichen Filmografie auch weiterhin in regelmäßigen Abständen den ein oder anderen Ausrutscher hinzufügt. Während der ausgezeichnet gealterte Universal Soldier nicht nur in den Actionszenen überzeugen kann, langweilt die Trauermine von Gooding Jr. nach wenigen Minuten nahezu genau so sehr wie das löchrige Drehbuch. Vor allem aber in der angestrebten Kombination funktioniert die Paarung in keinster Weise, da man den beiden Haudegen weder die erbitterte Konkurrenz noch die zusammengeraufte Partnerschaft so richtig abkaufen mag.

Fazit

„One in the Chamber“ ist ein stereotypisches B-Movie der neuen - schnell heruntergekurbelten - Schule, welches zwar durch einige passable Actionszenen, eine ruhige Kameraarbeit und einen motivierten Dolph Lundgren überzeugen kann, aber durch eine langweilige Inszenierung, eine äußerst schlecht funktionierende Filmpartnerschaft und eine nervige Liebesgeschichte merklich an Attraktivität verliert. William Kaufmans Streifen kann man sich als Actionfan folglich durchaus zu Gemüte führen, wobei man seine Zeit mit „Chill Factor“ (Gooding Jr.) oder „The Mechanik“ (Lundgren) auch weitaus unterhaltsamer verplempern kann.

Autor: Christoph Uitz

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