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Quelle: themoviedb.org
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  • 72 Min
  • Regie
  • Drehbuch
  • Cast

Inhalt

Sanghee besucht mit ihrem Bruder ihre Mutter auf Jeju – zum ersten Mal seit 10 Jahren. Das Restaurant der Mutter ist ein Erfolg geworden. Ihr Stiefvater dreht einen Film über ein «Grasgrab», seine Tochter hat mit dem Malen begonnen. Man tauscht Neuigkeiten, unnötige Ratschläge und billige Komplimente aus. 

Kritik

In einer der unscheinbaren Alltagsszenen, in deren lebensnaher Rekonstruktion es Hong Sang-soo zu einer Art Meisterschaft gebracht hat, sagt die Protagonistin Sang-hee (die gewohnt wunderbare Kim Min-hee, By the Stream) Filme zu machen sei eine Form von Betrachtung. In einem beliebigen Drama wäre dies nur eine lapidare Feststellung. Im jüngsten der 35 Werke des koreanische Auteurs, der bei seinem fünften Besuch in Locarno zum zweiten Mal seit Our Sunhi als bester Regisseir ausgezeichnet wurde, offenbart sich darin eine tiefere Reflexion des eigenen filmischen Schaffens. 

Dessen letzten Beiträge schienen immer mehr auf der Suche nach einem klaren und sicheren Fokus, visuell, stilistisch und narrativ. Den hat er nun offenbar gefunden in seines pointierten Porträt eines Familientreffens. Sein malerischer Schauplatz ist Jejus herbe Küstenlandschaft, dessen strahlende Farben und Weite eine optimistische Offenheit ausstrahlen. Amateur-Filmemacherin Sang-hee besucht hier gemeinsam mit ihrem Bruder (Shin Seok-ho, The Day She Returns) ihre Mutter (Choi Myung-gil), die sie seit zehn Jahren nicht gesehen hat. Buchstäblich holperig beginnt auch das Kennenlernen deren neuen Partners (Kwon Hae-hyoEolgul). 

Ebenfalls Regisseur und augenscheinlich etabliert, begegnet er seiner Quasi-Stieftochter mit paternalistischer Beflissenheit. Sang-hee ihrerseits entdeckt mehr Gemeinsamkeiten mit ihrer Stiefschwester (Park Miso). Sie entwickelt ebenfalls ihr künstlerisches Talent, wie sie Sang-hee erklärt, durch die Variation gleicher Motive. Gleiches tut Hong, der die Patchwork-Familie zu den bewährten Aktivitäten schickt. Auf Spaziergängen und beim gemeinsamen Essen, bei dem mitunter zu viel getrunken wird, entfalten sich mokante, bis dezent melancholische Gespräche. Sie halten die gemächliche Handlung in Gang und erlauben Einblicke in die Charaktere, vor und hinter der Kamera.  

Fazit

Mit dem zweite Pardo d‘Oro für die Beste Regie und der Ehrung für "Right Now, Wrong Then" 2015 ist Hong Sang-soo nun eine feste Instanz auf dem Locarno Film Festival. Dort ist seine bittersüße Humoreske ein Kleinod von zarter Poesie, vor allem dank der sensiblen Darstellung der für die beste schauspielerische Leistung  ausgezeichneten Kim Min-Hee. Gedreht in nur sechs Tagen, atmet die Handlung die Lebendigkeit des organischen Kreativ-Prozesses. In Konversationen manifestieren sich unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven auch bezeichnende Verweise auf Doppelmoral und demonstrative Ausgrenzung. 

Kritik: Lida Bach

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