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MB-Kritik

Midday Meal 2026

Drama

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Mohammad Rahimi
Kheyri Zakeri
Rahim Bakhsh Pira
Heybatmorad Damani

Inhalt

In einem ausgedörrten Dorf in einer kargen Einöde, das wie das Ende der Welt wirkt, ist Solan der einzige Lehrer. Nach Jahren in einer schlecht bezahlten Aushilfsstelle hegt er einen bescheidenen Traum: Er möchte fest angestellter Lehrer werden und gemeinsam mit seiner Mutter in einem richtigen Haus leben. Doch die Situation gerät ins Wanken, als der Wohltäter stirbt, der das Verpflegungsprogramm der Schule finanziert hat. Fällt die Mahlzeit weg, werden die meisten Schüler dem Unterricht fernbleiben – und die Schließung der Schule wird unvermeidlich. Von der Schulbehörde ist keine wirkliche Hilfe zu erwarten; sie ordnet lediglich an, den Unterricht aufrechtzuerhalten.

Kritik

“Wohltätigkeit hat ihre eigenen Regeln, kommentiert der Vorgesetzte des verzweifelten Protagonisten Majid Majidis sozialrealistischer Studie ökonomischen, strukturellen und moralischen Zerfalls. Alle drei sind unauflöslich verwunden in einem desillusionierten Drama idealistischen Irrationalismus und institutioneller Indifferenz. Staatliche Fürsorge existiert nur noch innerhalb eines erdrückend engen Rahmens wirtschaftlicher Abhängigkeit. Deren Zwänge untergraben unerbittlich Altruismus und Ambitionen eines provisorisch angestellten Grundschullehrers (ein hervorragender Mohammad Rahimi), den die Streichung des spendenbasierten Schulessens immer weiter in eine gesellschaftliche und gesetzliche Grauzone drängt. 

Als befristet beschäftigter Lehrer eines entlegenen Dorfes in der südostiranischen Region Chabahar ist sich Davoud Soulan (Rahimi) der existenziellen Not der ihm anvertrauten Kinder schmerzlich bewusst. Die meisten kommen nur wegen des kostenlosen Mittagessens in die Schule, der nach dem Tod ihres einzigen finanziellen Förderers die Schließung droht. Weil ohne Geldgaben das Essen wegfällt, kommen die Kinder nicht mehr und ohne Kinder keine Schule. Verlust seiner Stellung droht Davoud der von Sinnhaftigkeit und sozialem Status. 

Letzten sichern sollte eine Festanstellung, die ihn in vier Monaten erwartet hätte, und eine mit dem Gehalt erworbene Stadtwohnung für sich und seine alte Mutter (Kheyri Zakeri). Die Rettung seiner bescheidenen Träume treibt Davoud noch mehr als das Wohl der Kinder, als er zur Selbstfinanzierung des Schulessens Sprit zu schmuggeln beginnt. Systemisches Scheitern erodiert auf privater Ebene die moralischen Maßstäbe, derer, die sie im öffentlichen Rahmen aufrecht erhalten wollen. Sozialsinn und Selbstsucht überschneiden sich in einer niederschmetternden Konfrontation ethischer Ökonomie. 

Fazit

Die absurde Architektur des desolaten Bildungssapparats knüpft in Majid Majidis bedrückendem Sozialporträt die Ausführung administrativer Aufgaben an unerfüllbare kapitalistische Konditionen. Die titelgebende Mahlzeit markiert zugleich einen konstitutionellen Kontrastpunkt, an dem die Sicherung abstrakter Rechte auf Bildung und Grundversorgung an deren Finanzierung scheitert. Bürokratie lanciert die Verantwortungsverechiebung vom Staat auf das Individuum, das ins kriminelle Abseits gedrängt wird. Houman Behmaneshs kongeniale Kamerabilder kontrastieren die farbenfrohen Aufnahmen des Essens und seiner kollektiven Zubereitung mit tristen Aufnahmen staubiger Einöde als Synonym der ethischen Einschränkung der differenzierten Charaktere. 

Autor: Lida Bach