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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nach dem tragischen Verlust ihres geliebten Bandkollegen Chester Bennington und einer siebenjährigen Schaffenspause kommen die verbliebenen Bandmitglieder von LINKIN PARK nur schwer voran. Ihre gemeinsame Vergangenheit und das starke Band der Freundschaft sowie die frischen Blickwinkel zweier neuer Bandmitglieder entfachen ein kreatives Feuer, das den Weg für eine transformative Reise und künstlerische Neuerfindung ebnet. Dieser Film UNSHATTER begleitet die Band unter anderem bei Studiosessions im ganz kleinen Kreis ab 2022 ebenso wie bei ihrem explosiven Album-Release von „FROM ZERO'' und Konzert am 15. November 2024 in São Paulo.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„The Hardest Part of Ending is Starting Again“

Mit ihrem Debütalbum „Hybrid Theory“ startete die US-amerikanische Rockband Linkin Park im Jahr 2000 richtig durch. Mit Hits wie „In the End“, „Numb“, „What I've Done“, „Crawling“ oder „Castle of Glass“ wurden sie weltweit bekannt. Doch die Erfolgsgeschichte nahm durch den tragischen Tod ihres Leadsängers Chester Bennington im Jahre 2017 ein jähes Ende. Seine unverwechselbare Stimme prägte die Musik der Band entscheidend. Linkin Park zog sich daraufhin zurück und jahrelang dachte man, dass die Band ohne Chester Bennington nicht weiter existieren könnte. Doch 2024 überraschten sie die Musikszene und ihre Fangemeinde. Mit Emily Armstrong als neuer Leadsängerin und Colin Brittain am Schlagzeug formierte sich die Band neu. Sie schafften es nicht nur, sich wieder in die Herzen ihrer Fans zu spielen, sondern erzielten mit „The Emptiness Machine“ sogar ihren ersten Nummer-eins-Hit in Deutschland. Auch in anderen Ländern erreichte der Song die Chartspitze und das Album „From Zero“ knüpfte an die früheren Erfolge der Band an. Auch die anschließende „From Zero World Tour“ entwickelte sich zu einem internationalen Großereignis und führte Linkin Park über mehrere Jahre durch die großen Arenen und Stadien der Welt. Überall wurden sie begeistert von ihren Fans begrüßt und schafften es sogar, neue Fans hinzuzugewinnen.

„The Clock Keeps Tickin' The Rules Aren't Written“

Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass eine derart prägnante Stimme wie die von Chester Bennington ohne Weiteres ersetzt werden kann. Wie es zu diesem Comeback und Neustart kam, wird in der Dokumentation Linkin Park: Unshatter nacherzählt. Der Film ist kein Konzertfilm, sondern begleitet die Band von ihren ersten Schritten des Neuanfangs fünf Jahre nach dem Tod ihres Leadsängers bis hin zur fulminanten Comeback-Tour. Die Musiker begannen allmählich wieder gemeinsam Musik zu machen, ohne zu wissen, wohin dieser Weg führen würde. Dabei wird auch gezeigt, wie die neuen Bandmitglieder hinzukommen und wie sich die neue Formation langsam zusammenfindet. Schon der Titel „Unshatter“ beschreibt dabei ziemlich treffend, worum es in der Dokumentation geht. Etwas, das zerbrochen ist, lässt sich nicht einfach wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Genau darum geht es auch bei Linkin Park. Die Band versucht nicht, die Vergangenheit ungeschehen zu machen oder Chester Bennington zu ersetzen. Vielmehr müssen die Musiker lernen, mit den Bruchstellen ihrer gemeinsamen Geschichte zu leben und trotzdem etwas Neues entstehen zu lassen.

„I'm Holding Up a Light Chasing Out The Darkness“

Eingerahmt wird die Handlung vom Konzert in São Paulo am 15. November 2024. Immer wieder werden Ausschnitte des Konzerts eingeblendet, Songs angespielt und die Atmosphäre im Stadion eingefangen. Auch die Fans werden gezeigt. Kaum ein Song wird allerdings vollständig gespielt. Ursprünglich war gar nicht geplant, aus den Aufnahmen eine Dokumentation zu machen. Joe Hahn, der selbst Mitglied der Band ist, hatte die Kamera zunächst einfach laufen lassen. Die Aufnahmen sollten den Bandmitgliedern als Erinnerung an diese besondere Zeit dienen, ohne den konkreten Plan, daraus später eine Dokumentation zu machen. Erst nach dem erfolgreichen Comeback fiel die Entscheidung, aus dem vorhandenen Material einen Film zu realisieren. Die Kamera scheint dabei immer mittendrin zu sein. In den vielen Szenen aus den Probenräumen ist sie statisch aufgebaut, verändert ihren Blickwinkel kaum und wird so zum stillen Beobachter aus dem Hintergrund. Sie beobachtet, wie sich die Band neu formiert, wie sie sich neu findet und wie eine neue Dynamik mit den neuen Bandmitgliedern entsteht. Sie zeigt, wie die Musiker über den Fortbestand der Band diskutieren, ihre Schuldgefühle überwinden und letztendlich die Entscheidung treffen, wieder als Linkin Park auf der Bühne zu stehen.

„Put Under The Pressure of Walking In Your Shoes“

Ergänzt werden die zahlreichen Gespräche der Bandmitglieder untereinander während der Studioaufnahmen und Proben durch Interviewsequenzen. Hier werden die einzelnen Entwicklungen eingeordnet und die Protagonisten sprechen zusätzlich über ihre Gefühle und ihre persönliche Beziehung zur Musik und zur Band. Selbstverständlich steht zu Beginn der Dokumentation der Umgang mit dem Tod des früheren Leadsängers Chester Bennington. Auch sein Erbe wird in der Dokumentation berücksichtigt, ohne dass er bei der Neuaufstellung der Band allzu präsent ist. Es geht nicht darum, die Vergangenheit einfach wiederherzustellen, sondern darum, einen Weg zu finden, als Band weiterzumachen. Unshatter liefert tiefe Einblicke in das Innenleben der Band und vor allen Dingen in die Gefühlswelt der alten Bandmitglieder, aber auch der neuen Mitglieder. Besonders Emily Armstrong und ihr Umgang mit dem schweren Erbe als neue Leadsängerin stehen dabei im Mittelpunkt. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation, wie sie ihren Platz in der neuen Formation findet und wie sich die Dynamik innerhalb der Band entwickelt.

„Remember All The Sadness And Frustration And Let It Go“

Die Dokumentation liefert aber auch eine gewisse Leichtigkeit. Sie zeigt, wie viel Freude die Bandmitglieder am Musizieren haben und wie es ihnen hilft, über den Tod von Chester Bennington hinwegzukommen. Die Aufnahmen aus dem Studio vermitteln jede Menge Spaß, aber natürlich auch emotionale Momente. Gerade hierdurch wird deutlich, dass der Neustart nicht allein aus der schwierigen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit besteht, sondern auch aus der Freude darüber, wieder gemeinsam Musik machen zu können. Was man von dieser Dokumentation allerdings nicht erwarten darf, ist eine Aufarbeitung der gesamten Bandgeschichte von Linkin Park. Es ist kein Porträt über die Band an sich. Gezielt setzt die Dokumentation erst mit dem Neubeginn und den ersten zarten Anfängen nach dem jahrelangen Rückzug ein. Es gibt weder einen biografischen Abriss der alten noch der neuen Bandmitglieder. Vorkenntnisse werden daher erwartet, zumindest aber ein gewisses Interesse an der Band. Dennoch ist die Dokumentation nicht nur ein Dankeschön an die zahlreichen Fans, die Linkin Park über Jahre die Treue gehalten haben, sondern auch ein sehenswerter Film für Musikliebhaber.

Fazit

„Linkin Park: Unshatter“ ist kein Film über die Vergangenheit von Linkin Park, sondern über ihr Comeback und ihren Versuch, trotz der schwierigen Vergangenheit durch den tragischen Verlust ihres Leadsängers Chester Bennington eine Zukunft zu finden. Die Dokumentation zeigt eine emotionale Reise, bei der es nicht darum geht, das Zerbrochene einfach wieder zusammenzusetzen, sondern mit den Bruchstellen zu leben und trotzdem etwas Neues entstehen zu lassen. Vor allem für Fans der Band, aber auch für Musikliebhaber, ist „Unshatter“ daher sehenswert.

Kritik: Andy Mieland

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