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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Wild peitschende Wellen, ein unheilvoll aufziehender Sturm und das drohende Krächzen von Raben, deren Schwingen den Himmel verdunkeln: Es scheint in der Tat eine apokalyptische Nacht zu werden, die dem kleinen schottischen Städtchen Inveree bevorsteht, als Rachel Heggie zu ihrer ersten Schicht im örtlichen Polizeirevier aufbricht. In den gespenstisch leeren Gassen wird sie Zeuge eines Autounfalls, dessen Opfer scheinbar spurlos verschwindet. Wenig später taucht der selbe Mann im Revier auf, nistet sich ein zwischen Rachels gleichgültigen Kollegen und dem Abschaum, der in den Zellen im Keller hinter Gittern sitzt – und bald beginnt für alle Beteiligten ein schicksalhafter Albtraum, dessen mörderisches Finale nur die wenigsten überleben werden.

Kritik

Düstere Wellen schlagen gegen die Klippen Schottlands, schwarze Raben fliegen über den dunklen, wolkenverhangenen Himmel, über all dem schwebt ein beklemmender, wummernder Bass und inmitten dieser wunderbar atmosphärischen Eröffnung erhebt sichLiam Cunningham ("Game of Thrones") aus den Wellen. „Let us Prey“, das Langfilmdebut von Brian O'Malley, startet ungemein stark mit einer solch düsteren und elektrisierenden Introsequenz, dass man zugleich gespannt, wie auch gewarnt ist vor dem, was da auf den Zuschauer wartet. Am Ende mag „Let us Prey“ dann zwar kein guter Film sein, aber wohl der bisher straighteste Horror-Gore-Actioner des laufenden Fantasy Filmfests.

Machen wir gar keinen lange Hehl daraus: „Let us Prey“ ist nicht im eigentlichen Sinne ein Film mit tollen Charakteren oder einer mitreißenden Geschichte. „Let us Prey“ ist viel mehr ein düsteres Meer aus dunklen Bildern und einer bedrückenden Atmosphäre, die einem von Anfang an suggeriert, dass im schottischen Städtchen Inveree kein Friede, Freude, Eierkuchen zu erwarten ist. Da mag es, bei den ganzen Außenshots der verlassenen Stadt, auch Anfangs etwas komisch anmuten, dass sich „Let us Prey“ über gerade mal eine Hand voll Stunden (inklusive Flashbacks) erstreckt und zum Großteil nur im beengten Polizeirevier der kleinen Stadt verortet ist. Die Charaktere bekommen daher auch alle keine großartige Einführung, selbst Hauptdarstellerin Pollyanna McIntosh("Drecksau") hat keine wirkliche Herkunft, Freunde, Bekannte, oder überhaupt ein Leben abseits ihres frisch gestarteten Polizeijobs. Dementsprechend sind auch alle anderen Figuren (von denen es auch nur eine Hand voll gibt) nicht mehr als düstere, abgrundtief böse Menschen mit einer Vorliebe für Blutrunst, Mord und Wahnsinn Und alle haben ihre Schuld zu begleichen. Ein Liam Cunnigham schaut dann meistens extrem wissend und finster in die Kamera, erschafft aber trotzdem eine Präsenz des Erhabenen um sich, was sicherlich auch an der tollen Eingangssequenz liegt. Cunningham ist auf jeden Fall eine extrem coole Sau und erfüllt den Job des undurchsichtigen Bad-Asses voll und ganz.

Sonst hat „Let us Prey“ in seiner sehr kurzen Laufzeit aber durchaus mit ein paar Längen zu kämpfen. Und ab und an fällt es dann eben doch auf, dass hier keine richtige Geschichte erzählt wird, sondern diverse Figuren Flashbacks und fiese Dinge erleiden müssen, während Liam Cunnighams Six das alles zynisch und finster kommentiert. Aber nach dem Trailer sollte man sich so etwas wie tiefgründige Charaktere oder eine emotionale Geschichte auch nicht erwarten. „Let us Prey“ will und wird niemanden zu Tränen der Rührung bringen, sondern läuft einfach straight und blutig von A nach B, klatscht dabei teils extrem coole Bilder auf die Leinwand, mag an manchen Stellen (vor Allem in der ersten Hälfte) aber auch ab und an zu langweilen.

Doch wenn dann der blutige und überzogene Showdown über die Leinwand rollt, inklusive eines völlig (nicht unbedingt negativ) behämmerten Endes, dann weiß jeder wieder, dass „Let us Prey“ nicht existiert, um großartig im Gedächtnis zu bleiben oder gar wirklich ernst genommen zu werden. „Let us Prey“ ist Düsternis und Blutrunst in Reinkultur, nimmt, im Gegensatz zu den Figuren in der Geschichte, keine Gefangenen und zögert nicht dem Zuschauer sofort zu enthüllen, was er sein will. Und in dieser Hinsicht ist der Film dann auch absolut ehrlich: Ein kleiner, dreckiger Genrestreifen, mit cooler Atmosphäre, wummerndem Bass und vielen sehr, sehr bösen Menschen, die blutig das Zeitliche segnen. Die Frage nach dem „Warum“ ist dann auch gar nicht mehr so wichtig. Man lässt sich einfach knapp 90 Minuten von Tot und Gore unterhalten. And that's it.

Fazit

Regisseur Brian O'Malley knallt uns mit „Let us Prey“ einen düsteren, reinrassigen Genrehorror auf die Leinwand, der weniger gruseln oder gar anspannend soll, sondern dem Zuschauer seine Gewalt und seine Kompromisslosigkeit voll ins Gesicht schlägt, ohne Rücksicht auf eine berührende Geschichte, einen Spannungsbogen oder gute Charaktere. „Let us Prey“ ist blutrünstig und böse. „Let us Prey“ ist sinnentleertes bloody business

Autor: Thomas Söcker

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