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Inhalt

Unter den Tieren im Wald herrscht Unruhe. Der nahe Bach ist vor Wochen versiegt, die letzten mühsam gesammelten Wasservorräte gehen dramatisch zur Neige. Trotz der drohenden Not schenkt einzig Igelmädchen Latte den Worten des verschrobenen Raben Korp Glauben, Bärenkönig Bantur hätte den magischen Wasserstein gestohlen und in seiner Palasthöhle versteckt. Demnach wird das Wasser erst wieder fließen, wenn der Stein zurück an seinen Ursprung gelangt. Mutig wagt sich Latte auf die weite, ungewisse Reise, fest entschlossen den wasserspendenden Stein zu finden. Völlig unerwartet folgt ihr Tjum, ein schreckhafter und ängstlicher Eichhörnchenjunge. Wegen der großen Gefahren, die außerhalb der Lichtung lauern, will Tjum Latte zum Umkehren überreden, was jedoch bei der eigensinnigen Latte auf taube Ohren stößt. So muss das ungleiche Paar auf einem Weg voller Abenteuer erst noch lernen einander zu vertrauen, am Ende aber, zu echten Freunden zusammengewachsen, können sie selbst gegen die größten und gefährlichsten Tiere des Waldes bestehen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Latte Igelkott och Vattenstenen: Mit diesem Buchtitel und einer einmaligen markanten Optik eroberte im Jahre 1956 der kleine kämpferische Igel Latte die Herzen von unzähligen Kindern. Zwei Jahre später folgte mit Latte Igel und der Wasserstein auch die deutsche Veröffentlichung. Nun, nach rund 50 Jahren, folgt der nächste (längst überfällige) Sprung auf die große Leinwand: Mit Latte Igel und der magische Wasserstein wirkt dabei die Geschichte nicht nur trotz des Alters unglaublich modern, auch Optik, Geschichte und Figuren liefern ein atemberaubend schönes Märchenabenteuer ab. Egal ob Freundschaft, Zusammenhalt, Umweltschutz oder das Überwinden von Ängsten: Die Kleinen unter uns können hier nicht nur viel entdecken, sondern auch gemeinsam lernen. Dabei ist der Film im Kern eigentlich eher eine Kleinstproduktion. Doch unter der gemeinsamen Regie von Mimi Maynard, Regina Welker und Nina Wels, sowie dem Druchbuch von Martin Behnke und Andrea Deppert, entsteht trotz kleinerer Längen ein wunderschönes Abenteuer für die ganze Familie.

Latte Igel und der magische Wasserstein ist indes gleich in mehrfacher Hinsicht ein Kleinod: Während der kleine Igel Latte kurzerhand zur aufmüpfigen aber unglaublich liebenswerten weiblichen Version der Literaturvorlage wird – eine fantastische Entscheidung und zudem hervorragend von Luisa Wietzorek gesprochen – darf auch der Rest sich recht progressiv zu einem Märchen formieren: Während so beispielsweise die Natur sowie die Tiere unter der Dürre leiden, gilt es sich den Ängsten zu stellen und seinem Herz zu folgen. Zusammenhalt, Gemeinschaft und Vertrauen stehen dabei ebenso im Vordergrund, wie am Ende das Teilen von Ressourcen. Egoismus hat in der Gesellschaft des Waldes keinen Platz und wird gelungen von Latte sowie dem kleinen Eichhörnchen Tjum mehrfach überlistet, ausgetrickst und am Ende gar weggespült. Das ist gleichsam befriedigend und löblich. Insgesamt sind es besonders die Figuren, die den Film so liebenswert machen und nicht nur eine Reise bestehen, sondern sich auch insgesamt auf dieser weiterentwickeln. Zwar schafft es der Film nicht gänzlich sein Tempo zu halten und produziert ab und an einen kleinen Leerlauf, doch das Gesamtbild bleibt unglaublich stimmig.

Dies liegt auch an der durchaus guten Optik, die Latte Igel und der magische Wasserstein auf die Leinwand transportiert: Trotz des vermutlich sehr geringen Budgets – im Vergleich zur internationalen Konkurrenz – schafft hier die belgisch-deutsche Koproduktion ein ebenso abwechslungsreiches wie wunderschönes Abenteuer. Gerade die Sequenzen im Bärenschloss brillieren durch eine gute Farbstimmung und eine tolle Abwechslung. Zudem stecken im Film viele kleine liebevolle Details, die es zu entdecken gilt. Da ist es gerne zu verschmerzen, dass ansonsten Animationen und Figurenoptik etwas hintenanstehen und die Auflösung nicht immer technisch auf dem Stand der Zeit ist. Am Ende kommt es aber auf die inneren Werte an und hier kann Latte Igel und der magische Wasserstein auf allen Ebenen überzeugen. Besonders die Botschaften die uns der Film mitgibt – subtil und gut in der Geschichte eingebettet – punkten: Wenn sich schließlich die junge Generation gegen ihre Eltern stellt und Solidarität wieder großschreibt bzw. Grenzen überwindet, dann ist dies gelungene Märchenkunst. Und zu lachen gibt es natürlich auch jede Menge. Eine klare Empfehlung.

Fazit

Trotz seiner recht einfachen Optik entpuppt sich "Latte Igel und der magische Wasserstein" als inhaltlich fantastisches Märchen, welches gekonnt die geistige Vorlage in unsere Zeit transportiert und gleichzeitig zeitlos erscheint. Ein Abenteuer für die ganze Familie, wobei vor allem die Kleinen jede Menge von Latte und seinen Freunden lernen können (aber auch die Großen).

Autor: Thomas Repenning

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