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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Palermo, 2012. Giulio, ein lustloser und unzufriedener 16-Jähriger, treibt durch seine Tage, ohne Begeisterung für die Schule und ohne Zukunftsaussichten. Die Begegnung mit Ketty, einer selbstsicheren Gleichaltrigen, bietet ihm einen Ausweg aus der Monotonie. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Nach seinem 2014 erschienen Spielfilm-Debüt Diciannove rückt Giovanni Tortorici jugendliche Protagonisten in den Fokus seiner protzigen Inszenierung. Der kinematische Blick ist dabei kein psychologischer oder dramatischer, sondern vor allem voyeuristisch. Gefühlt im Minutentakt klebt die Kamera an den Körpern der Teenager-Protagonisten. Deren konstruierte Konflikte sind lediglich ein Vorwand für diese Schaulust, die vorgeblich den Blick des männlichen Hauptcharakters und seiner Kumpel folgt. Sexuelles Begehren erscheint als zentraler Inhalt ihres Lebens und somit auch der Handlung. 

Selbige bewegt sich werder zu einer charakterlichen oder dramaturgischen, noch zu einer stilistischen oder formalen Entwicklung. Ein ums andere Mal wiederholen sich die gleichen realitätsfernen Geplänkel in dem willkürlich im Jahr 2012 angelegte Plot über den 16-jährigen Giulio (Salvatore Gallina). Wie alle der ausnahmslos wohlhabenden Figuren geht er auf eine Elite-Schule, wo sein Klassenlehrer (Davide Cirri) so geringschätzig mit ihm und den übrigen Kids spricht, wie sie untereinander und Giulios Mutter (Monica Belluci, Butterfly Jam) mit ihrem Sohn.

Der fixiert sich zeitweise auf seine Mitschülerin Ketticè alias Ketty (Rachele Testagrossa), die nur aus der oberen Mittelschicht kommt, und daher ein Bad Girl Image hat. TortoriciS Narrativ entspricht den klassistischen Prinzipien, die er seinen Figuren gibt. Weniger Geld bedeutet mehr Aggressionspotenzial und Verhaltensauffälligkeiten. Ketty neigt angeblich zu Schlägereien, die selbst der markige Soundtrack nich nach mehr aussehen lässt als Kindergarten-Rangelei. Kämpfe unter Mädchen sind in diesem Filmkosmos, der seine politische Position mittels Einer dialogischen Hommage Berlusconis impliziert, 

Fazit

Elitarismus, Sexismus und Chauvinismus triefen von Giovanni Tortoricis witzlose Teenie-Comedy. Sie imaginiert die junge Generation der 10er als dauergeile, dauerbekiffte Narzissten mit schier endlosen Privilegien: Auto, iPhone und unerschöpfliches Drogen-Budget. Das klingt karikaturesk wie die aufgesetzten Dialoge und manieriertes Schauspiel, ist aber ernst gemeint. Jugend wird zum grotesken Spektakel für eine gealterte Zuschauergeneration zwischen Nostalgie und Neid. Sonnengetränke Panorama-Ansichten nobler Viertel betonen die normalisierte Privilegierung des filmischen Mikrokosmos. Ätzender Pop-Soundtrack, unebener Schnitt und eine Optik zwischen Werbe- und Video machen die richtungslos-repetitive Story so anstrengend wie die abstoße Figuren-Riege. 

Kritik: Lida Bach

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