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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eine herzerwärmende Geschichte über Familie, Fantasie und die Kraft des Selbstausdrucks.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mythische Wesen und Meerestiere schaffen eine gleichsam phantasievolle und plastische Metaphorik der vielschichtigen Themen, denen sich Louise Bagnall (Late Afternoon), Guillaume Lorin und Mark Mullery mit intuitiver Zugänglichkeit annähern. Das mentale und körperliche Eintauchen in eine magische Unterwasserwelt voll schillernder Farben und weicher Formen wird zum Sinnbild der kindlichen Erkundung der eigenen Identität. Jene ist für den kindlichen Titelcharakter der hintergründigen Animations-Fabel, die das Regie-Trio nach Jessica Loves gleichnamigem Kinderbuch kreieren, ebenso fließend wie das Wasser.

Von letztem erzählt der kleine Julián (Knyght Darius Jack) ununterbrochen seinem alleinerziehenden Vater, der ihn während der Sommerferien bei der Großmutter bleiben lässt. Die Vorfreude des lebhaften Protagonisten ebbt indes rasch ab angesichts der vielen Benimmregeln und Ermahnungen von Abuela (Milcania Diaz-Rojas, 40 Acres). Ihre Kästchen und Schatullen voll funkelnder Kleinigkeiten und alter Erinnerungsstücke ziehen Julián magisch an. Er liebt Glitzer, bunte Stoffe und das Verkleiden, was sein Vater und mehr noch Abuela mit gemischten Gefühlen beobachten.

Spielerisch und sensibel betrachtet die schlicht strukturierte Story die unbefangene Erkundung des kindlichen Selbstbildes. Gleich den magischen Meerfreunden aus Juliáns Traumwelt ist jenes Selbstbild wandelbar. Gender-Konzepte sind Mittel und Zweck gesellschaftlichen und familiären Drucks. Um ihren Enkel vor Ausgrenzung zu schützen, verbietet Abuela ihm, auf einer Parade ein gemeinsam gefertigtes Meerjungfrauen-Kostüm zu tragen. Der daraus entstehende Konflikt ist zugleich innerlich und äußerlich. Selbstakzeptanz und soziale Achtung sind hart erkämpft, ohne dramatisches Spektakel, doch mit umso mehr Gefühl. 

Fazit

Farbenfroh und freigeistig verwandeln Louise Bagnall, Mark Mullery und Guillaume Lorin Jessica Loves wunderbares Kinderbuch in ein kongeniales Kino-Märchen. Dessen leichthändige Animationen im charakteristischen Stil des irischen Animations-Studios ersetzen die filigranen Buch-Illustrationen durch lebhafte Imagination. Die daraus entstehende Dynamik verleiht der feinfühligen Handlung Momentum und unterstreicht die Verbundenheit emotionalen und sozialen Ausdrucks. Dazu gehört auch der Latinx Familienhintergrund der Figuren, deren positive Präsentation von Gender-Fluidität sowie lateinamerikanischer Kultur einen kreativen Kontrast zu politischem und filmischen Konformismus wagt. 

Kritik: Lida Bach

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