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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Anna verlässt niemals ihr Haus und lebt isoliert von der Gesellschaft, denn sie leidet unter Agoraphobie. Diese Angststörung macht ihr das Besuchen von weiten Plätzen oder Menschenansammlungen unmöglich. Ihr sterbenskranker Bruder Conrad und der Essenslieferant Dan Cooper sind ihre einzigen sozialen Kontakte. Doch ihr Bruder stirbt eines Tages und sie ist fortan allein in dem großen Anwesen. Am Tag der Beerdigung bricht eine Gruppe von Kriminellen auf der Suche nach Bargeld in die Wohnung ein. Sie bedrohen Anna, die sich jedoch als wehrhafter erweist als zunächst angenommen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Es ist schwierig, Worte dafür zu finden, was uns persönlich durch den Kopf und das Herz schnellt, wenn wir über die Bedeutung sinnieren, was ein Zuhause konkret eigentlich ausmacht. Für viele Menschen sind die eigenen vier Wände ein Rückzugsort, eine Oase der Erholung, die die Balance ermöglicht, um in der Welt außerhalb des Eigenheims klarzukommen. Zuhause zu sein, das heißt auch, einen kräftigen Schluck von dem Lebenselixier zu nehmen, welches uns anhält, immer weiterzumachen – Hier fallen die Masken; hier finden viele Menschen ihren 'Treffpunkt Leben'. Kein Wunder, dass es ein überaus beliebter Topoi im Horror-Film ist, dieses intime Refugium gnadenlos einzureißen und das damit verbundene Sicherheitsideal in seinen Grundfesten zu erschüttern. Adam Schindler hat sich diesem Thema in seinem Debüt „Deadly Home“ ebenfalls angenommen, und anders als es die Synopsis des Filmes verlauten lassen könnte, müht sich Schindler keinesfalls damit ab, einzig namhafte Vorbilder zu schablonieren.

Selbstverständlich steht in „Deadly Home“ auch das Schicksal einer Frau im Mittelpunkt, die sich im Verlauf der Handlung in irgendeiner Weise von einer Bürde zu emanzipieren hat. Dabei wird es, befolgt man die Konventionen des Genres, in erster Linie um die Dominanz des männlichen Geschlechts handeln, die die Frauen in ihrer rückständigen (Geschlechterrollen-)Gesinnung unterwerfen – sowohl durch die Verwendung verbaler wie physischer Gewalt. „Deadly Home“ aber wählt zwei durchaus innovative Wege, um sein aufkeimendes Home-Invasion-Szenario von Beginn an zu verdichten: Anna (Beth Riesgraf), Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, leidet unter einer ausgeprägten Form der Agoraphobie. Sie kann das Haus also nicht verlassen, selbst wenn es sie wollte. Damit ist sie an die Gewalt gebunden und muss die direkte Konfrontation zwangsläufig suchen. Der nächste Aspekt ist, dass das Anwesen, in dem „Deadly Home“ durchweg spielt, nicht erst durch die drei Eindringlinge mit Gewalt gefüllt wird – dieses Haus ist bereits ein Hort der Gewalt. Die Wände scheinen fortwährend davon zu berichten.

„Deadly Home“ gefällt dadurch, dass er es durchweg vollbringt, das Setting gekonnt auszunutzen und dem Haus selbst einen Charakter schenkt (nämlich den des gepeinigten Beobachters), die Gestaltung der einzelnen Räume wird oftmals durch spezielle Farben ausgezeichnet, was das aseptische Grün nur einen Schritt vom höllenroten Glimmen trennt. Und wenn sich dazu noch der schrille Score hörbar macht und immer wieder zum donnernden Crescendo auffächert, ist „Deadly Home“ definitiv ein Film, der das Genre jedenfalls unter formalen Gesichtspunkten verstanden hat. Inhaltlich thematisiert Adam Schindler den emotionalen Befreiungsschlag einer Frau, die sich endgültig den Fesseln ihrer Vergangenheit stellt – und letztlich auch in Flammen aufgehen lässt. Es mag wenig originell erscheinen, einen Psycho-Thriller mit Horror-Elementen zu präsentieren, der sich an der Katharsis seines Hauptakteurs entlangarbeitet. Doch immerhin vollstreckt Schindler es durchaus solide, neben seiner handwerklichen Klasse dem Innenleben seiner Protagonistin ein Auge zu schenken.

Fazit

Adam Schindler hat mit „Deadly Home“ einen formal bestechenden und inhaltlich durchaus interessanten Vertreter der Home-Invasion-Gattung abliefert. Sicherlich wird man hier nicht für ein Großmaß an Innovation honoriert werden können, doch „Deadly Home“ beweist, dass Home-Invasion nicht immer eine konventionalisierte Einbahnstraße sein muss. Und außerdem ist es immer wieder eine Freude, den hochtalentierten Rory Culkin vor der Kamera zu sehen! Sehenswert.

Autor: Pascal Reis

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