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Episodenfilm von Woody Allen aus dem Jahre 1986, der seinen bis dato größten kommerziellen Erfolg bedeutete. Im Zentrum der Figurenkonstellation steht die stille Hannah, die immer wieder an Thanksgiving mit Freunden und Familie zusammenkommt.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Hannah und ihre Schwestern spielt zweifellos in der Welt von Woody Allen (Manhattan). Es ist die Welt der Cocktailpartys und tiefgehenden Konversationen, in denen es völlig normal erscheint über Kunst, Kultur und die geheimsten Sehnsüchte der eigenen Existenz zu sprechen. Dazu werden Häppchen kredenzt, dynamischer Jazz aufgelegt, jede Menge Bekanntschaften geschlossen und Konflikte behandelt. Es hat etwas zutiefst Stimulierendes an diesen intellektualisierten Treffen teilzuhaben, weil sie uns auch irgendwie an unser eigenen Leben erinnern.  Solch schicke Partys haben wir freilich noch nie erlebt, denn in der echten Welt wird nicht bei einem Glas Wein über klassische Musik oder Poesie gesprochen, sondern nach der sechsten Runde Beerpong lallend über den Herzschmerz des kleinen Mannes gejammert. Das ist anders, aber irgendwie doch das selbe, sonst könnte uns Allen damit nicht so gut erreichen.

Dabei markiert Hannah und ihre Schwestern einen essentiellen Punkt im Schaffen des quirligen Amerikaners, gibt er sich doch als großer Fan Ingmar Bergmans (Schreie und Flüstern) und lehnt sein Werk dementsprechend an den schwedischen Meister an. Ebenfalls bezeichnend ist daher die Verpflichtung Max von Sydows (Das siebente Siegel), der den Film in der Nebenrolle des eigensinnigen Malers mit seiner einmaligen Leinwandpräsenz durchdringt. Überhaupt scheint die Besetzung eine der essentiellen Stärken des Films zu sein, transportieren doch gerade die punktgenauen Schauspielleistungen die Feinheiten des vielschichtig gestalteten Figurenensembles. Michael Caine (Dressed to Kill) gilt es ebenso zu bewundern wie Carrie Fisher (Star Wars), Mia Farrow (Rosemaries Baby) oder Allen selbst. Eine Schauspielriege, die den vielschichtigen Charakteren des Films angemessen ist.

Woody Allens Regie hingegen ist zurückhaltend, aber seziert die Szenerie punktgenau und räumt seiner großen Stärke, dem Drehbuch, den nötigen Platz ein. Voll von präzisen Wortwitzen und kuriosen Situationen vermengt er gekonnt Humor und Dramaund führt sein komplexes Figurenkabinett durch den Wahnsinn des alltäglichen Lebens. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beweist Hannah und ihre Schwestern ein dermaßen sensibles Gespür für die Befindlichkeiten seiner Figuren, dass man Allen für sein Verständnis des modernen Menschen schlichtweg bewundern muss. Selten entlädt sich das Drama in großen Momenten, viel spielt sich durch zarte Berührungen, flüchtige Blicke und kleine Geste ab. Ein Talent, dass Woody Allen auf jeder Ebene geltend macht und damit einen seiner besten Filme abliefert, was bei seinem gewaltigen Oeuvre durchaus Bedeutung hat.

Fazit

Selten war Woody Allen besser. „Hannah und ihre Schwestern“ ist ein wunderbar geschrieben, gespielter und in Szene gesetzter Film, der alle Stärken des Altmeisters versammelt. In seiner komplexen Charakterstruktur und der vielschichtigen Auseinandersetzung mit dem Menschen selbst, ist er eine Lehrstunde für all diejenigen, die Allen immer wieder Oberflächlichkeit vorwerfen.

Autor: Dominic Hochholzer

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