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Quelle: themoviedb.org

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Ein kapuzentragender Geselle von ungesund wirkender Gestalt erzählt mehrere Gruselgeschichten, um die Zuhörenden mahnend das Fürchten zu lehren.  

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Anthologiefilme, also Werke, die mehrere kürzere Geschichten in sich vereinen, haben im Horrorgenre eine lange Tradition. Dead of Night, Tales of Terror, Creepshow, Cat's Eye, The ABCs of Death, V/H/S – die Liste an internationalen Produktionen ist lang. Deutlich überschaubarer sieht die Sache hingegen aus, wenn man den Blick auf deutsche Produktionen richtet. So gilt der aus dem Jahr 1919 stammende Stummfilm Unheimliche Geschichten zwar als einer der ersten Filme dieser Art und mit Werken wie Der Todesking, Tears of Kali, German Angst oder Deathcember finden sich auch "jüngere" Vertreter, aber wirklich üppig fällt die Auswahl nicht aus. Andererseits hält sich die Zahl deutscher Horrorfilme allgemein in Grenzen. Aber warum eigentlich?

An mangelnder Kreativität kann es wohl weniger liegen. Schließlich waren es deutsche Filmschaffende, die das Genre mit Werken wie Der Golem, wie er in die Welt kam, Das Cabinet des Dr. Caligari oder Nosferatu, eine Symphonie des Grauens bereits vor über 100 Jahren maßgeblich prägten. Ein deutlich plausiblerer Grund dafür, wieso es verhältnismäßig wenig Horrorfilme aus deutschen Landen gibt, sind begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten. Insbesondere weil sich die deutsche Filmförderung mit Horrorfilmen eher schwertut und Gelder zumeist lieber in zugänglichere beziehungsweise für das Massenpublikum attraktivere Genres oder die cineastischen „Geniestreiche“ eines gewissen Til Schweigers (Die Hochzeit) steckt. Und das knappe Geld ist etwas, das uns schließlich zu German Horror Story bringt, der mit dem martialisch klingenden Zusatz „Teutonic Terror Tales“ ausgestattet wurde.

Dabei handelt es sich um einen – mit Blick auf die Einleitung vermutlich wenig überraschend – deutschen Anthologiefilm aus dem Jahr 2025, der sich fernab von aufwendig produzierter Hochglanzware positioniert. Stattdessen setzt sich der Film, dessen Titel höchstwahrscheinlich an die amerikanische Serie American Horror Stories erinnern soll (warum man sich für den Singular entschieden hat, bleibt indes schleierhaft), aus zehn unterschiedlichen Erzählungen – oder genauer gesagt Kurzfilmen – sowie einer reichlich rudimentären Rahmenhandlung zusammen. Manche der Kurzfilme wurden eigens für diese Produktion gedreht, andere existierten bereits vorher. Was sie jedoch alle gemein haben, sind die knappen Budgets. Und das sieht man. Soll heißen: schlichte Kulissen, simple Ausstattung sowie schwankende bis teils durchwachsene Schauspielleistungen bestimmen über weite Strecken hinweg das Bild. 

Wer sich für frühere Werke von Regisseuren wie Jörg Buttgereit (Der Todesking), Olaf Ittenbach (5 Seasons) oder Filme von Marian Dora (Melancholie der Engel) begeistern kann, dürfte mit dieser rauen, ungeschliffenen Ästhetik, die auch German Horror Story – Teutonic Terror Tales zu großen Teilen prägt, durchaus vertraut sein. Ausufernde Gore-Szenen, wie sie bei den genannten Herren nicht unüblich sind, bekommt man hier allerdings nicht geboten – obgleich die ein oder andere Härte durchaus vorhanden ist. Jedes der zehn Segmente erhält eine kurze Einführung durch einen verlotterten Gesellen, was unweigerlich Erinnerungen an den Cryptkeeper aus der Horrorserie Geschichten aus der Gruft weckt. Allerdings hat der hiesige Geschichtenerzähler in Sachen Ausstrahlung nicht den Hauch einer Chance gegen den knochigen Kollegen aus Übersee. Zudem sind die Worte des Darstellers wegen der recht unbeweglichen Latexmaske oft nur schwer verständlich.

Die Geschichten selbst fallen inhaltlich abwechslungsreich aus. Kein Wunder, wurden sie doch von verschiedenen Regisseur*innen wie etwa David Brückner (Rapunzels Fluch), Ezra Tsegaye (Monster on a Plane) oder Daniel Flügger (Dead Past – Rache aus dem Jenseits) inszeniert. Brückner war es im Übrigen auch, der das Projekt initiierte und produzierte. Erzählt wird von irren Mördern, unheimlichen Ereignissen, „lovecraftschen“ Wesen sowie einigem mehr. So ziemlich jeder Beitrag bietet inhaltlich (und vereinzelt sogar in Sachen visueller Präsentation) etwas Neues, wobei die jeweilige Qualität, wie bei Anthologien häufig der Fall, doch recht wechselhaft ausfällt. Allgemein empfiehlt es sich, die Erwartungen bezüglich Tiefgangs, Figurenzeichnung oder dramaturgischem Aufbau zurückzuschrauben – wobei dies mit Blick auf die rund 90-minütige Gesamtlaufzeit und die damit verbundene Länge der einzelnen Segmente nur bedingt überrascht. 

Teilweise wird man direkt ins Geschehen geworfen, wodurch kaum Gelegenheit besteht, sich mit den Figuren oder dem Szenario vertraut zu machen. Hinzu kommt, dass manche dieser Episoden beinahe ebenso abrupt aufhören, wie sie begonnen haben. Ein klassischer Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss ist daher nicht immer erkennbar. Aber trotz der nicht von der Hand zu weisenden Defizite sowie einiger besonders schwacher Kapitel hat German Horror Story auch Erzählungen zu bieten, die sich positiv vom übrigen Material abheben. Alois R. Knapps Torres' Beitrag After Darkness Comes the Light besteht beispielsweise größtenteils aus einer längeren Plansequenz und bietet – obwohl es inhaltlich an Kontext zum besseren Verständnis mangelt – ordentliches Schauspiel sowie eine durchaus ansehnliche, mit Nahkampfwaffen ausgetragene Kampfsequenz. 

Silent Monitor von David Brückner hingegen erinnert ein Stück weit an Werke wie Paranormal Activity und stellt den wohl spannendsten Teil der Anthologie dar. Einen nicht unwesentlichen Anteil hat daran Hauptdarstellerin Simone Geißler (Die letzte Frau), die ihrerseits die überzeugendste schauspielerische Leistung innerhalb von German Horror Story abliefert. Ebenfalls zu gefallen weiß der von Shamila Lengsfeld mithilfe von KI-Tools erstellte Echoes from the Abyss. Dabei handelt es sich um einen Animationsfilm, der seine Geschichte mithilfe von – nennen wir es – partiell bewegten Standbildern erzählt. Letztere präsentieren sich sowohl farbenfroh als auch aufgrund des Kreaturen-Designs angenehm bizarr, wenngleich die aus dem Off erklingende Erzählerstimme weniger gut gewählt wurde. Außerdem wäre da noch der von Ferry Kaupisch stammende The Embrace of the Sea

Mit seinen in Schwarzweiß gehaltenen Bildern von Küste, Strand und Meer, die mit ruhigen Klängen kombiniert werden, liefert Kaupisch den atmosphärisch dichtesten Kurzfilm der Anthologie und entfaltet dabei fast schon eine hypnotische Wirkung. Doch ungeachtet dieser durchaus vorhandenen Lichtblicke bleibt German Horror Story über die gesamte Laufzeit betrachtet ein eher schwacher Film, bei dem die gelungeneren Beiträge die zahlreichen Schwächen bzw. weniger überzeugenden Abschnitte nicht aufwiegen können. Wobei gerade Fans von knapp budgetierten Independent-Filmen einige der genannten Mängel wohl weit weniger schwer gewichten würden. Am Ende ist es vor allem erfreulich, dass die Beteiligten durch diesen Langfilm die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeit einem breiteren Publikum präsentieren zu können. 

Fazit

„German Horror Story – Teutonic Terror Tales“ ist ein Anthologiefilm, der seinem Publikum einen Einblick in die Untiefen des deutschen Independent-Horrors gewährt. Was sich einem hier bietet, ist unperfekt, rau und eigenwillig – aber auch vielfältig sowie ideenreich. Leider unterliegen die einzelnen Segmente des Films deutlichen Qualitätsschwankungen. Einige der gebotenen Geschichten sind stark in ihrer Umsetzung, andere wiederum können weniger bis gar nicht überzeugen. Letztere machen leider den Großteil der Laufzeit aus, weshalb „German Horror Story – Teutonic Terror Tales“ schlussendlich ein ziemlich unterdurchschnittliches Gesamtbild abgibt. Trotz alledem gilt: Fans von Independent-Horror werden sich wohlfühlen. 

Kritik: Constantin Wieckhorst

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