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Als ein Mitglied eines mit Straßenbauarbeiten betreuten Gefängnistrupps unvermutet eine blutige Schießerei auslöst, gelingt den beiden Häftlingen Charles Piper (Laurence Fishburne, der Morpheus aus „Matrix“) und Luke Dodge (Stephen Baldwin aus „The Usual Suspects“) eine spektakuläre Flucht. Obwohl sich die beiden ungleichen Sträflinge am liebsten sofort trennen würden, müssen sie notgedrungen zusammenarbeiten, da sie kurz vor ihrem Ausbruch mit Handschellen aneinander gekettet worden sind. Auf ihrer Flucht vom Hinterland Georgias bis in die Straßenschluchten von Atlanta werden die beiden nicht nur von dem U.S. Marshall Pat Schiller (Robert John Burke) und dem Polizisten Matthew Gibson (Will Patton) sondern auch von der kubanischen Mafia gejagt.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

There‘s no movie like a mid-90s Buddy Movie

Die Beliebtheit von Neuauflagen einflussreicher Klassiker, unter Berücksichtigung aktueller Sehgewohnheiten und mit tatkräftiger Unterstützung von aktuell prominenten Hollywood-Stars, ist mit Sicherheit kein Produkt der 00er Jahre. Bereits in den filmtechnisch ausgesprochen umtriebigen 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, waren Neuinterpretationen altehrwürdiger Erfolgsformate gang und gäbe. So auch im Falle von Kevin Hooks („Passenger 57“) 1996er Actionthriller „Fled – Flucht nach Plan“. Dieser basiert nämlich lose auf Stanley Kramers Oscar prämiertem Glanzstück „The Defiant Ones“ aus dem Jahr 1958, in dem die beiden Schauspielschwergewichte Tony Curtis und Sidney Poitier als ungleiches Duo um ihre Freiheit kämpfen. Die Betonung liegt hierbei jedoch ganz klar auf dem Wort lose, da sich Hooks Remake eher als lockere Actionkomödie im Stil von „48 Hrs.“ und nicht als dramatisch angehauchter Thriller mit gesellschaftskritischen Untertönen versteht.

Trotz der unleugbar Comedy-lastigen Ausrichtung des Streifens und der typischen Buddy-Movie-Sprüche von Fishburne und Baldwin wartet „Fled“ vor allem zu Beginn und im rasanten Mittelteil mit einigen durchaus brutalen Szenen auf. Diese führten schlussendlich auch dazu, dass der Film ursprünglich in zwei verschiedenen (Video-)Versionen im Handel zu erwerben war – einer ungekürzten FSK 18-Fassung und einer um 40 Sekunden zensierten FSK 16-Version, die bis heute auch des Öfteren im Free-TV zu bestaunen ist. Erst im Zuge der, von 20th Century Fox initiierten Neuprüfung durch die FSK kam es zu einer altersmäßigen Abstufung der ungeschnittenen Version und beinahe im selben Atemzug zu einer Neuveröffentlichung im Rahmen der Action Cult Uncut Reihe. In diese fügt sich Kevin Hooks Retro-Action-Film auch ohne weiteres ein. Vor allem der äußerst brutale Ausbruch, eine „Lethal Weapon“ mäßige Folterszene und einige blutige Shoot-Outs können durch ihre schnörkellose Inszenierung begeistern und erscheinen auch heute noch roh und explosiv, ohne dabei allzu trashig oder gar lächerlich zu wirken. An dieser Stelle kommt man als Action-Aficionado auch nicht umhin, die tolle Stuntarbeit von „Fled“ gesondert hervorzuheben.

Seine anhaltende Faszination zieht ein gelungenes Buddy-Movie jedoch im Endeffekt weder aus einer innovativen Storyline noch aus tollen Actionszenen sondern aus der (meist dialoggesteuerten) Chemie seiner beiden Hauptdarsteller. Wenn diese fehlt, kann auch der talentierteste Regisseur den Karren nicht mehr vollständig aus dem Dreck ziehen. Im Falle von „Fled“ hat man sich mit Laurence Fishburne und Stephen Baldwin zwei Profis geschnappt, die zwar in keiner Szene eine ähnlich intensive Beziehung wie Mel Gibson und Danny Glover – „Lethal Weapon“ – oder Bruce Willis und Damon Wayans – „The Last Boy Scout“ – aufzubauen vermögen, aber ansonsten perfekt harmonieren. Besonders jener Teil des Films, in welchem die beiden flüchtenden Sträflinge zwangsläufig einen gemeinsamen Rhythmus finden müssen, weiß zu begeistern. Hierbei verstärken (vor allem im O-Ton) dutzende, beiläufig eingestreute Querverweise auf Actionklassiker wie „Shaft“ oder „Deliverance“ und überzeichnete (sprachliche) Eigenheiten der Region die packende Grundstimmung zwischen den dynamischen Actionszenen.

Fazit

Kevin HooksFled – Flucht nach Plan“ ist ein Paradebeispiel für einen gelungenen 90er Jahre Actionstreifen mit Wohlfühlgarantie. Sicherlich nicht mit der originellsten Story ausgestattet, überzeugt der Film durch zwei überaus sympathische Hauptdarsteller, einige gut platzierte Filmzitate, eine tolle Stuntarbeit, etliche explosive Actionszenen und eine routinierte Inszenierung. Eindeutig besser als sein Ruf und mit Sicherheit spannender als die hundertste PG13 Actionkomödie ohne Biss.

Autor: Christoph Uitz

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