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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die mexikanische Klangkünstlerin Adela reist mit Lucho, einem Guide und Übersetzer, vom Dschungel in die peruanischen Anden. Auf den Spuren ihres Grossvaters, eines exilierten Republikaners, webt sie eine Klangkarte bedrohter Sprachen. 

Kritik

Umso intensiver sich die persönliche Protagonistin Meritxell Colell Aparicios (Dúo) sensorischer Dramas ihre unterbewussten Hemmungen loszulassen bemüht, umso fester halten sie die diffusen Ängste: vor Endlichkeit, dem Entwurzelung, und alles verschlingender Stille. Eine Antithese dieser intuitiven Schrecken ist die linguistische Klangkarte, die Adela (Angélica Castelló) auf ihrer Reise in die titelgebenden Wälder im Südosten Perus von bedrohten Sprachen anlegt, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Das Projekt der einsamen Künstlerin, reflektiert ihre Suche nach zwischenmenschlicher Verbindung.

Das Festhalten der ihr unvertrauten Sprachen wird zum symbolschweren Selbstzweck. Offenbar hat Adela, die ein fiktives Alter Ego der Regisseurin zu sein scheint, keinerlei konkrete Verwendungsabsicht. Ihr sprachbewanderter Guide Lucho (José Luis López Cama) ist ihre einzige unmittelbare Verbindung zu der mythisch anmutenden Umgebung, in der sie sich sukzessive verliert. Parallel formen Rückblenden zu ihrer isolierten Kindheit in der mexikanischen Provinz das biographische Fundament ihrer Fixierung. Die dauernde Abwesenheit ihrer Eltern macht ihre Nanny zur mütterlichen Bezugsfigur.

Ihre Großeltern widmen sich in ihrer Forschungsarbeit ebenfalls Klangformen, die im sonoren Soundtrack gespenstisch widerhallen. In der Gegenwart hindert ironischerweise eine instabile Internet-Verbindung die Kommunikation mit den Großeltern. Die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs reihen sich in die familiären Traumata, die einander überlagern und verformen. Das Flüchtige der Sprache kontrastiert mit dem Überdauern der Furcht, die im Gegensatz zu Worten universell verständlich ist. Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität, persönlicher Biografie und kollektiver Geschichte verweben sich im surrealen Schatten des Waldes.

Fazit

Die bedrohten Sprachen, deren Erhalt in Meritxell Colell Aparicios autofiktional inspirierter Charakterstudie zur Schlüsselaufgabe wird, werden zum allegorischen Echo persönlicher Verlusterfahrungen und der Unfähigkeit, über sie zu sprechen. Fragmentierte Erinnerung und die phantomhaften Schatten generationsübergreifender Traumata markieren das Fortleben historischer Ereignisse in der Physis des Individuums. Julián Elizalde Kamera wechselt zwischen synthetischen Digitalaufnahmen für die Gegenwart und körnigem Super16mm für eine Vergangenheit als eskapistische Vision einer Geborgenheit und Zugehörigkeit. Die kongeniale Klangkulisse verstärkt den sensorischen und formalen Reiz der narrativ opaken Exkursion.

Kritik: Lida Bach

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