5.4

MB-Kritik

Eroberung vom Planet der Affen 1972

Action, Sci-Fi – USA

5.4

Roddy McDowall
Don Murray
Ricardo Montalban
Natalie Trundy
Severn Darden
Hari Rhodes
Lou Wagner
John Randolph
Asa Maynor
H.M. Wynant
David Chow
Buck Kartalian
John Dennis
Paul Comi
Gordon Jump
Dick Spangler

Inhalt

Zwanzig Jahre sind seit dem brutalen Mord an Cornelius und Zira vergangen Flucht vom Planet der Affen“. Caesar (Roddy McDowell), das Kind der beiden, ist mittlerweile erwachsen geworden und lebt immer noch beim Zirkusdirektor Armando (Ricardo Montalban), der ihn all die Jahre vor den Häschern der Regierung beschützen konnte. Die Gesellschaft hat sich indes geändert. Nachdem alle Katzen und Hunde auf der Welt durch ein mysteriöses Virus gestorben sind, werden Affen als Haustiere gehalten. Diese dienen als Sklaven, werden misshandelt sowie für niedere Tätigkeiten missbraucht. Als Caesar eines Tages Zeuge der schrecklichen Behandlung wird, kann er sich nicht zurückhalten und beschimpft einige der Wachen. Da dies jedoch die Aufmerksamkeit des Staates nach sich zieht, wird kurzerhand Armando verhaftet. Fortan befindet sich Caesar auf der Flucht, bis er nur noch einen Weg sieht den Wahnsinn zu stoppen: Revolution

Kritik

Während sich bereits Flucht vom Planeten der Affen weit vom eigentlichen Universum der Reihe entfernte, wird nun die Geschichte rund um Caesar unter der Regie von J. Lee Thompson fortgesetzt. Entstanden ist ein Werk, welches weitestgehend auf Logik sowie nachvollziehbare Motive verzichtet, sich hierbei aber vor allem auf den düsteren Aspekt einer despotischen Regierung konzentriert. Einer Zweiklassengesellschaft, die auf Sklaven setzt, diese Ausbeutet, schlägt, verachtet und so eine Katastrophe hinauf beschwört, die letztendlich die komplette Zivilisation, so wie wir sie kennen, vernichten wird. Bedenkt man dabei die Zeit, in der der Film entstanden ist, so wird man stets Ähnlichkeiten zu den Rassenunruhen in den USA erkennen. So ist weitestgehend Eroberung vom Planet der Affen ein waschechter Blaxploitation-Film, der starke Ähnlichkeiten zum Genre des schwarzen Gewaltfilms aufweist. Eine Gemeinschaft aus Sklaven, erhebt sich gegen ihre Herren, greift zu den Waffen und befreit sich von der Unterdrückung. Gefährlicher, wie interessanter Stoff, der in klarer Tradition zu der übrigen Reihe steht. Doch während besonders Regisseur Franklin J. Schaffner 1968 eine bissige Satire sowie eine zynische Gesellschaftskritik offenbaren konnte, bleibt J. Lee Thompson mit seiner Geschichte weit hinter den eigenen Ambitionen zurück.

Die düstere Utopie die er hierbei erschaffen wird, hat allerdings durchaus Potenzial. Bedrückend präsentiert Drehbuchautor Paul Dehn eine Welt, in der Polizei sowie Militär die absolute Macht ausüben. Polizisten tragen schwarze Uniformen (gar nicht so unähnlich der Gestapo –Uniform), über Lautsprecher laufen stetige Verwarnungen, Patrouillen beherrschen das Stadtbild und alles wirkt grotesk kühl. Eine Abartige Szenerie, die voller Scheusal den Menschen als absolutes Monster offenbart. Doch schon hier fehlt eine Differenzierung. Die gezeigte Schwarzweißmalerei weiß nicht zu überzeugen, ist zu kurz gedacht und somit sogar oftmals unangebracht. Nur insgesamt zwei Menschen stellen sich auf die Seite der Affen, der Rest scheint das kommende Schicksal mehr als verdient zu haben. Spürbar ist auch der ständige Hass gegen die eigentlichen Haustiere. Besonders erkennbar an der gezeigten Massenarbeitslosigkeit. Was folgt ist ein Aufstand der Affen, der in blutiger Gewalt endet.

Die Frage nach der Logik stellt sich hierbei nicht. Wie es beispielsweise innerhalb von zwanzig Jahren zu so einer Situation kommen konnte, bleibt ebenso unbeantwortet, wie die Frage nach der plötzlichen Intelligenz der Affen. Ebenfalls als fatal erweist sich die fehlende emotionale Bindung zum Gezeigten. Keiner der Figuren bekommt einen tiefen Charakter. Wer also schlussendlich gewinnt, ist dem Zuschauer egal. Selbst Caesar bleibt Langezeit ein Mysterium, welches erst im Finale ein wenig genauer beleuchtet wird. So dümpelt die Geschichte lange vor sich hin, ohne jeglicher Spannung, Dramatik oder gar interessanter Wendungen. Erst der Schlussakt erweist sich als gelungen, wenn sich die Stadt plötzlich in ein Kriegsgebiet verwandelt, Affen auf Menschen losgehen, es zu Schießereien kommt, zu morden und zu einem wahren Massaker. Die groß angelegte Schlacht weiß hierbei durchaus zu überzeugen und bietet im Schlussakt noch mal philosophischen Stoff, der kurze Zeit zum Nachdenken anregt. Leider kommt diese Offenbarung viel zu spät, wodurch der ganze Film zuvor stark in den Trash-Bereich abdriftet. Interessant ist indes das gezeigte Setting, das bei einem geringen Budget von nur  1,8 Million US-Dollar (der erste Teil hatte ein Budget von 5,8 Millionen US-Dollar) durchweg beeindrucken kann. Stets minimalistisch, sorgen die sehr utopisch gehaltenen Kulissen für eine gelungene Atmosphäre, die durch die Musik von Tom Scott passend untermalt wird.

Fazit

Der mittlerweile vierte Teil der "Planet der Affen"-Reihe erweist sich als düsteres, aber durchaus interessantes Werk, welches besonders auf die Situation von Sklaven verweist. Somit schließt sich gekonnt der Kreis, der das Ende der Herrschaft der Menschen einläutet. Dennoch schafft es Regisseur J. Lee Thompson nicht, seine Geschichte durchweg interessant zu gestalten sowie seine Charaktere mit einer nötigen Tiefe auszustatten. Was bleibt ist solide aber sehr trashige Unterhaltung, die deutlich brutaler als jeder andere Teil der Reihe ist.

Autor: Thomas Repenning
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