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Inhalt

Im Sci-Fi-Thriller Elizabeth Harvest wird die frischverheiratete Elizabeth von ihrem Ehemann Henry nach der Hochzeit auf sein beeindruckendes Anwesen gebracht. Alles, was ihm gehört, soll nun auch ihr Besitz sein. Die Angestellten Claire und Oliver behandeln sie sehr würdevoll. Nur ein einziger Raum im ganzen Haus ist für Elizabeth tabu. Doch natürlich widersetzt sich die junge Frau irgendwann dem Verbot, das Zimmer zu betreten.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Alle Träume von Elizabeth (Abbey Lee, Der Dunkle Turm) scheinen sich endlich erfüllt zu haben: Sie hat mit Henry (Ciarán Hinds, Red Sparrow) einen reichen und brillanten Mann geheiratet, der sie aus ihrem düsteren Alltag befreit und in eine bessere Welt entführt. Wie ihr düsterer Alltag oder ihr Leben vor der Hochzeit mit Henry aussah, erfährt der Zuschauer nicht. Elizabeth darf auf alles im Haushalt zugreifen, nur diesen einen mysteriösen Raum darf sie nicht betreten. Als Henry das Anwesen aus beruflichen Gründen verlassen muss, überkommt sie die Neugier und sie öffnet die Tür. Weder sie noch der Zuschauer können verstehen, was sich hinter dieser offenbart. Sie vermuten nur, dass Elizabeth in größter Gefahr schwebt und sie besser daran täte, das Haus zu verlassen. Doch sie ist eingesperrt und ihrem obsessiven Gatten ausgeliefert. 

Mit einigen Abänderungen adaptiert Sebastian Gutiérrez (Hotel Noir) das Blaubart-Märchen, für das er nach eigenen Aussagen schon immer eine immense Faszination empfand. Ihn treibt die Frage nach der Moral herum, wofür die Mädchen im Märchen bestraft werden. Für ihre Neugierde? Vielleicht ist es erhellender, wenn man sich vor Augen führt, von wem sie für ihre neugierigen Nachforschungen bestraft werden. Es ist der Mann, der die Neugierde seiner Frau fürchtet, der sie zu sanktionieren versucht. Henry verbietet Elizabeth weitere Nachforschungen anzustellen, er hält sie im Haus gefangen und beutet sie sexuell aus. Elizabeth kann sich nicht emanzipieren, kann sich nicht wehren, da sie sich in einer eigenartigen Abhängigkeit zu ihm befindet, die sie sich im Laufe des Filmes erschließen muss. 

Als tatsächliches Objekt der Begierde ist Elizabeth nicht nur an den patriarchalen Haushalt gebunden, sondern immer auch Abbild der Fantasie Henrys. Der geniale Narzisst wollte in ihr eine devote und einfache Ehegattin sehen, die zu ihm aufblickt. Und weil er das in ihr sehen wollte, gelang es ihm, sie zu dem zu machen. Deshalb darf er nicht zulassen, dass sie eine gefährliche Neugierde entwickelt, die zur Selbsterforschung und zur möglichen Emanzipation führen kann. Um diesen Akt der Selbstfindung soll es Gutierrez gehen, für den er eine unübersichtliche Handlung entwickelt hat, in der ihm Farbcodierungen helfen, zwischen Vergangenheit, Wahnvorstellung und Gegenwart zu unterscheiden. Das ist in einigen Momenten zäh und führt ins Leere, zumeist jedoch stimmungsvoll und entwickelt Suspense. 

Fazit

"Elizabeth Harvest" ist ein  cleverer Thriller, der seine feministischen Beobachtungen erst im Laufe der sich langsam entfaltenden Erzählung zum Vorschein bringt. Regisseur Sebastian Gutiérrez ist eine schwer zugängliche, dafür aber zunehmend einnehmende Inszenierung geglückt, die sich experimentell zeigt und in vielen Fällen damit voll ins Schwarze trifft. 

Autor: Maximilian Knade

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