{{ tweet.login }}

{{ tweet.reply.login }} {{ tweet.reply.deleted ? 'Ursprüngliche Nachricht gelöscht' : tweet.reply.excerpt }}
{{{ tweet.body | format }}}
Änderungsverlauf

Wird geladen…

{{ historyError }}

  1. {{ version.current ? 'Aktuelle Fassung' : (versionIndex === 0 ? 'Original' : 'Frühere Fassung') }}
    {{{ version.body | format }}}

Wird geladen...

×
?
So findest du deinen Titel

Einfach einen Titel oder Personennamen eingeben – auch Originaltitel funktionieren.

IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
Die interne Movie-ID direkt einfügen.
Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

Bei Personensuchen erscheinen zuerst die Personen, darunter ihre passenden Filme und Serien.

Wichtig ist das der Name dennoch so komplett wie möglich geschrieben wird, da bei z.b. "Nolan" auch als Vorname existiert.

×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Detlef Bissel leidet unter einer schwierigen Krankheit: der „drogeninduzierten, chronifizierten, schizoaffektiven Psychose des manischen Formenkreises, Typ polytox, kein Morphintyp“. Diese Psychosen zeichnen sich durch Phasen der Aggression aus, die unter anderem seine engsten Menschen zu spüren bekommen, wie zum Beispiel seine Tochter und Filmemacherin Jelena Ilić. Bissel wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt und sitzt die Zeit in der forensischen Psychiatrie ab. Nach mehreren Jahren nimmt Ilić wieder den Kontakt mit ihrem Vater auf und begleitet ihn auf dem holprigen Weg außerhalb der Einrichtung.

Kritik

„Künstler“, nein „besonderer Verbrecher“, dann aber „stinknormaler, psychisch kranker Scheiße-Bauer“ – mehrfach modelt Jelena Ilićs Vater seine Antwort um, wenn es um die Frage geht, was sein Beruf wäre, sollte sie darauf gefragt werden. Es ist eine harte Konfrontation, mit der Ilić ihren autobiografischen Essay startet. Zum einen geprägt von der ehrlichen Scham und Reue ihres Vaters, zum anderen auch von der kurz darauf völlig gerechtfertigten Beharrlichkeit Ilićs auf der Bezeichnung „Verbrecher“. Danach streut die Regisseurin einen reflektiven Satz ein: „Heute weiß ich: Da spricht die Krankheit aus ihm.“ Es ist der erste von mehreren erstaunlichen Momenten in diesem Dokumentarfilm, in denen die Familie einen offenen ehrlichen Umgang mit ihrer von der psychischen Krankheit des Vaters gebeutelten Vergangenheit zeigt.

Und dieser Umgang äußert sich nicht nur in Telefongesprächen, sondern auch in der Kunst von Detlef Bissel. Auf die stößt Ilić im Gerümpel in seiner einstigen Wohnung. Bissels Werke sind von düsteren Motiven geprägt. Porträtfotos über ihn zeigen nicht nur bloße Grimassen: Gemeinsam mit den Kunstwerken etabliert sich hier eine bemerkenswerte künstlerische Seelenschau, ein Blick in Detlef Bissels dunkles Innere, wenn man möchte.

Aus der Finsternis entwickelt sich ein mal schwieriger, mal amüsanter Gang der beiden zum „Licht am Ende des Tunnels“. Das beginnt schon damit, dass Ilić ihren Vater darum bittet, seine Diagnose zu rappen. Obgleich der 80 Minuten Laufzeit verläuft die Handlung nicht schnurstracks nach vorne. Die Regisseurin pausiert zwischendurch, hält inne, blickt zurück und greift ihre schwierige Kindheit auf, wenn sie mit ihrer Mutter über den Moment des Kennenlernens am Hörer spricht. Die animierte Schreibschrift in den untertitelten Dialoge sowie Archivmaterial aus der Kindheit von Ilić unterfüttern den ehrlichen Umgang. Gleiches gilt für die charmanten 2D-Animationen, die für die Filmemacherin sprechen, um ihre schwierige Gefühlslage zum Ausdruck zu bringen – aber der Kunst von Bissel ein willkommenes Gegengewicht verleihen.

Denn nicht zuletzt erfordern Ilićs erste Begegnungen mit ihrem Vater nach langer Zeit auch viel Mut. Als Brücke zur gemeinsamen Kommunikation fungiert ein leeres Comicbuch, das beide gegenseitig, Seite für Seite, kontinuierlich bespielen. Später finden sich Tochter und Vater an einem ungewöhnlichen Ort für ein Interview zusammen, mit einem Ast als kindisches Mikrofon.

Es ist eine Annäherung auf eine gemeinsame Wellenlänge. Aber vor allem strahlen die gezeigten Kommunikationswege eine Wärme aus, die zwischen den Zeilen und Bildern die Fackel der Hoffnung am Lodern hält. Denn im Tunnel gen Licht grummelt es. Unsicherheit und Sorge stehen ständig im Raum, ob Detlef Bissel nicht doch rückfällig werden könnte. Gerade Bissels Gebrechlichkeit in seinen in sich gekehrten Momenten bedrücken während des Films. In der von Zweifel geprägten Gegenwart ringt Ilić mit der Zuversicht, aber sie bleibt optimistisch für ihren Vater, mit dem Licht stets im Blick.

Fazit

Jelena Ilić gelingt mit „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ ein autobiografischer einfallsreicher Dokumentarfilm, der sich durch eine bemerkenswerte Aufrichtigkeit auszeichnet. Dafür setzt die Regisseurin auf liebevoll gestaltete Animationen – sowohl in der Typografie für die untertitelten, mit Polaroids bestückten Telefongesprächen als auch in den bebilderten Umschreibungen ihrer Gefühlswelt. Darin zeigt sich der offene ehrliche Umgang der Regisseurin, ihrer Mutter als auch ihres Vaters mit seiner durch Drogen verursachte Krankheit, aber auch eine Wehmut für einen Lebensabschnitt, den sich alle Beteiligten anders vorgestellt hätten. Dass aus den ehrlichen Meinungen die Hoffnung für ein besseres Leben von Ilićs Vater wächst, ist allen Beteiligten hoch anzurechnen und gibt dem Film eine starke emotionale Note.

Kritik: Marco Focke

Wird geladen...

{{ loadError }}

×